{"id":765,"date":"2013-11-25T14:47:00","date_gmt":"2013-11-25T13:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2013\/11\/25\/europaeisches-patentamt-erklaert-schimpansen-zu-erfindungen\/"},"modified":"2013-11-25T14:47:00","modified_gmt":"2013-11-25T13:47:00","slug":"europaeisches-patentamt-erklaert-schimpansen-zu-erfindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2013\/11\/25\/europaeisches-patentamt-erklaert-schimpansen-zu-erfindungen\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4isches Patentamt erkl\u00e4rt Schimpansen zu Erfindungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/images\/stories\/tierversuche\/Fotos\/schimp.jpg\" border=\"0\" width=\"200\" height=\"244\" style=\"float: left; border: 1px solid black; margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 10px; margin-right: 10px;\" \/><\/p>\n<\/p>\n<p>Das Europ\u00e4ische Patentamt hat im Jahr 2012 drei Patente auf gentechnisch ver\u00e4nderte Schimpansen erteilt. Dies geht aus einer aktuellen Recherche der Initiative \u201eKein Patent auf Leben!\u201c hervor. Die Tiere sollen f\u00fcr die Pharmaforschung genutzt werden. Ein B\u00fcndnis von mehreren Organisationen bereitet jetzt Einspr\u00fcche gegen die Patente vor. Ziel der Initiative ist nicht nur der Widerruf, sondern ein grunds\u00e4tzliches Verbot derartiger Patente. Die Tr\u00e4ger der Initiative f\u00fcrchten, dass durch kommerzielle Anreize immer mehr Tierversuche auch mit Schimpansen durchgef\u00fchrt werden. Sie fordern mehr Respekt im Umgang mit Tieren.<\/p>\n<p>\u201eDie jetzt erteilten Patente auf Menschenaffen weisen auf eine krasse Fehlentwicklung hin. Das<br \/>Europ\u00e4ische Patentamt muss insbesondere zum Schutz von S\u00e4ugetieren aktiv werden und die<br \/>Patentierung von gentechnisch ver\u00e4nderten Versuchstieren einstellen\u201c, fordert Ruth Tippe von Kein<br \/>Patent auf Leben! \u201eDie Tierversuche gerade im Bereich der Gentechnik nehmen in den letzten<br \/>Jahren stark zu, und das Patentamt schafft hier noch zus\u00e4tzliche kommerzielle Anreize.\u201c<\/p>\n<p>2012 wurden zwei Patente f\u00fcr die US-Firma Intrexon erteilt (EP1456346 und EP1572862). Sie ist<br \/>im Bereich der Synthetischen Biologie t\u00e4tig und beansprucht ausdr\u00fccklich Tiere wie M\u00e4use, Ratten,<br \/>Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe, Affen und insbesondere<br \/>Schimpansen als Erfindung. Unter Einsatz von Insekten-DNA soll sich die Aktivit\u00e4t der Gene dieser<br \/>Tiere angeblich gezielt ver\u00e4ndern lassen.<\/p>\n<p>Die US-Firma Altor BioScience erhielt ein Patent auf Schimpansen, deren Immunsystem<br \/>\u201ehumanisiert\u201c wurde (EP1409646). Sie kooperiert mit der Firma Genentech (Teil von Hofmann-La<br \/>Roche). Entwickelt werden unter anderem Medikamente mit Antik\u00f6rpern, die dann auch an<br \/>Menschenaffen getestet werden.<\/p>\n<p>\u201eDerartige Patente unterlaufen die Bem\u00fchungen f\u00fcr einen besseren Schutz von Menschenaffen. Es<br \/>gibt gute Gr\u00fcnde, Tierversuche mit Schimpansen komplett zu verbieten\u201c, sagt Christoph Then von<br \/>Testbiotech. \u201eWer aber Menschenaffen zu patentierbaren Erfindung macht, scheint jeden Respekt<br \/>vor den Tieren verloren zu haben.\u201c<\/p>\n<p>Insgesamt hat das Patentamt bereits etwa 1200 Patente auf Tiere erteilt. Der Pr\u00e4zedenzfall wurde<br \/>1992 mit der sogenannten \u201eKrebsmaus\u201c geschaffen. Auch auf Menschenaffen gibt es schon<br \/>zahlreiche Patente. 2006 wurde beispielsweise eines auf Affen mit Krebsgenen erteilt<br \/>(EP0811061).Erst nach Einspruch von Greenpeace verzichtete der Patentinhaber auf die strittigen<br \/>Anspr\u00fcche. 2010 erhielt die Firma Bionomics ein Patent auf gentechnisch ver\u00e4nderte Affen, die an<br \/>Epilepsie leiden (EP1852505).<\/p>\n<p>Versuche an Primaten und Menschenaffen unterliegen international, insbesondere auch in der EU,<br \/>strengen Restriktionen. Genetische \u00c4hnlichkeit, das nachgewiesene Selbstbewusstsein und die<br \/>F\u00e4higkeit zu planen und zu f\u00fchlen veranlassen Wissenschaftler und Tierrechtler, sich f\u00fcr gesetzlich<br \/>anerkannte Grundrechte f\u00fcr die Gro\u00dfen Menschenaffen einzusetzen. Das internationale &#8220;Great Ape<br \/>Project&#8221; fordert sogar das gesetzlich verankerte Recht auf Leben, Freiheit und k\u00f6rperliche wie<br \/>psychische Unversehrtheit. Einige EU-L\u00e4nder haben Tierversuche an Menschenaffen bereits<br \/>verboten. Durch Patente auf Menschenaffen und andere gentechnisch ver\u00e4nderte S\u00e4ugetiere kann<br \/>aber ein Vermarktungsdruck entstehen, der dazu f\u00fchrt, dass Regelungsl\u00fccken gezielt genutzt<br \/>werden. Vor diesem Hintergrund werden das Gen-ethische Netzwerk, die Gesellschaft f\u00fcr<br \/>\u00f6kologische Forschung, Kein Patent auf Leben! und Testbiotech Einspr\u00fcche gegen diese Patente<br \/>vorbereiten und weitere Unterst\u00fctzer mobilisieren.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragen:<br \/><\/strong>Dr. Ruth Tippe, <a href=\"http:\/\/www.keinpatent.de\/\">Kein Patent auf Leben<\/a>, Tel 01731543409, <a href=\"mailto:rtippe@keinpatent.de\">rtippe@keinpatent.de<\/a><br \/>Dr. Christoph Then, <a href=\"http:\/\/www.testbiotech.org\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Testbiotech<\/a>, Tel 015154638040, <a href=\"mailto:info@testbiotech.org\">info@testbiotech.org<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 78<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Europ\u00e4ische Patentamt hat im Jahr 2012 drei Patente auf gentechnisch ver\u00e4nderte Schimpansen erteilt. Dies geht aus einer aktuellen Recherche der Initiative \u201eKein Patent auf Leben!\u201c hervor. 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