{"id":754,"date":"2016-05-12T15:40:00","date_gmt":"2016-05-12T13:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2016\/05\/12\/2015-09-17-10-24-32\/"},"modified":"2016-05-12T15:40:00","modified_gmt":"2016-05-12T13:40:00","slug":"2015-09-17-10-24-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2016\/05\/12\/2015-09-17-10-24-32\/","title":{"rendered":"Medikamenten-Durchfallquote gestiegen: 95 %. Das Versagen des Tierversuchs ist heute noch gr\u00f6\u00dfer als vor 10 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Tierversuche dienen angeblich dazu, unsere Medikamente wirksam und sicher zu machen \u2013 so zumindest die g\u00e4ngige Rechtfertigung. Tats\u00e4chlich fallen 95% der im Tierversuch f\u00fcr sicher und wirksam befundenen Arzneien durch, wenn sie am Menschen getestet werden. Nach den Tierversuchen, die sich \u00fcblicherweise \u00fcber viele Jahre erstrecken, erfolgen die so genannten klinischen Studien am Menschen. Hier zeigt sich, dass beim Menschen nicht funktioniert, was bei Maus, Ratte und Co.\u00a0 erfolgreich\u201c war.<br \/>Aktuelle Publikationen* belegen, dass der Tierversuch in der \u00dcbertragung auf den Menschen heute sogar noch st\u00e4rker versagt als vor 10 Jahren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>&#8211; Eine Studie aus 2014 zeigt, dass von 4.451 Medikamenten, die zwischen 2003 und 2011 von 835 Firmen entwickelt wurden, nur 7,5 % auf den Markt kamen. D.h. 92,5 % kamen nicht durch die klinische Pr\u00fcfung am Menschen. Als besonders schlecht erwiesen sich Medikamente zur Behandlung von Krebs, Herzleiden und psychischen Erkrankungen. (1)<\/p>\n<p>&#8211; Eine Auswertung aus 2012 von zwischen 2006 und 2008 gesammelten Daten von 14 Arzneimittelherstellern offenbart sogar ein Versagen des Tierversuchs von 95 %. (2)<\/p>\n<p>&#8211; Eine weitere Auswertung aus 2012, die Daten von 13 gro\u00dfen Arzneimittelherstellern aus den Jahren 2007 bis 2011 unter die Lupe nimmt, kommt ebenfalls zu einer Durchfallquote von 95 %. (3)<\/p>\n<p>Damit wird eine zentrale Studie aus dem Jahr 2004 von der amerikanischen Arzneimittelbeh\u00f6rde (FDA), die per se keine Tierschutzinteressen vertritt, nicht nur best\u00e4tigt, sondern die Fakten alarmieren noch st\u00e4rker hinsichtlich des Versagens des Tierversuchs. So kam die FDA bereits 2004 zu dem Ergebnis, dass 92 % aller im Tierversuch erfolgreich getesteten Wirkstoffkandidaten nicht durch die klinische Studie, in der diese erstmals am Menschen erprobt werden, kommen. Sie wirken gar nicht, anders und richten sogar h\u00e4ufig Schaden an. (4)<\/p>\n<p>Dass trotz zunehmender tierexperimenteller Forschung sich noch mehr Substanzen als Niete erweisen, zeigt, dass auch noch so viele Tierversuche unsere Medikamente nicht sicher und wirksam machen. Im Gegenteil: Unsere \u00c4rztevereinigung warnt schon lange vor der mangelhaften \u00dcbertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen. Denn zahlreiche weitere wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass der Tierversuch ein reines Gl\u00fcckspiel und damit ein unkalkulierbares Risiko f\u00fcr Patienten ist \u2013 oft mit schwerwiegenden oder gar t\u00f6dlichen Folgen.<\/p>\n<p>Die Durchfallrate bei neuen Wirkstoffen f\u00fcr sich genommen ist schon h\u00f6chst alarmierend. Zus\u00e4tzlich ber\u00fccksichtigen muss man, dass zwischen 20 und 50 % der Medikamente, die es auf den Markt schaffen, wieder zur\u00fcckgerufen oder mit Warnhinweisen versehen werden m\u00fcssen, da sie beim Menschen Nebenwirkungen hervorrufen, die im Tierversuch nicht erkannt wurden. (5, 6) Und ganz zu schweigen von den potentiell n\u00fctzlichen Medikamenten, die dem Patienten vorenthalten bleiben, weil sie f\u00e4lschlicherweise im Tierversuch aussortiert wurden. Unser \u00c4rzteverein sieht daher die Notwendigkeit des Ausstiegs aus dem Tierversuch im Sinne einer effektiven und sicheren Medizin sowie aus ethischen Gr\u00fcnden erneut f\u00fcr dringend geboten.<\/p>\n<p>*Basierend auf einer Zusammenstellung unserer britischen Partnerorganisation Cruelty Free International (CFI).<\/p>\n<p>Quellen: <br \/>(1) Clinical development success rates for investigational drugs. (2014). Nature Biotechnology 2014 (32): 1; 40-51. <br \/>(2) Arrowsmith, J.: A decade of change. Nature Reviews Drug Discovery 2012: (11); 17-18. <br \/>(3) Pressemitteilung KMR Group Inc.: Annual R&#038;D General Metrics Study Highlights New Success Rate and Cycle Time Data CHICAGO, Illinois, 8. August 2012 <br \/>(4) U.S. Food and Drug Administration Report: Innovation or Stagnation &#8211; Challenge and Opportunity on the Critical Path to New Medical Products, 2004 <br \/>(5) Lexchin J.: New Drugs and Safety: What Happened to New Active Substances Approved in Canada Between 1995 and 2010? Arch Intern Med. 2012: 172(21); 1680-1681<br \/>(6) U.S. General Accounting Office. FDA Drug Review: Postapproval Risks 1976-1985. Publication GAO\/PEMD-90-15, Washington, D.C., 1990<\/p>\n<p>Aufrufe: 115<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierversuche dienen angeblich dazu, unsere Medikamente wirksam und sicher zu machen \u2013 so zumindest die g\u00e4ngige Rechtfertigung. Tats\u00e4chlich fallen 95% der im Tierversuch f\u00fcr sicher und wirksam befundenen Arzneien durch, wenn sie am Menschen getestet werden. 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