{"id":446,"date":"2020-03-19T19:43:13","date_gmt":"2020-03-19T18:43:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/?p=446"},"modified":"2020-03-19T19:43:13","modified_gmt":"2020-03-19T18:43:13","slug":"stress-bei-katzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2020\/03\/19\/stress-bei-katzen\/","title":{"rendered":"Stress bei Katzen"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<p>Stress kann bei Katzen durch st\u00e4ndige \u00dcberforderung, Angst, Frust und Anspannung ausgel\u00f6st werden. Stress ist f\u00fcr Katzen ebenso unertr\u00e4glich wie f\u00fcr uns Menschen. Darum gilt es genau zu beobachten, um bei den ersten Anzeichen gleich richtig reagieren zu k\u00f6nnen. Helfend eingreifen kann man aber nur dann, wenn man sein Tier so gut kennt, dass man Abweichungen seines normalen Verhaltens auch registriert. Nur wer sich mit seiner Katze besch\u00e4ftigt, eine liebevolle Bindung zu ihr aufbaut und bereit ist, Ursachenforschung zu betreiben, begreift den Stressfaktor, der nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist.<\/p>\n<p>Stress abbauen kann man nur, wenn man sich bem\u00fcht, die Wurzel des \u00dcbels zu beseitigen, bzw. Hilfestellungen anbietet, die Situation gelassener zu betrachten. Dabei muss Mensch genug \u201cFingerspitzengef\u00fchl\u201d entwickeln, um seine Hilfe nicht so aufdringlich zu gestalten, dass sie ins Gegenteil umschl\u00e4gt und den Leidensdruck vertieft. Wenn Frauchen also anwesend ist, beschwichtigend l\u00e4chelnd umherschaut und leise zuredet, hilft das mehr, als die Katze auf den Arm zu nehmen und sie so zur Quelle ihrer Angst zu zwingen, um ihr die Harmlosigkeit einer Maschine, eines Menschen oder eines anderen Tieres zu beweisen.<\/p>\n<p>Es gibt Situationen, die von vorneherein stressverd\u00e4chtig klingen. Katzen lieben ein geregeltes Leben und sind Neuerungen eher abhold. Ganz deutlich wird das beim Umzug in die neue Wohnung, bei neuen Einrichtungsgegenst\u00e4nden, wenn der gewohnte Tagesrhythmus nicht mehr eingehalten wird oder eine weitere Samtpfote ins Haus geholt wird. Der Verlust eines menschlichen oder tierischen Freundes kann nicht nur Trauer, sondern auch Stresssymptome hervorrufen, ebenso die Begrenzung des Raumes und &#8211; damit oft verbunden &#8211; die Unm\u00f6glichkeit ererbte Verhaltensweisen auszuleben.<\/p>\n<p>Aber viele Ursachen sind nicht so offensichtlich zu erkennen. Der Entzug von Zuwendung aus Zeitmangel, aus Krankheitsgr\u00fcnden oder auch weil Herrchen nicht in der Lage ist, eine dauerhaft positive Beziehung zu seinem Tier aufzubauen, verursachen Stress. Auch die Ablehnung des Tieres durch Frauchens neue Liebe kann Katastrophen heraufbeschw\u00f6ren. Vor allem, wenn der Mensch der einzige Partner des Tieres ist, ist die Katze schnell gestresst. Suchtprobleme des Besitzers, Aggressionen innerhalb der Familie, eine nerv\u00f6se, hektische Bezugsperson, ein Umfeld mit andauernder Unruhe \u2014 alles das kann sich in der Katze widerspiegeln.<\/p>\n<p>Ger\u00fcche und Ger\u00e4usche k\u00f6nnen f\u00fcr Katzen unertr\u00e4glich werden: das schrill kreischende Kleinkind, das ewige Disco-Gestampfe des Radios, Maschinenl\u00e4rm beleidigen ihre feinen Ohren. Die empfindliche Nase ertr\u00e4gt die Nikotinschwaden, den Alkohol- und Kochdunst oder die D\u00fcfte \u00e4therischer \u00d6le oder Parfums nicht mehr! Selbst die Reviermarkierungen der Artgenossen k\u00f6nnen bei \u00e4ngstlichen Einzelkatzen Stress ausl\u00f6sen, der eindeutige Verhaltens\u00e4nderungen nach sich zieht.<\/p>\n<p>Die \u00dcberbelegung ihres Lebensraumes durch Menschen, andere Tiere oder Artgenossen ist f\u00fcr eine Katze schwer zu verkraften. Aber auch Einsamkeit, schlechte Versorgung und t\u00f6dliche Langeweile empfindet sie als Zumutung. Auch das Eindringen eines fremden Menschen in ihre \u201csichere Burg\u201d wird von vielen Katzen mit Stresssymptomen beantwortet.<\/p>\n<p>Stress zeigt sich bei der \u201cIndividualistin Katze\u201d auf sehr verschiedene Weisen, aber die Erfahrung zeigt, dass alle Katzen als erstes das Schnurren einschr\u00e4nken &#8211; ein Indiz f\u00fcr vermehrte Anspannung. Auch ihre Spielbereitschaft sinkt. Selbst junge Katzen spielen weniger und sind weniger ins Spiel vertieft. Die netten kleinen Marotten, die die Katze fr\u00fcher zeigte, verschwinden. Ihre Talente schlafen ein. Die Katze zeigt vermehrtes Abwehrverhalten, faucht \u00f6fter, schl\u00e4gt schneller mit der Tatze, wirkt einfach genervt!<\/p>\n<p>Nimmt das Abwehrverhalten bei direkten Kontakten Mensch\/Katze oder Raum\/Katze zu, l\u00e4sst das den Schluss zu, dass die Katze sich bedroht f\u00fchlt. Das Gef\u00fchl der Katze ist aber in der Praxis nicht immer nachvollziehbar. So zeigen \u201cFrauenkatzen\u201d oft verst\u00e4rktes Abwehrverhalten, wenn sie mit M\u00e4nnern zusammentreffen, obwohl diese anwesenden M\u00e4nner der Katze nie etwas getan haben. Viele fl\u00fcchten auch ohne schmerzhafte Erfahrung vor Menschen, die am Stock gehen. Vermutlich l\u00f6st da das Nicht-Einordnen-K\u00f6nnen eines \u201cdreibeinigen\u201d Menschen \u00c4ngste aus. Verbindet sie \u00dcberforderung und Angst mit R\u00e4umen, so wird sie sich beharrlich weigern, diese zu betreten.<\/p>\n<p>Bei urspr\u00fcnglich neugierig, aufgeschlossenen, kontaktfreudigen Katzen zeigt beginnende oder ausgepr\u00e4gte Inaktivit\u00e4t und vermehrter R\u00fcckzug aus der menschlichen Gesellschaft, Stress an. Aber auch der Verlust der \u201cInneren Ruhe\u201d kann ein Stresssymptom sein. Best\u00e4ndig pilgert das Tier durch alle R\u00e4ume, schreckt schnell auf, wirkt fahrig oder maunzt enervierend auch ohne ersichtlichen Grund. Das Unverm\u00f6gen, sich selbst zu besch\u00e4ftigen und das Umschlagen des Spiels mit dem Mensch in eine gezielte Aggression kann man vor allem bei temperamentvollen, frustrierten Tieren beobachten, deren Leben allzu sehr eingezw\u00e4ngt wird.<\/p>\n<p>Das st\u00e4rkste Stresssymptom aller Katzen ist das vor\u00fcbergehende \u201cvergessen\u201d aller erworbenen Verhaltensweisen. Die Katze zeigt nur noch ihr ererbtes Verhalten. Ein Umstand, der erkl\u00e4rt, warum auch ansonsten zahme Katzen wie eine verwilderte Artgenossin reagieren. Das macht es so schwer, den Zahmheitsgrad einer fremden Katze zu beurteilen.<\/p>\n<p>Steigert sich der Stress zur Panik, kann man bei einigen Tieren folgendes beobachten: Zittern, Speicheln, unkontrollierter Absatz von Urin und Kot, leises Jammern bis gellendes Kreischen, Hecheln, schwei\u00dfnasse Pfoten.<\/p>\n<p>Da auch Krankheit, Schmerz und Parasitenbefall das Seelenleben der Katze belasten, ist auch immer daran zu denken, dass ein gesundheitlicher Grund f\u00fcr die Verhaltens\u00e4nderungen vorliegen k\u00f6nnten, so dass auch ein Tierarztbesuch in Erw\u00e4gung gezogen werden sollte.<\/p>\n<p>Bei den folgenden Anzeichen m\u00fcssen Sie auf alle F\u00e4lle den Tierarzt zu Rate ziehen, da es sich auch um nicht stressbedingte Krankheitsbilder handeln kann: Appetitlosigkeit bis hin zur Futterverweigerung zeigen viele Katzen, die alles verloren haben, was ihr Katzenleben bisher ausmachte. Die meisten fangen am 3.- 5. Tag wieder mit Fressen an. Aber es gibt manchmal auch v\u00f6llig depressive Tiere, die sich aufgeben und weiter hungern. Erbrechen und Durchfall k\u00f6nnen ebenfalls stressbedingt sein. Vor allem Tiere mit einer Magen-Darm-Empfindlichkeit reagieren so auf seelische Belastungen. \u00dcbersteigertes Putzverhalten kann ein Stresssymptom sein &#8211; die Katze leckt, knabbert, kratzt bis sie kahle Stellen im Fell hat. Der Verlust der Stubenreinheit ist ebenfalls eine dramatische Entwicklung. Weil die Katze nicht mehr in der Lage ist, sich zu entspannen und in Ruhe zur Toilette zu gehen, \u201cplatzt\u201d sie in der n\u00e4chsten Ecke. Schlie\u00dflich geht sie gar nicht mehr aufs Klo, sondern pinkelt oder kotet ins Haus. Vor allem diese Verhaltensst\u00f6rung provoziert die Ablehnung der meisten Katzenbesitzer &#8211; was den Stress f\u00fcr die Katze noch zus\u00e4tzlich steigert!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufrufe: 129<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufrufe: 129<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"modified_by":"ibtadmin","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=446"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":447,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/446\/revisions\/447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}