{"id":776,"date":"2012-08-02T14:34:00","date_gmt":"2012-08-02T12:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/08\/02\/im-tierversuch-wirksam-beim-menschen-nutzlos-medikament-xigris-vom-markt-genommen\/"},"modified":"2012-08-02T14:34:00","modified_gmt":"2012-08-02T12:34:00","slug":"im-tierversuch-wirksam-beim-menschen-nutzlos-medikament-xigris-vom-markt-genommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/08\/02\/im-tierversuch-wirksam-beim-menschen-nutzlos-medikament-xigris-vom-markt-genommen\/","title":{"rendered":"Im Tierversuch wirksam, beim Menschen nutzlos &#8211; Medikament Xigris vom Markt genommen"},"content":{"rendered":"<p>Die Pharmafirma Lilly nahm Ende Oktober 2011 Drotrecogin Alfa, ein Mittel gegen Blutvergiftung, weltweit vom Markt. Zehn Jahre nach der Zulassung hat eine Patientenstudie ergeben, dass das unter dem Handelname Xigris vertriebene Medikament nicht wirkt. Laut dem bundesweiten Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche sind Tierversuche der Hauptgrund daf\u00fcr, dass nutzlose Medikamente produziert werden.<\/p>\n<p>Schon bei der Zulassung im Jahr 2002 war der Wirkstoff Drotrecogin Alfa umstritten, da keine umfassenden Daten f\u00fcr die Wirksamkeit vorlagen. Nach Markteinf\u00fchrung durchgef\u00fchrte klinische Studien ergaben sogar ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Blutungen als schwerwiegende unerw\u00fcnschte Nebenwirkung. Trotzdem blieb die in der Intensivmedizin bei schwerstkranken Menschen eingesetzte Substanz auf dem Markt. Nach Abschluss einer weiteren Patientenstudie, der zufolge Patienten mit septischem Schock unter Xigris nicht l\u00e4nger \u00fcberleben als mit Plazebo, nahm jetzt der Hersteller Lilly das Mittel freiwillig weltweit vom Markt.<\/p>\n<p>\u00bb<em>In der Sepsisforschung werden entsetzlich grausame Tierversuche durchgef\u00fchrt<\/em>\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende von \u00c4rzte gegen Tierversuche. Um eine Blutvergiftung k\u00fcnstlich zu erzeugen, werden bei M\u00e4usen L\u00f6cher in den Darm gestochen, so dass Darminhalt in die Bauchh\u00f6hle gelangt und so eine Bauchfellentz\u00fcndung mit Blutvergiftung hervorgerufen wird. Bei Schweinen werden Bakterien in die Blutbahn injiziert. \u00bb<em>Die Tiere erleiden schreckliche Qualen und sterben nach tagelangem Siechtum an Organversagen<\/em>\u00ab, berichtet Tier\u00e4rztin Gericke. \u00bb<em>Diese Tierversuche sind nicht nur extrem grausam, sondern f\u00fcr die Medizin auch vollkommen nutzlos. Komplexe menschliche Krankheiten werden dabei auf einzelne Symptome reduziert und in sogenannten &#8220;Tiermodellen&#8221; nachgeahmt, die jedoch nichts mit der Realit\u00e4t zu tun haben.<\/em>\u00ab Sepsis kann beim Menschen beispielsweise durch eine eitrige Wunde, einen Unfall oder eine Lungenentz\u00fcndung entstehen, wenn krankmachende Bakterien in die Blutbahn gelangen. Sofern durch die Blutvergiftung lebenswichtige Organe versagen, kommt es zum septischen Schock.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der \u00c4rztevereinigung sind Ergebnisse aus solchen Tierversuchen nicht auf die klinische Situation in der Humanmedizin \u00fcbertragbar. Der amerikanischen Gesundheitsbeh\u00f6rde FDA zufolge werden 92 % der im Tierversuch f\u00fcr sicher und wirksam befundenen neuen Substanzen nicht zugelassen. Denn in den anschlie\u00dfenden klinischen Phasen, in denen die Arzneien erstmals am Menschen erprobt werden, stellt sich heraus, dass sie entweder nicht wirken oder schwerwiegende Nebenwirkungen haben. \u00bb<em>Tierversuche sind nicht geeignet, um wirksame und sichere Arzneimittel zu entwickeln. Vielmehr gleicht es einem Gl\u00fccksspiel, bei Mensch und Tier auf eine \u00e4hnliche Wirkweise zu spekulieren &#8211; das hat mit sinnvoller Wissenschaft nichts zu tun<\/em>\u00ab, res\u00fcmiert Tier\u00e4rztin Gericke.<\/p>\n<p>Xigris hat es trotz seiner nicht erwiesenen Wirkung auf den Markt geschafft. Ein Behandlungszyklus kostet 10.000 \u20ac. \u00bb<em>Die Pharmaindustrie setzt alles daran, auch unwirksame und gef\u00e4hrliche Medikamente m\u00f6glichst lange zu verkaufen. Profit ist ihr wichtiger als das Wohl kranker Menschen<\/em>\u00ab, ist sich die Tier\u00e4rztin sicher.<\/p>\n<p>Die \u00c4rztevereinigung h\u00e4lt den Einsatz von menschlichen Zellkultursystemen und anderen tierversuchsfreien Forschungsmethoden aus ethischen und wissenschaftlichen Gr\u00fcnden f\u00fcr geboten. \u201e<em>So lassen sich sinnvolle, f\u00fcr den Menschen relevante Ergebnisse erzielen<\/em>\u00ab, erkl\u00e4rt Gericke abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Quelle: arznei-telegramm 2011, 42 (11), 100<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.aerzte-gegen-tierversuche.de\/projekte\/stellungnahme\/689-tierversuche-am-helmholtz-zentrum-fuer-infektionsforschung\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Sepsisforschung am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung in Braunschweig<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 73<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pharmafirma Lilly nahm Ende Oktober 2011 Drotrecogin Alfa, ein Mittel gegen Blutvergiftung, weltweit vom Markt. Zehn Jahre nach der Zulassung hat eine Patientenstudie ergeben, dass das unter dem Handelname Xigris vertriebene Medikament nicht wirkt. Laut dem bundesweiten Verein \u00c4rzte gegen Tierversuche <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/08\/02\/im-tierversuch-wirksam-beim-menschen-nutzlos-medikament-xigris-vom-markt-genommen\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[38,39],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/776"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=776"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/776\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}