{"id":1608,"date":"2020-03-24T16:16:36","date_gmt":"2020-03-24T15:16:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/24\/qanimal-csiq-sucht-nach-beweisen-fuer-tierquaelerei\/"},"modified":"2020-03-24T16:16:36","modified_gmt":"2020-03-24T15:16:36","slug":"qanimal-csiq-sucht-nach-beweisen-fuer-tierquaelerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/24\/qanimal-csiq-sucht-nach-beweisen-fuer-tierquaelerei\/","title":{"rendered":"&#8220;Animal CSI&#8221; sucht nach Beweisen f\u00fcr Tierqu\u00e4lerei"},"content":{"rendered":"<p>An einem warmen Nachmittag streifen sechs Gruppen von Tier\u00e4rzten durch einen Wald nahe Gainesville im US-Staat Florida. Sorgf\u00e4ltig suchen sie den Tatort nach Beweisen ab. An dieser Stelle soll ein rituelles Tieropfer stattgefunden haben, an einer anderen wurden Tiere offenbar wahllos erschossen. In Anlehnung an eine popul\u00e4re Fernsehserie bezeichnen sich die Ermittler als \u201eAnimal CSI\u201c \u2013 Tier-Spurensicherung.<\/p>\n<\/p>\n<p>Melinda Merck hat an der Universit\u00e4t von Florida das erste Trainingsprogramm f\u00fcr Tier-Forensik gegr\u00fcndet und in zwei- bis dreit\u00e4gigen Kursen bereits rund 200 Teilnehmer ausgebildet. Die Veterin\u00e4rin ist eine der wenigen Spezialisten f\u00fcr die Untersuchung von Gewalt gegen Tiere. Als Mitarbeiterin der Amerikanischen Gesellschaft gegen Tierqu\u00e4lerei hilft sie Ermittlern regelm\u00e4\u00dfig bei der Spurensuche in F\u00e4llen von Tiermissbrauch. An der Universit\u00e4t von Florida teilt sie ihr Wissen nun mit Tiersch\u00fctzern, Polizisten und Tier\u00e4rzten aus aller Welt.<\/p>\n<p>\u201eWir haben alle mit Tierqu\u00e4lerei zu tun\u201c, sagt Tier\u00e4rztin Cheryl Clark aus San Diego, die an dem Forensik-Seminar in Gainesville teilnimmt. \u201eIch m\u00f6chte Tieren umfassender helfen und die Verfolgung von Tierqu\u00e4lern ist daf\u00fcr der richtige Weg.\u201c Die Teilnehmer lernen, sterbliche \u00dcberreste zu exhumieren und Haare, Fasern sowie Blutspuren zu analysieren. Selbst Lebenszyklen von Insekten und Wachstumsphasen von Pflanzen stehen auf dem Lehrplan. Sie k\u00f6nnen Aufschluss \u00fcber den Todeszeitpunkt geben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Maden haben Merck vor Jahren auf die Idee zur Ausbildung von Tier-Forensiker gebracht. 2003 fand die Veterin\u00e4rin aus Atlanta Maden auf den \u00dcberresten eines Tieres. Merck \u00fcbergab sie dem Insektenkundler Jason Byrd und bat ihn, den Zeitpunkt des Todes festzustellen. Bislang hatte Byrd immer nur mit menschlichen Leichen zu tun gehabt \u2013 im Auftrag von Ermittlern in der ganzen Welt analysiert er Verwesungsprozesse und sucht nach Hinweisen auf den Todeszeitpunkt. Merck sei die erste Tier\u00e4rztin gewesen, die sich f\u00fcr die Methoden professioneller Ermittler interessiert habe, sagt Byrd. Das imponierte ihm: Gemeinsam gr\u00fcndeten Merck und Byrd schlie\u00dflich das Trainingsprogramm f\u00fcr Tier-Forensik an der Universit\u00e4t von Florida.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr hat Merck mit ihren Teams 25 Tatorte untersucht und bei den Ermittlungen gegen den gr\u00f6\u00dften Hundekampf-Ring der US-Geschichte mitgearbeitet. Dabei wurden 400 Pit Bulls in sechs US-Staaten gerettet und 26 Verd\u00e4chtige festgenommen.<\/p>\n<p><p>Auch als Bundesbeamte gegen den Football-Star Michael Vick ermittelten, riefen sie Merck zur Hilfe. Auf dem Grundst\u00fcck des ehemaligen Quarterbacks der Atlanta Falcons waren die Kadaver von acht Pit Bulls entdeckt worden. Gemeinsam mit Komplizen hatte Vick die Tiere get\u00f6tet, wenn sie in Hundek\u00e4mpfen nicht die geforderte Leistung erbrachten. An den exhumierten Knochen konnte Merck zudem Bissspuren aus den Hundek\u00e4mpfen nachweisen. \u201eWas wir rekonstruierten, stimmte nicht mit seiner Version der Ereignisse \u00fcberein\u201c, sagt Merck \u00fcber Vick.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Football-Spieler wurde 2007 wegen Verschw\u00f6rung zu 18 Monaten Haft und weiteren zwei Monaten Hausarrest verurteilt. Nicht einmal einen Monat nach seiner Freilassung unterschrieb er im August 2009 einen neuen Profivertrag und wirbt seither bei Auftritten \u00f6ffentlichkeitswirksam f\u00fcr Tierliebe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article11217067\/Animal-CSI-sucht-nach-Beweisen-fuer-Tierquaelerei.html#\">http:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article11217067\/Animal-CSI-sucht-nach-Beweisen-fuer-Tierquaelerei.html#<\/a><br \/>25.11<\/p><\/p>\n<p>Aufrufe: 131<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem warmen Nachmittag streifen sechs Gruppen von Tier\u00e4rzten durch einen Wald nahe Gainesville im US-Staat Florida. Sorgf\u00e4ltig suchen sie den Tatort nach Beweisen ab. 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