{"id":798,"date":"2009-09-21T13:37:00","date_gmt":"2009-09-21T11:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2009\/09\/21\/terreich-tierversuche-abermals-gestiegen-eine-schande-fissenschaft-und-politik\/"},"modified":"2009-09-21T13:37:00","modified_gmt":"2009-09-21T11:37:00","slug":"terreich-tierversuche-abermals-gestiegen-eine-schande-fissenschaft-und-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2009\/09\/21\/terreich-tierversuche-abermals-gestiegen-eine-schande-fissenschaft-und-politik\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Tierversuche abermals gestiegen &#8211; eine Schande f\u00fcr Wissenschaft und Politik"},"content":{"rendered":"<p>Wie der Ende Juni im \u201eAmtsblatt der Wiener Zeitung\u201c ver\u00f6ffentlichten Tierversuchsstatistik 2008 zu entnehmen ist, wurden in \u00d6sterreich im Vorjahr an 220.456 lebenden Wirbeltieren und an 247 erneut verwendeten Tieren qualvolle Experimente und Tests durchgef\u00fchrt. Dies stellt gegen\u00fcber dem Vorjahr eine Steigerung von \u00fcber 11% und gegen\u00fcber dem Jahr 1999, seit dem die Tierversuche in \u00d6sterreich wieder kontinuierlich ansteigen, eine Zunahme von fast 70% dar.<\/p>\n<p>\u201eDiese Zahlen sind eine Schande f\u00fcr die Politik, die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden und die tiergest\u00fctzte Wissenschaft, deren Beteuerungen der \u00d6ffentlichkeit weis machen wollen, gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Anstrengungen zu unternehmen, um die Tierversuche zu reduzieren\u201c, sagt Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des \u201eInternationalen Bundes der Tierversuchsgegner\u201c (IBT), angesichts des erneuten Anstiegs der Tierversuche, der dem Auftrag des Tierversuchsgesetzes, wonach Tierversuche zu verringern sind, seit bald einem Jahrzehnt v\u00f6llig zuwiderl\u00e4uft.<\/p>\n<p><strong>Tats\u00e4chliche Anzahl um Vielfaches h\u00f6her<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist die Situation der Versuchstiere\u00a0in \u00d6sterreich noch weit schlimmer als die offizielle Statistik darlegt. Denn die Zahlen der Tierversuchsstatistik entsprechen nicht der tats\u00e4chlichen Anzahl der Tiere, die in den Labors umkommen.<br \/>Dies deshalb, weil gem\u00e4\u00df der gesetzlichen Definition nur jene Wirbeltiere als Versuchstiere gelten und z\u00e4hlen, an denen lebend die Experimente durchgef\u00fchrt werden und von denen der Experimentator annimmt, dass sie f\u00fcr die Tiere mit gro\u00dfen Qualen, Schmerzen und Leiden verbunden sind.<br \/>Eingriffe an lebenden Wirbellosen, an eigens get\u00f6teten Wirbellosen, an eigens etwa f\u00fcr Gewebeentnahmen get\u00f6teten Wirbeltieren und an lebenden Wirbeltieren, von denen der Experimentator meint, dass sie f\u00fcr die Tiere nicht mit gro\u00dfen Leiden und Schmerzen verbunden sind, gelten \u00fcberhaupt nicht als Tierversuche: Sie m\u00fcssen weder gemeldet noch genehmigt, geschweige denn statistisch erfasst werden.<\/p>\n<p><strong>Trauriger Rekord an M\u00e4usen<\/strong><\/p>\n<p>Einen traurigen Rekord bei den verbrauchten Tierarten h\u00e4lt nach wie vor die Maus. Im Jahr 2008 wurden an 177.544 und an 61 erneut verwendeten lebenden M\u00e4usen, um \u00fcber 19.000 mehr, Experimente durchgef\u00fchrt. An zweiter Stelle rangieren die Kaninchen mit 18.761, gefolgt von den Ratten mit 9.928 und 20 erneut verwendeten, wobei es bei diesen beiden Tierarten einen leichten R\u00fcckgang zu verzeichnen gibt.<br \/>Der gr\u00f6\u00dfte Zuwachs, fast 350 %, ist bei Hamstern und bei Schweinen mit einem Plus von \u00fcber 300 % auszumachen. Als neue Tierart f\u00fcr Versuche scheint der Marder auf. Auch an Wachteln wurden wieder Experimente durchgef\u00fchrt. Nach wie vor wurden Meerschweinchen, Fische, Rinder, Amphibien, Schafe, Pferde, Esel, Hunde, Ziegen, Reptilien und Katzen verwendet.<\/p>\n<p>Die meisten Tierversuche, n\u00e4mlich 83.174, wurden &#8211; wie schon im Vorjahr auch &#8211; zur Forschung und Entwicklung f\u00fcr Produkte und Ger\u00e4te der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin durchgef\u00fchrt, gefolgt von den Tests an 70.428 Tieren zur Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human- und Zahnmedizin, die sich gegen\u00fcber dem Vorjahr fast verdoppelt haben. F\u00fcr Biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung mit 54.423 Tieren ist eine Steigerung um fast 30 % auszumachen.<\/p>\n<p>Zur Krankheitsdiagnostik wurden 1.297 Tiere eingesetzt und f\u00fcr die Allgemeine und Berufliche Bildung mussten trotz ausreichender Ersatzmethoden 1.931 Tiere leiden und sterben &#8211; um fast 12 % mehr als im Vorjahr.<br \/>Bei Versuchen im Zusammenhang mit menschlichen Krankheiten wurden f\u00fcr Krebserkrankungen 23.426, f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen 7.051 (das sind im Vergleich zum Vorjahr fast doppelt so viele) und f\u00fcr Nervenleiden und Geisteskrankheiten 5.804 Tiere verwendet.<br \/>An 8.052 Tieren wurden, um 68 weniger als im Vorjahr, die immens belastenden Toxizit\u00e4tspr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Einzig erfreulich: Es wurden keine experimentelle Eingriffe an Affen (im Vorjahr wurden noch 75 Meerkatzen verwendet) und keine Toxizit\u00e4tstests an Tieren f\u00fcr Produkte bzw. Stoffe durchgef\u00fchrt, die als Lebensmittelzusatzstoffe, als Futtermittelzusatzstoffe, als Kosmetika, im Haushalt, in der Landwirtschaft und in der Industrie verwendet werden.<\/p>\n<p><strong>Zentrale Forderung: Keine F\u00f6rderung von Tierversuchen<\/strong><\/p>\n<p>Die TierversuchsgegnerInnen verlangen die Durchsetzung von Ma\u00dfnahmen, die endlich eine Verringerung von Tierversuchen herbeif\u00fchren k\u00f6nnen. Sie fordern, dass Projekte, die Tierversuche beinhalten, nicht l\u00e4nger mit \u00f6ffentlichen Mitteln unterst\u00fctzt werden. Denn so lange f\u00fcr die Finanzierung von Tierversuchen ein Vielfaches von dem ausgegeben wird, was f\u00fcr die Entwicklung von Ersatzmethoden zur Verf\u00fcgung steht, kann es zu keiner wesentlichen Reduktion der Tierversuche kommen.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<br \/><\/strong>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-11, Fax: +43\/1\/713 08 23-10<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>Siehe dazu auch <a href=\"index.php\/tierversuche\/statistik\/oesterreich\/1502-tierversuchsstatistik-fas-jahr-2008-eine-analyse\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik f\u00fcr das Jahr 2008 &#8211; eine Analyse<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 102<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Ende Juni im \u201eAmtsblatt der Wiener Zeitung\u201c ver\u00f6ffentlichten Tierversuchsstatistik 2008 zu entnehmen ist, wurden in \u00d6sterreich im Vorjahr an 220.456 lebenden Wirbeltieren und an 247 erneut verwendeten Tieren qualvolle Experimente und Tests durchgef\u00fchrt. 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