{"id":1271,"date":"2020-03-24T15:43:40","date_gmt":"2020-03-24T14:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/24\/mehrfachtierversuche-in-terreich\/"},"modified":"2020-03-24T15:43:40","modified_gmt":"2020-03-24T14:43:40","slug":"mehrfachtierversuche-in-terreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/24\/mehrfachtierversuche-in-terreich\/","title":{"rendered":"Mehrfachtierversuche in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Ein j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichtes Rechtsgutachten der Schweizer &#8220;Stiftung f&uuml;r das Tier im Recht&#8221; erkennt die Unvereinbarkeit des &ouml;sterreichischen Tierversuchsgesetzes (TVG) mit dem &uuml;bergeordneten Gemeinschaftsrecht. <\/p>\n<p>In &Ouml;sterreich sind Mehrfachtierversuche immer noch m&ouml;glich, da die Resultate ausl&auml;ndischer Tierversuche lediglich dann zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn sie auf der Grundlage der ma&szlig;geblichen nationalen Rechtsvorschriften beh&ouml;rdlich anerkannt werden. Das &ouml;sterreichische Tierversuchsgesetz (TVG) 1988 verlangt eine formelle Pr&uuml;fung und macht die Anerkennung bereits im Ausland erlangter Ergebnisse von einem nationalen Genehmigungsvorbehalt abh&auml;ngig.<br \/>Gem&auml;&szlig; &sect;3 Abs.3 lit. d TVG darf ein Tierversuch nur dann nicht wiederholt werden, &#8220;wenn tats&auml;chlich und rechtlich zug&auml;ngliche Ergebnisse eines im In- oder Ausland durchgef&uuml;hrten Tierversuchs vorliegen, an deren Richtigkeit und Aussagekraft keine berechtigten Zweifel bestehen, und sie in &Ouml;sterreich auf Grund der ma&szlig;geblichen Rechtsvorschriften beh&ouml;rdlich anerkannt werden&#8221;.<\/p>\n<p>Laut Art. 22 Abs. 1 der EU-Tierversuchsrichtlinie 86\/609\/EWG ist aber das Ergebnis eines in einem anderen Mitgliedstaat durchgef&uuml;hrten Tierversuchs grunds&auml;tzlich und ohne weiteres anzuerkennen, sofern nicht zus&auml;tzliche Experimente zum Schutz der Volksgesundheit und &ouml;ffentlichen Sicherheit notwendig sind. Daher ist das &ouml;sterreichische Gesetz nicht mit dem Gemeinschaftsrecht zu vereinbaren. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Vernetzung der Beh&ouml;rden fehlt<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Hinzu kommt noch die erschwerende Tatsache, dass es in &Ouml;sterreich fast unm&ouml;glich ist, einen &Uuml;berblick &uuml;ber die bereits erteilten Genehmigungen aufgrund der Kompetenzverteilung (so ist etwa f&uuml;r wissenschaftliche Versuche das Ministerium f&uuml;r Bildung, Wissenschaft und Kultur zust&auml;ndig, f&uuml;r Versuche in der Industrie der\/die jeweilige Landeshauptmann\/frau) zwischen L&auml;ndern und dem Bund zu bekommen, da keine effiziente Vernetzung der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden existiert. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Einrichtung einer nationalen Datenbank <\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Nach dem in Lehre und Rechtsprechung unbestrittenen Anwendungsvorrang des Gemeinschaftsrechts ist &sect;3 Abs.3 lit. d TVG zwar nicht ung&uuml;ltig, d&uuml;rfte aber durch die zust&auml;ndigen &ouml;sterreichischen Vollzugsbeh&ouml;rden keine Anwendung finden.<br \/>Im Sinne der Klarheit und k&uuml;nftigen Vermeidung von Mehrfachtierversuchen ist eine legislatorische Anpassung des TVG jedoch ebenso geboten wie die Schaffung einer nationalen Datenbank als strukturelle Voraussetzung f&uuml;r einen effektiven und grenz&uuml;berschreitenden Informationsaustausch &uuml;ber Tierversuchsmethoden und -ergebnisse.<\/p>\n<p>Aufrufe: 250<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichtes Rechtsgutachten der Schweizer &#8220;Stiftung f&uuml;r das Tier im Recht&#8221; erkennt die Unvereinbarkeit des &ouml;sterreichischen Tierversuchsgesetzes (TVG) mit dem &uuml;bergeordneten Gemeinschaftsrecht. In &Ouml;sterreich sind Mehrfachtierversuche immer noch m&ouml;glich, da die Resultate ausl&auml;ndischer Tierversuche lediglich dann zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn sie <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/24\/mehrfachtierversuche-in-terreich\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[7,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1271"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}