{"id":769,"date":"2013-06-12T12:39:00","date_gmt":"2013-06-12T10:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2013\/06\/12\/riesige-unterschiede-zwischen-mensch-und-maus\/"},"modified":"2013-06-12T12:39:00","modified_gmt":"2013-06-12T10:39:00","slug":"riesige-unterschiede-zwischen-mensch-und-maus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2013\/06\/12\/riesige-unterschiede-zwischen-mensch-und-maus\/","title":{"rendered":"Riesige Unterschiede zwischen Mensch und Maus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Amerikanische Experten stellen Tierversuche in Frage<\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4use und Menschen reagieren auf Entz\u00fcndungsprozesse und andere Verletzungen v\u00f6llig unterschiedlich. Die medizinische Forschung solle daher ihren Schwerpunkt mehr auf die komplexen menschlichen Krankheiten legen, anstatt sich auf Tierversuche zu verlassen, ist das Fazit eines gerade erschienenen Fachartikels amerikanischer Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten werden so genannte \u00bbMausmodelle\u00ab in der biomedizinischen Forschung und Medikamentenentwicklung verwendet. Doch bei klinischen Studien, d.h, wenn die Wirkstoffkandidaten am Menschen getestet werden, erweisen sie sich fast immer als Fehlschlag. So haben 150 Substanzen, die sich im Tierversuch bei der Behandlung von schweren Entz\u00fcndungen als wirksam erwiesen haben, allesamt beim Menschen versagt. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten nun die Gr\u00fcnde f\u00fcr die schlechte \u00dcbertragungsquote.<\/p>\n<p>In einer im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienenen Studie verglichen die 39 Autoren von 20 US-amerikanischen und kanadischen Forschungsinstituten Genver\u00e4nderungen von M\u00e4usen und Menschen bei verschiedenen Verletzungen. Bei 167 Patienten mit einem stumpfen Trauma, 244 Patienten mit Verbrennungen von \u00fcber 25% sowie acht Freiwilligen, die sich eine geringe Dosis Bakteriengift injizieren lie\u00dfen, wurden Blutproben \u2013 bei den Verbrennungsopfern bis zu einem Jahr lang &#8211; analysiert. Die Genver\u00e4nderungen der Blutzellen wurden mit denen von 35 gesunden Personen verglichen. Obwohl die Patienten eine gro\u00dfe Bandbreite bez\u00fcglich Alter, Geschlecht, Schweregrad der Verletzung und Behandlung aufwiesen, stimmten die Genaktivit\u00e4ten weitgehend \u00fcberein.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4usen mit vergleichbaren Verletzungen waren gr\u00f6\u00dftenteils ganz andere Gene betroffen. Auch die Zeitdauer war eine andere. So kam es beim Menschen zun\u00e4chst zu einem \u00bbGen-Sturm\u00ab mit \u00fcberschie\u00dfenden Reaktionen und anschlie\u00dfenden Genver\u00e4nderungen, die bis zu einem halben Jahr lang anhielten. Bei den M\u00e4usen hingegen war alles nach ein paar Stunden oder Tagen vor\u00fcber.<\/p>\n<p>Menschen reagieren auf Entz\u00fcndungen offensichtlich viel st\u00e4rker als M\u00e4use, was die Autoren mit der evolution\u00e4ren Entwicklung begr\u00fcnden. Nager k\u00f6nnen verdorbene Lebensmittel zu sich nehmen, von denen Menschen krank werden w\u00fcrden. Die Dosis Bakterien, die ausreicht, bei einem Menschen einen Blutvergiftungsschock auszul\u00f6sen ist eine Million Mal geringer als die t\u00f6dliche Dosis bei M\u00e4usen.<\/p>\n<p>\u00bbWir sind \u00fcberrascht, dass die Ergebnisse von Menschen und M\u00e4usen so schlecht \u00fcbereinstimmen\u00ab, hei\u00dft es in dem Artikel. Die Autoren nahmen daraufhin noch Daten aus der Literatur unter die Lupe und fanden auch bei akuter Lungenentz\u00fcndung, Infektionen und Strahlenkrankheit gravierende Unterschiede zwischen Maus und Mensch. \u00bbOffensichtlich sind kranke Patienten sehr viel komplexer als Modellsysteme\u00ab, folgern die Wissenschaftler. \u00bbDie vorherrschende Annahme, molekulare Ergebnisse aus Mausmodellen k\u00f6nnen auf den Menschen direkt \u00fcbertragen werden, wird durch unsere Studie in Frage gestellt.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr die bundesweite Vereinigung <a href=\"http:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00c4rzte gegen Tierversuche<\/a> sind die Erkenntnisse nicht neu. \u00bbWir prangern seit Jahrzehnten die mangelnde \u00dcbertragbarkeit von Tierversuche an\u00ab, so Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende des Vereins. \u00bbObwohl es bereits etliche Studien gibt, die den zweifelhaften Nutzen von Tierversuchen belegen, macht die tierexperimentelle Forschung weiter wie bisher.\u00ab Der \u00c4rzteverein fordert, endlich die Konsequenzen zu ziehen, die Sackgasse Tierversuch zu verlassen und auf eine effektive, am Menschen orientierte Forschung umzuschwenken.<\/p>\n<p>Quelle: Seok J. et al.: Genomic responses in mouse models poorly mimic human inflammatory diseases. PNAS 2013, February 11, doi: 10.1073\/pnas.1222878110<\/p>\n<p>Aufrufe: 80<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerikanische Experten stellen Tierversuche in Frage M\u00e4use und Menschen reagieren auf Entz\u00fcndungsprozesse und andere Verletzungen v\u00f6llig unterschiedlich. 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