{"id":753,"date":"2016-05-12T15:41:00","date_gmt":"2016-05-12T13:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2016\/05\/12\/medikamentenskandal-in-frankreich-tierversuche-erweisen-sich-erneut-als-fataler-irrweg\/"},"modified":"2016-05-12T15:41:00","modified_gmt":"2016-05-12T13:41:00","slug":"medikamentenskandal-in-frankreich-tierversuche-erweisen-sich-erneut-als-fataler-irrweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2016\/05\/12\/medikamentenskandal-in-frankreich-tierversuche-erweisen-sich-erneut-als-fataler-irrweg\/","title":{"rendered":"Medikamentenskandal in Frankreich: Tierversuche erweisen sich erneut als fataler Irrweg"},"content":{"rendered":"<p>Tierversuche wiegen Menschen in einer falschen Sicherheit, wie der Medikamentenskandal in Frankreich j\u00fcngst erneut beweist, ist sich die deutschlandweite Vereinigung \u00c4rzte gegen Tierversuche sicher. Sechs Testpersonen eines neuen Medikaments erlitten schwere Nebenwirkungen, ein Mensch ist bereits hirntot. Nach Aussage des Vereins wird es immer wieder solche dramatischen Ereignisse geben, solange am Tierversuch festgehalten wird.<\/p>\n<p>\u201eDer aktuelle Fall reiht sich in zahlreiche schwerwiegende Medikamentenskandale, bei denen Menschen Opfer von aufgrund von an Tieren als sicher getesteten Arzneien werden\u201c, so Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin der \u00c4rztevereinigung. \u201eDabei ist l\u00e4ngst bekannt, dass die \u00dcbertragung von Ergebnissen aus Tierversuchen auf den Menschen ein Lotteriespiel mit unvorhersehbaren Folgen ist.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4rzte gegen Tierversuche weist auf k\u00fcrzlich bekannt gewordene Studien hin, die aufzeigen, dass 95 % der in Tierversuchen f\u00fcr sicher und wirksam befundenen Arzneien beim Test an Menschen (Klinische Pr\u00fcfung) versagen. 2004 waren es gem\u00e4\u00df einer zentralen Studie der amerikanischen Arzneimittelbeh\u00f6rde FDA 92 % &#8211; die Pr\u00e4parate wirkten nicht, anders oder sch\u00e4digten den Menschen. Au\u00dferdem werden von den Medikamenten, die es auf den Markt schaffen, sp\u00e4ter 20-50% zur\u00fcckgezogen oder mit Warnhinweisen versehen.<\/p>\n<p>Beispielhaft f\u00fcr das Versagen nennt der Verein: das Gentech-Medikament TGN1412 zur Behandlung von u.a. Leuk\u00e4mie, Arthritis und Multipler Sklerose, das vor 10 Jahren f\u00fcr sechs Probanden in der Phase I-Erprobung zu bleibenden Sch\u00e4den wie Multiorganversagen und Amputationen f\u00fchrte. Vom Markt genommen werden mussten unter anderem: 2013 das Muskelrelexans Tetrazepam wegen schwerer Hautreaktionen, das Diabetesmedikament Avandia wegen erh\u00f6htem Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko 2010, das Schlankheitsmittel Acomplia wegen psychischer St\u00f6rungen und Selbstmord im Jahr 2008, das Herzmedikament Trasylol wegen Herzversagen mit Todesfolge 2007, das Schmerzmittel Vioxx aufgrund von Herzinfarkten, Schlaganf\u00e4llen und Todesf\u00e4llen 2004, der Cholesterin-Senker Lipobay wegen Muskelzerst\u00f6rung und Todesf\u00e4llen 2001.<\/p>\n<p>Der \u00c4rzteverein fordert umgehend einen Paradigmenwechsel weg vom Tierversuch, hin zu innovativen und zuverl\u00e4ssigen Testmethoden, die f\u00fcr den Menschen aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse liefern. In Biochips etwa, in denen aus menschlichen Zellen Organe simuliert werden, die in einem Stoffwechselsystem verbunden sind, zirkulieren Testsubstanzen wie durch einen echten Menschen. Computersimulationen basieren auf menschlichen Daten und die Reaktion eines Medikaments kann vorhergesagt werden. \u201eJedes Medikamentenopfer sowohl bei Menschen als auch bei Tieren ist eines zu viel\u201c, so Strittmatter.<\/p>\n<p>In dem Medikamententest an 128 gesunden Frauen und M\u00e4nnern erhielten 90 die Testsubstanz, die \u00fcbrigen ein Placebo. Sechs M\u00e4nner im Alter von 28 bis 49 Jahren, die das Medikament erhielten, mussten wegen schwerwiegender Nebenwirkungen in ein Krankenhaus eingewiesen werden, einer ist hirntot und drei weitere erleiden neurologische Beschwerden und tragen voraussichtlich lebensl\u00e4ngliche Sch\u00e4den davon. Zuvor wurde das Medikament nach Aussage des franz\u00f6sischen Gesundheitsministeriums in unterschiedlichen Dosierungen an verschiedenen Tierarten, darunter Affen, getestet. Ob es sich bei den Affen tats\u00e4chlich, wie offiziell angegeben, um Schimpansen handelt, ist nach Einsch\u00e4tzung der \u00c4rztevereinigung fraglich, da die Tests in der Regel an Makakenaffen erfolgen. Auch werden in Europa seit 2004 keine Versuche an Schimpansen mehr durchgef\u00fchrt, einige EU-L\u00e4nder haben ihren Einsatz gar verboten.<\/p>\n<p>Nach Angaben des franz\u00f6sischen Gesundheitsministeriums wurde dieses Medikament im Rahmen der Phase I im Auftrag des privaten Auftragslabors BIOTRIAL in Rennes (Drug Evaluation and Pharmacology Research) vom portugiesischen Hersteller BIAL entwickelt. Dieser Quelle zufolge soll es sich um ein Schmerzmittel handeln, das an dem k\u00f6rpereigenen Cannabinoid-System ansetzt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1745-2015-09-17-10-24-32\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Medikamenten-Durchfallquote gestiegen: 95 %. Das Versagen des Tierversuchs ist heute noch gr\u00f6\u00dfer als vor 10 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/de\/infos\/humanmedizin\/150-liste-von-risikomedikamenten\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Infos und Liste Risikomedikamente<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Aufrufe: 110<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierversuche wiegen Menschen in einer falschen Sicherheit, wie der Medikamentenskandal in Frankreich j\u00fcngst erneut beweist, ist sich die deutschlandweite Vereinigung \u00c4rzte gegen Tierversuche sicher. 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