{"id":745,"date":"2017-07-16T14:32:00","date_gmt":"2017-07-16T12:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2017\/07\/16\/tierversuche-sind-gesundheitsrisiko-jedes-dritte-medikament-schadet-menschen\/"},"modified":"2017-07-16T14:32:00","modified_gmt":"2017-07-16T12:32:00","slug":"tierversuche-sind-gesundheitsrisiko-jedes-dritte-medikament-schadet-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2017\/07\/16\/tierversuche-sind-gesundheitsrisiko-jedes-dritte-medikament-schadet-menschen\/","title":{"rendered":"Tierversuche sind Gesundheitsrisiko. Jedes dritte Medikament schadet Menschen."},"content":{"rendered":"<p>32 % der neu zugelassenen Medikamente bergen Gesundheitsrisiken und m\u00fcssen mit Warnhinweisen versehen oder vom Markt genommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, in einem medizinischen Fachjournal ver\u00f6ffentlichte Studie. Die bundesweite Vereinigung \u00c4rzte gegen Tierversuche sieht darin einen weiteren Beleg, dass die noch immer auf Tierversuchen basierende Medikamententestung unkalkulierbare Gefahren f\u00fcr Menschen birgt und ein Richtungswechsel hin zu einem System, das auf Humanrelevanz mittels tierversuchsfreier Methoden setzt, dringend geboten ist.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Aus einer im Mai im Journal of the American Medical Association ver\u00f6ffentlichten Studie* geht hervor, dass 71 von 222 und damit 32 % der von der Amerikanischen Arzneimittelbeh\u00f6rde (FDA) zwischen 2001 und 2010 zugelassenen neuen Medikamente aufgrund von unerwarteten Nebenwirkungen entweder vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen wurden. Bei Anwendung am Menschen zeigten sich nach Zulassung unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen wie schwere Hautreaktionen, Lebersch\u00e4den, Krebs bis hin zur Todesfolge.<\/p>\n<p>Betrachtet wurden 183 Arzneimittel und 39 Biopharmaka, d.h. mittels Biotechnologie hergestellte Arzneistoffe, zur Behandlung von weit verbreiteten Erkrankungen wie Krebs, des Herz-Kreislauf-Systems, psychiatrischen Leiden oder Infektionen. Davon wurden f\u00fcr 71 Arzneien insgesamt 123 Sicherheitswarnungen herausgegeben. In drei F\u00e4llen kam es zu einer Marktr\u00fccknahme aufgrund von lebensbedrohlichen Risiken; bei einem Entz\u00fcndungshemmer sowie Medikamenten zur Behandlung von Schuppenflechte und einer Darmerkrankung. 61 Mal wurden Black-Box-Warnungen, bei denen im Beipackzettel vor schwerwiegenden Nebenwirkungen gewarnt wird, und 59 Mal Sicherheitswarnungen ausgesprochen. Besonders betroffen sind Biopharmaka und Medikamente zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen.<\/p>\n<p>\u201eVor der Marktzulassung eines Medikamentes werden umfangreiche Tierversuche durchgef\u00fchrt, welche jedoch keine Sicherheit f\u00fcr die potenzielle sp\u00e4tere Anwendung am Menschen bieten, da es einem Lotteriespiel gleicht, ob Mensch und Tier zuf\u00e4llig \u00e4hnlich auf eine Substanz reagieren\u201c, erl\u00e4utert Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin von \u00c4rzte gegen Tierversuche. Der Verein verweist auf j\u00fcngere Studien, die dem Tierversuch eine Versagensquote von rund 95 % attestieren. Die an Tieren f\u00fcr sicher und wirksam befundenen Arzneien wirkten in der klinischen Pr\u00fcfung, bei der sie erstmals an menschlichen Probanden getestet werden, anders, gar nicht oder f\u00fchrten zu Sch\u00e4den. Dass selbst von den 5 % der Medikamente, die eine Marktzulassung erhalten, ein Drittel schwerwiegende Sch\u00e4den beim Menschen hervorruft, sieht der Verein als weiteren Beleg, dass sich der Tierversuch nicht eignet, sichere Medikamente zu entwickeln. Zudem w\u00fcrden im Tierversuch m\u00f6glicherweise Wirkstoffe aussortiert, die f\u00fcr den Menschen n\u00fctzlich sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die \u00c4rztevereinigung warnt schon lange vor der Gefahr, Tierversuchsergebnisse auf den Menschen zu \u00fcbertragen. Bereits die klinische Pr\u00fcfung, d.h. Testung an Probanden und Kranken, die nach den Tierversuchen folgen, sei mit unvorhersehbaren Risiken f\u00fcr die Menschen behaftet, wie unter anderem der Medikamentenskandal 2016 in Frankreich zeigt. Beim Test eines Schmerzmittels kam ein Proband zu Tode und f\u00fcnf weitere trugen schwerwiegende Sch\u00e4den davon.<\/p>\n<p>Der Verein fordert im Sinne von Mensch und Tier eine medizinische Forschung, die am Menschen orientierte, tierversuchsfreie Methoden nutzt wie Computersimulationen mit Humandaten und Organchips, mit denen sich lebensecht menschliche Stoffwechselvorg\u00e4nge abbilden und Medikamententests durchf\u00fchren lassen, um zu zuverl\u00e4ssigen Ergebnissen zu gelangen.<\/p>\n<p>*Originalstudie: Downing N.S. et al.: Postmarket safety events among novel therapeutics approved by US Food and Drug Administration between 2001 and 2010. JAMA 2017: 317(18); 1854-1863 <a href=\"http:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jama\/article-abstract\/2625319\">http:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jama\/article-abstract\/2625319<\/a><\/p>\n<p>Weitere Information: <a href=\"https:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/de\/infos\/wissenschaftliche-studien\/1924-medikamenten-durchfallquote-gestiegen-95\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Medikamenten-Durchfallquote 95 %<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 119<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>32 % der neu zugelassenen Medikamente bergen Gesundheitsrisiken und m\u00fcssen mit Warnhinweisen versehen oder vom Markt genommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, in einem medizinischen Fachjournal ver\u00f6ffentlichte Studie. 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