{"id":775,"date":"2012-08-02T14:34:00","date_gmt":"2012-08-02T12:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/08\/02\/deutschland-29-millionen-forschungsopfer\/"},"modified":"2012-08-02T14:34:00","modified_gmt":"2012-08-02T12:34:00","slug":"deutschland-29-millionen-forschungsopfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/08\/02\/deutschland-29-millionen-forschungsopfer\/","title":{"rendered":"Deutschland: 2,9 Millionen Forschungsopfer. Tierversuche nehmen weiter zu"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2010 starben rund 2,9 Millionen Wirbeltiere in deutschen Labors, 70.000 mehr als im Jahr zuvor. Der bundesweite Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche zeigt sich entsetzt \u00fcber die aktuell ver\u00f6ffentlichte Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Der \u00c4rzteverein fordert von der Politik die Rei\u00dfleine zu ziehen und endlich die tierversuchsfreie Forschung zu st\u00e4rken. Das w\u00fcrde nicht nur Tieren unn\u00f6tiges Leid ersparen, sondern ist beste Voraussetzung f\u00fcr eine sinnvolle Medizin f\u00fcr Menschen.<\/p>\n<p>\u00bbSeit 1996 nimmt in Deutschland die Zahl der im Namen der Wissenschaft geopferten Tiere massiv zu, obwohl die Politik gebetsm\u00fchlenartig zusichert, Tierversuche zumindest reduzieren zu wollen\u00ab, kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz von der \u00c4rztevereinigung. Von den 2.856.316 Tieren insgesamt, waren rund zwei Millionen M\u00e4use, etwa 442.000 Ratten, 166.000 Fische, 89.000 Kaninchen, 27.000 Meerschweinchen, 3.004 Hunde, 2.789 Affen, 805 Katzen sowie Tiere zahlreicher anderer Arten.<\/p>\n<p>\u00bbBesonders bei den M\u00e4usen ist seit Jahren eine dramatische Zunahme zu beobachten\u00ab, erkl\u00e4rt Bitz. So wurden 2010 fast 90.000 M\u00e4use mehr verwendet als 2009. Dies ist vor allem auf die Gentechnik zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Anteil genmanipulierter Tiere, denen beispielsweise artfremde Gene eingeschleust werden, hat sich um 19 % auf 722.793 erh\u00f6ht. Hinzu kommen die \u201aAusschuss\u2019tiere in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von bis zu 99 %, die nicht die gew\u00fcnschten gentechnischen Defekte aufweisen und get\u00f6tet werden, ohne in der offiziellen Statistik erfasst zu werden.<\/p>\n<p>Besonders alarmierend ist nach Ansicht der \u00c4rzte gegen Tierversuche auch der Anstieg bei den Affen. Im Jahr 2010 mussten fast 500 Affen mehr in Tierversuchen leiden als im Vorjahr.<\/p>\n<p>\u00bb35 % der geopferten Tiere gehen auf das Konto der zweckfreien Grundlagenforschung. Aus reiner Forscherneugier oder unter dem Vorwand, Fortschritte in der Medizin zu erlangen, werden Tiere vergiftet, mit Krankheitserregern infiziert oder ihnen werden Elektroden in das Gehirn gesteckt oder fremde Gene in das Erbgut eingeschleust\u00ab, erl\u00e4utert Bitz den allt\u00e4glichen Laboralltag f\u00fcr Millionen Tiere.<\/p>\n<p>\u00bbEinen Nutzen aus Tierversuchen gibt es nicht, im Gegenteil, sie sind nicht nur grausam, sondern f\u00fcr den Menschen gef\u00e4hrlich\u00ab, meint Bitz und verweist auf die j\u00e4hrlich \u00fcber 58.000 Arzneimitteltoten allein in Deutschland, die durch Einnahme von tiergetesteten und f\u00fcr sicher befundenen Medikamenten schwere Sch\u00e4den erleiden oder sterben. Das ist nicht nur Tieren gegen\u00fcber verantwortungslos, sondern auch kranken Menschen, denen falsche Hoffungen gemacht werden, kritisiert der \u00c4rzteverein.<\/p>\n<p>Dass die Simulation menschlicher Krankheiten am Tier hinsichtlich der \u00dcbertragbarkeit auf den Menschen von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist, liegt nach Ansicht der \u00c4rztevereinigung in der Natur der Sache: Tiere und Menschen unterscheiden sich in K\u00f6rperbau, Organfunktionen und Stoffwechsel wesentlich voneinander, folglich kann ein und dieselbe Substanz zu v\u00f6llig unterschiedlichen Reaktionen f\u00fchren. Aspirin beispielsweise sch\u00e4digt bei Hunden, Katzen, Affen, Ratten und M\u00e4usen den Embryo, nicht aber beim Menschen. Umgekehrt waren extrem embryotoxisch wirkende Substanzen, wie das Schlafmittel Thalidomid (Contergan), im Routine-Tierversuch v\u00f6llig unauff\u00e4llig. Penicillin ist gut vertr\u00e4glich f\u00fcr Menschen, aber sch\u00e4dlich f\u00fcr Meerschweinchen und Arsen f\u00fchrt beim Menschen zum Tod, bei Schafen nicht.<\/p>\n<p>Die \u00c4rzte gegen Tierversuche sehen in der erneut gestiegenen Zahl der in der Forschung verbrauchten Tiere bei gleichzeitig zunehmenden Krankheiten und immer wieder bekannt werdenden Arzneimittelkatastrophen das Versagen des Systems Tierversuch best\u00e4tigt. Der Verein fordert umgehend auf diesem unethischen und wissenschaftlich falschen Weg zu wenden und sich konsequent den modernen Forschungsm\u00f6glichkeiten ohne Tierversuche zu widmen.<\/p>\n<p>Weitere Information: <a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/SharedDocs\/Standardartikel\/Landwirtschaft\/Tier\/Tierschutz\/Versuchstierzahlen2010.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchszahlen des BMELV<\/a> >><\/p>\n<p>Aufrufe: 66<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2010 starben rund 2,9 Millionen Wirbeltiere in deutschen Labors, 70.000 mehr als im Jahr zuvor. Der bundesweite Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche zeigt sich entsetzt \u00fcber die aktuell ver\u00f6ffentlichte Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). 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