{"id":663,"date":"2018-12-28T13:44:00","date_gmt":"2018-12-28T12:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/12\/28\/grausame-hirnforschung-an-affen-am-max-planck-institut-mpi-in-tuebingen-verdeckte-filmaufnahmen-eines-tierpflegers-dokumentieren-die-entsetzlichen-leiden-und-qualen-der-versuchstiere-fuer-fragwuerdige\/"},"modified":"2020-03-24T10:37:44","modified_gmt":"2020-03-24T09:37:44","slug":"grausame-hirnforschung-an-affen-am-max-planck-institut-mpi-in-tuebingen-verdeckte-filmaufnahmen-eines-tierpflegers-dokumentieren-die-entsetzlichen-leiden-und-qualen-der-versuchstiere-fuer-fragwuerdige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/12\/28\/grausame-hirnforschung-an-affen-am-max-planck-institut-mpi-in-tuebingen-verdeckte-filmaufnahmen-eines-tierpflegers-dokumentieren-die-entsetzlichen-leiden-und-qualen-der-versuchstiere-fuer-fragwuerdige\/","title":{"rendered":"Grausame Hirnforschung an Affen am Max-Planck-Institut (MPI) in T\u00fcbingen mit versteckter Kamera aufgedeckt. Nun stehen drei Mitarbeiter vor Gericht."},"content":{"rendered":"<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die letzte aktuelle Info zu diesem Thema &#8211; vom 19.12.2018 &#8211; finden Sie am Ende des Artikels:<br \/><\/strong><strong>Der f\u00fcr den\u00a07. J\u00e4nner 2019 angek\u00fcndigte Prozess gegen drei Mitarbeiter wegen mutma\u00dflicher Tiermisshandlung bei der Durchf\u00fchrung der Versuche an Affen wurde pl\u00f6tzlich wegen einem Geheimgutachten abgesagt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der SOKO Tierschutz e.V. hat im Jahre 2014 den grausamen Umgang mit Affen am Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik\u00a0in einer Undercover-Recherche aufgezeichnet. Ein halbes Jahr lang hat ein Tierpfleger mit versteckter Kamera festgehalten, was sich hinter den f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit verschlossenen T\u00fcren des Tierversuchslabors verbirgt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/images\/stories\/tierversuche\/Fotos\/b-affe-mit-wunden-am-kopf.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"292\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xrx5L7Mb5sc&#038;feature=player_embedded\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier geht es zu dem Film, der nur eine Auswahl der gesamten Aufnahmen darstellt.<\/a><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir warnen: Es handelt sich um schreckliche Bilder, um Bilder des immensen Leidens der Tiere in den Tierversuchslabors, die im Namen der Wissenschaft und des medizinischen Fortschrittes, gesetzlich gedeckt und unter dem Aspekt der N\u00fctzlichkeit f\u00fcr den Menschen auch ethisch abgesegnet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am T\u00fcbinger Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik wurden seit Jahren Rhesusaffen im Rahmen der Grundlagenforschung f\u00fcr die Hirnforschung eingesetzt. Den Affen wird dabei ein Loch in den Sch\u00e4del gebohrt und Elektroden in das Hirn implantiert. Die Experimentatoren behaupten, dass das Gehirn selbst schmerzunempfindlich sei, so dass derartige Eingriffe lediglich als \u201emittlere\u201c und nicht etwa als \u201cschwere\u201c Belastungsstufe, f\u00fcr die strengere Genehmigungsverfahren gelten w\u00fcrden, bewertet werden. Doch die Aufnahmen zeigen, dass dem nicht so ist. So versucht ein Affe etwa, sich das Implantat vom Kopf zu rei\u00dfen; ein Affe ist aufgrund einer Infektion des Implantats halbseitig gel\u00e4hmt; auch sind Verhaltensst\u00f6rungen zu beobachten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/images\/stories\/tierversuche\/Fotos\/a-affe-mit-elektrode.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"292\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann werden manche Affen an den Primatenstuhl gew\u00f6hnt: Sie werden, wie nun die Aufnahmen belegen, mit Gewalt aus dem K\u00e4fig gezerrt und im Primatenstuhl v\u00f6llig bewegungslos gemacht. Der Kopf, auf den ein Bolzen zementiert ist, wird eigens fixiert. Entgegen der Behauptung von Experimentatoren, dass die Tiere \u201egut kooperieren\u201c, dass sie etwa zur Fixierung am Primatenstuhl nicht bet\u00e4ubt werden m\u00fcssen, ist nun dokumentiert, dass dies sehr wohl getan wird und ein vorher bet\u00e4ubter Affe beim Aufwachen \u2013 nun fixiert im Primatenstuhl &#8211; in volle Panik ger\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tiere werden allm\u00e4hlich daran gew\u00f6hnt, f\u00fcnf Mal in der Woche, je f\u00fcnf Stunden lang mit den Experimentatoren im Primatenstuhl vor Bildschirmen zu \u201earbeiten\u201c. Entgegen der Behauptung der Experimentatoren, dass die Tiere freiwillig mitarbeiten, ist nun dokumentiert, dass die Affen tagelang nichts zum Trinken bekommen, also \u00fcber den Fl\u00fcssigkeitsentzug f\u00fcgig gemacht werden. Sie werden bei der L\u00f6sung diverser Aufgaben mit der tropfenweisen Verabreichung von Fl\u00fcssigkeit belohnt.<br \/> Im Film sieht man wie die Affen nach der Reinigung der K\u00e4fige die Gitterst\u00e4be nach Wassertropfen absuchen. Auch sollen sie vor lauter Durst ihren eigenen Urin trinken. <br \/> Am Ende der Versuchsreihe werden die Tiere schlie\u00dflich get\u00f6tet und weitere Untersuchungen an ihnen vorgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige Versuchsreihen werden mit der Begr\u00fcndung vorgenommen und beh\u00f6rdlich auch genehmigt, dass damit diverse noch offene Fragen \u00fcber die Funktionsweise des Gehirns (wie etwa die der Wahrnehmung und des Ged\u00e4chtnisses) beantwortet werden k\u00f6nnen, was vielleicht \u2013 irgendwann \u2013 gar f\u00fcr die medizinische Behandlung des Menschen etwa \u2013 nutzvoll sein kann. Diese vage Zielformulierung reicht offensichtlich aus, die Schaden-Nutzen-Analyse zu Ungunsten der Tiere vorzunehmen und dar\u00fcber hinaus die Experimente ethisch zu rechtfertigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Forschungen wie diese sind eine ungeheure Sackgasse, in die unsere Wissenschaft, unser Rechtssystem und unsere Ethik geraten sind. Denn welcher vern\u00fcnftige Mensch mit nur etwas Verstand, Herz und Moralempfinden kann nachvollziehen, dass diese Experimente, bei denen Affen unter v\u00f6llig artwidrigen Laborbedingungen und brutalem, k\u00fcnstlichem Versuchsdesign, erzwungener Weise, unter unvorstellbarem Leidensdruck, psychisch gebrochen bestimmte Aufgaben zu l\u00f6sen haben, einen wissenschaftlichen Aussagewert haben k\u00f6nnen, der dar\u00fcber hinaus ihre unsagbaren Leiden und ihren Tod ethisch rechtfertigen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutsche Tiersch\u00fctzerInnen und TierversuchsgegnerInnen fordern eine sofortige \u00c4nderung des deutschen Tierschutzgesetzes. \u201eDiese schockierenden Versuche sind m\u00f6glich, weil das deutsche Tierversuchsrecht bei der Feststellung der Unerl\u00e4sslichkeit und der ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen versagt. Um diesen skandal\u00f6sen und tierschutzwidrigen Zustand zu beseitigen, muss die Regierung unverz\u00fcglich das eigenst\u00e4ndige Pr\u00fcfrecht der Beh\u00f6rden f\u00fcr Versuchsantr\u00e4ge im Tierschutzgesetz festschreiben, wie dies die EU-Tierversuchsrichtlinie 2010\/63 \/EU in Artikel 38 von allen Mitgliedstaaten verlangt\u201c, so Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen f\u00fcr Tierrechte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Partnerverein, \u201e\u00c4rzte gegen Tierversuche e.V.\u201c, der sich schon jahrelang gegen die Affenhirnforschung einsetzt, betont, dass es \u00fcberhaupt auch ganz anders geht:<br \/>\u201eWie sinnvolle Hirnforschung aussehen kann, zeigen Forschergruppen der Universit\u00e4t Gie\u00dfen. Am dortigen Zentrum f\u00fcr Psychiatrie werden zur Erforschung verschiedener Erkrankungen im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Neurowissenschaft das Denken und Erleben des Menschen und dessen neuronale Grundlagen bei Patienten und gesunden Menschen erforscht. \u201eDabei konnten bereits viele klinisch wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die kranken Menschen zu Gute kommen\u201c, erl\u00e4utert \u00c4rztin Katharina K\u00fchner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei \u00c4rzte gegen Tierversuche, die in einer der Gie\u00dfener Forschungsgruppen ihre Dissertation absolvierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine auf reiner Neugier basierende Tierversuchsforschung ist ethisch nicht zu rechtfertigen, blockiert den medizinischen Fortschritt und ist eine immense Verschwendung an Steuergeldern\u201c, so K\u00fchner weiter. Der Verein fordert von der gr\u00fcn-roten Landesregierung, sich nicht weiter aus der Verantwortung zu ziehen, sondern endlich den Ausstieg aus der nachweislich h\u00f6chst leidvollen und medizinisch irrelevanten Primatenhirnforschung zu erkl\u00e4ren. Stattdessen solle in tierversuchfreie Forschungsmethoden investiert werden. Im Gegensatz zu Tierversuchen k\u00f6nnen mittels bildgebender Verfahren, Patientenstudien und Computersimulationen Krankheiten und Funktionen des menschlichen Gehirns sinnvoll untersucht werden, so der \u00c4rzteverein abschlie\u00dfend.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/images\/stories\/tierversuche\/Fotos\/c-affe-im-affenstuhl.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"443\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Danksagung<\/strong><br \/> Wir bedanken uns bei der SOKO, CFI (vormals BUAV), bei dem Sender stern TV (der exquisit \u00fcber das Leid der Versuchstiere am MPI berichtet hat und weiterhin diesen Fall thematisiert und diskutiert), und insbesondere bei dem Tierpfleger, der den Mut, die Ausdauer und psychische St\u00e4rke aufgebracht hat, diese ersch\u00fctternden Vorg\u00e4nge im Affenlabor zu dokumentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Siehe auch unter:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/de\/helfen\/aktionen\/643-stoppt-affenqual-in-tuebingen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0066cc;\">&#8220;Stoppt Affenqual in T\u00fcbingen&#8221;<\/span><\/span><\/a> &#8211; eine Kampagne der \u00c4rzte gegen Tierversuche e.V. &#8211; mit vielen Hintergrundinformationen\n<\/li>\n<li><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/16-der-grausame-umgang-mit-den-affen-auf-mauritius\">Rettet die Affen von Mauritius<\/a><\/li>\n<li><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/21-air-france-transportiert-noch-immer-versuchsaffen\">Air France transportiert noch immer Versuchsaffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1446-bremen-umstrittene-affenversuche-vor-gericht\">Bremen: Umstrittene Affenversuche vor Gericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1318-hirnforschung-an-affen\">Hirnforschung an Affen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/1113-schweiz-tierversuche-an-affen-nicht-genehmigt\">Schweiz: Tierversuche an Affen nicht genehmigt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>17.02.2015:<br \/><\/strong>Aber wie ist es nun weitergegangen?<br \/>Das Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik hat alle Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckgewiesen, obwohl eindeutig die verdeckt gemachten Videoaufnahmen das Leid der Tiere dokumentieren.<br \/>Die verantwortliche Beh\u00f6rde &#8211; das ist das T\u00fcbinger Regierungspr\u00e4sidium, das f\u00fcr die Genehmigung und auch f\u00fcr die Kontrolle der Versuche zust\u00e4ndig ist \u2013 hat einen Bericht zur Untersuchung der Vorw\u00fcrfe angefordert. Mitte J\u00e4nner teilte dann das Regierungspr\u00e4sidium T\u00fcbingen als \u201eZwischenstand\u201c mit, dass die Affenexperimente ohne irgendwelche Auflagen fortgesetzt werden k\u00f6nnen, weil keine Verfehlungen feststellbar seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Doch Ende J\u00e4nner 2015 kam es unerwarteterweise zu einer Hausdurchsuchung des Institutes durch die T\u00fcbinger Staatsanwaltschaft. Als Ausl\u00f6ser werden mehrere nach dem stern TV-Beitrag eingegangene Strafanzeigen genannt, wonach der Verdacht des wiederholten Versto\u00dfes gegen das Tierschutzgesetz besteht. Bei der Hausdurchsuchung wurden zahlreiche Unterlagen und Aufzeichnungen sichergestellt, die nun ausgewertet werden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa 20 Anzeigen sind beim Polizeipr\u00e4sidium Reutlingen von MitarbeiterInnen des MPI eingegangen, da sie wegen den ersch\u00fctterten Bilder aus dem Versuchslabor telefonisch oder schriftlich beleidigt und bedroht worden sein sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>30.04.2015:<br \/><\/strong>Die <a href=\"http:\/\/www.mpg.de\/9209981\/Primatenforschung\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Max-Planck-Gesellschaft informierte<\/a>, dass Prof. Dr. Nikos Logothetis, t\u00e4tig in der Abteilung \u201ePhysiologie kognitiver Prozesse\u201c am Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik, \u201enach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Experimente an Primaten zuk\u00fcnftig ausschlie\u00dflich an Nagetieren forschen wird\u201c. Dies wird nach Aussage des Oberb\u00fcrgermeisters von T\u00fcbingen Boris Palme noch zwei, drei Jahre dauern. Logothetis hat seine Entscheidung selber nicht begr\u00fcndet.<br \/>Inwieweit sich Logothetis pers\u00f6nliche Entscheidung auf die Primatenforschung am MPI insgesamt auswirken wird, bleibt offen.<br \/>Die <a href=\"https:\/\/mlr.baden-wuerttemberg.de\/de\/unser-service\/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit\/pressemitteilung\/pid\/landestierschutzbeauftragte-neue-chancen-durch-ausstieg-aus-den-invasiven-experimenten-an-affen-zue\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Landesbeauftragte f\u00fcr Tierschutz, Frau Dr. Cornelie J\u00e4ger<\/a>, sieht jetzt die Chance gegeben, aus den invasiven Experimenten an Rhesusaffen \u00fcberhaupt auszusteigen. Auch stellt sie zu Recht die Unerl\u00e4sslichkeit derartiger Eingriffe in Frage: \u201eWenn ein auf seinem Gebiet so renommierter Forscher wie Nikos Logothetis die chronisch-invasiven Neurokognitionsexperimente an Rhesusaffen k\u00fcnftig f\u00fcr entbehrlich h\u00e4lt, dann stellt sich die Frage, ob nicht auch f\u00fcr andere vergleichbare Versuche die zwingende Notwendigkeit \u2013 also die Unerl\u00e4sslichkeit, so zu forschen \u2013 \u00fcberhaupt noch besteht\u201c, versucht J\u00e4ger die weiteren Auswirkungen der aktuellen Entscheidung abzusch\u00e4tzen. Die Unerl\u00e4sslichkeit eines Tierversuchs f\u00fcr die Beantwortung einer Fragestellung ist nach dem Tierschutzrecht eine der wichtigsten Genehmigungsvoraussetzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>09.08.2016:<\/strong><br \/> Wie einer Pressemitteilung von SOKO Tierschutz e.V. zu entnehmen ist, soll der Institutsleiter Prof. Dr. Nikos Logothetis &#8211; noch vor der im J\u00e4nner 2015 von der Staatsanwaltschaft angeordneten Hausdurchsuchung &#8211; die Vernichtung des gesamten Bildmaterials der Tierversuche angeordnet haben. Diesen Sachverhalt sollen Mails belegen, welche SOKO Tierschutz anonym erhalten hat. SOKO Tierschutz hat nun Anzeige gegen Logothetis erstattet und der Staatsanwaltschaft empfohlen, die beschlagnahmten Festplatten auch nach gel\u00f6schten Daten zu durchforsten.<br \/>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/110736\/3398996\">http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/110736\/3398996<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>13.12.2016:<\/strong><br \/>Das Regierungspr\u00e4sidium, das\u00a0f\u00fcr die Genehmigung von Tierversuchen in T\u00fcbingen zust\u00e4ndig ist, teilte <em>stern TV <\/em>mit (jenem Sender, welcher 2014 erstmals \u00fcber die Primatenversuche berichtet hat), dass bereits ein neuer Primatenversuch beantragt und zwei weitere verl\u00e4ngert worden seien. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\">www.stern.de<\/a> vom 13.12.2016) Dies widerspricht v\u00f6llig der am <a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/9209981\/Primatenforschung\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">30.04.2015 get\u00e4tigten Aussage der\u00a0Max-Planck-Gesellschaft<\/a>, dass Prof. Dr. Nikos Logothetis \u201enach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Experimente an Primaten zuk\u00fcnftig ausschlie\u00dflich an Nagetieren forschen wird\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>19.04.2017:<\/strong><br \/>Medienberichten zufolge (siehe etwa &#8220;T\u00fcbinger Max-Planck-Institut beendet Affenversuche&#8221; in \u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/2017-04\/tierversuche-max-planck-institut-tuebingen-affen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Zeit Online vom 19. April 2017<\/a>) hat nun das Max-Planck-Institut f\u00fcr biologische Kybernetik\u00a0endlich &#8211; wie am 30.04.2015 angek\u00fcndigt &#8211; die Affenversuche auslaufen lassen bzw. eingestellt. Es sollen sich keine Affen mehr am Institut befinden.\u00a0Die \u00d6ffentlichkeit wurde aber weder vom MPI noch von den Beh\u00f6rden davon unterrichtet, wohin die noch \u00fcberlebenden &#8211; vermutlich zehn &#8211; Affen gebracht wurden. Es wird angenommen, dass diese Tiere an andere Tierversuchseinrichtungen weitergegeben wurden.<br \/>Nun hat sich die ber\u00fchmte Primatenforscherin Dr. Jane Goodall eingeschaltet und an das MPI appelliert, die Affen umgehend in einer Auffangstation unterzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachtrag vom 21.11.2017<\/strong><br \/>Aus einer Antwort des Ministeriums f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz geht hervor, dass von den insgesamt 50 Affen, die sich laut Ministerium zwischen September 2014 und April 2017 am Institut f\u00fcr biologische Kybernetik befanden, 41 get\u00f6tet wurden und die verbleibenden lebenden neun Affen an ausl\u00e4ndische Forschungseinrichtungen vergeben worden sind. (Quelle: Augsburger Allgemeine- online,\u00a0 Panorama, 21.11.2017)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachtrag vom 20.02.2018:<\/strong><br \/>Die Staatsanwaltschaft T\u00fcbingen hat gegen drei hauptverantwortliche Mitarbeiter, den 67j\u00e4hrigen Bereichsleiter des Max-Planck-Instituts Prof. Dr. Nikos Logothetis, den 49j\u00e4hrigen Versuchsleiter und den 55j\u00e4hrigen stellvertretenden Tierhalter, einen Strafbefehl (= Geldbu\u00dfe) beantragt. <br \/>&#8220;Die M\u00e4nner sollen von 2013 bis 2015 bei drei Affen Versuche zu sp\u00e4t beendet und dadurch den Tieren l\u00e4nger andauernde Leiden zugef\u00fcgt zu haben, teilte die Beh\u00f6rde mit. Sie beantragte demnach bereits im Januar beim Amtsgericht T\u00fcbingen den Erlass von Strafbefehlen. Inzwischen haben die Beschuldigten dem Gericht zufolge Einspruch eingelegt. Sollten sie den Einspruch auch nach ihrer Akteneinsicht aufrechterhalten, komme es zu einer Gerichtsverhandlung, hie\u00df es.&#8221; (Zitat: SpiegelOnline, 20.02.2018, 13:41)<br \/>Gegen weitere Personen, die an dem Hirnforschungsprojekt beteiligt waren, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt, da diese ihrer Meinung nach nicht befugt waren, die Versuche abzubrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachtrag vom 19.12.2018:<\/strong><br \/>Da die drei angeklagten Mitarbeiter die Zahlung von Geldstrafen abgelehnt haben, h\u00e4tte nun\u00a0dieser Fall am 7. J\u00e4nner 2019 &#8211; wegen mutma\u00dflicher Tiermisshandlung bei den Affenversuchen &#8211; vor Gericht kommen sollen. Doch dieser Termin wurde, wie von SOKO\u00a0Tierschutz mitgeteilt &#8211;\u00a0v\u00f6llig \u00fcberraschend abgesagt. Als Begr\u00fcndung wird ein k\u00fcrzlich eingereichtes Gutachten angef\u00fchrt. Von wem &#8211; mit welchem Inhalt &#8211; dieses so pl\u00f6tzlich eingereicht worden ist, wurde nicht mitgeteilt, da es geheim ist.\u00a0<\/p>\n<p>Aufrufe: 164<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Die letzte aktuelle Info zu diesem Thema &#8211; vom 19.12.2018 &#8211; finden Sie am Ende des Artikels:Der f\u00fcr den\u00a07. J\u00e4nner 2019 angek\u00fcndigte Prozess gegen drei Mitarbeiter wegen mutma\u00dflicher Tiermisshandlung bei der Durchf\u00fchrung der Versuche an Affen wurde pl\u00f6tzlich wegen einem Geheimgutachten <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2018\/12\/28\/grausame-hirnforschung-an-affen-am-max-planck-institut-mpi-in-tuebingen-verdeckte-filmaufnahmen-eines-tierpflegers-dokumentieren-die-entsetzlichen-leiden-und-qualen-der-versuchstiere-fuer-fragwuerdige\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"modified_by":"ibtadmin","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/663"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=663"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":702,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/663\/revisions\/702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}