{"id":807,"date":"2008-09-03T12:51:00","date_gmt":"2008-09-03T10:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/09\/03\/erneuter-anstieg-von-tierversuchen-bedeutet-rchritt-um-jahrzehnt\/"},"modified":"2008-09-03T12:51:00","modified_gmt":"2008-09-03T10:51:00","slug":"erneuter-anstieg-von-tierversuchen-bedeutet-rchritt-um-jahrzehnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/09\/03\/erneuter-anstieg-von-tierversuchen-bedeutet-rchritt-um-jahrzehnt\/","title":{"rendered":"Erneuter Anstieg von Tierversuchen bedeutet R\u00fcckschritt um Jahrzehnt"},"content":{"rendered":"<p>Wie der am 27. Juli ver\u00f6ffentlichten amtlichen Tierversuchsstatistik zu entnehmen ist, wurden im Jahr 2007 an 197.867 lebenden Tieren schmerzhafte und leidvolle Experimente und Tests durchgef\u00fchrt, die f\u00fcr die meisten Tiere t\u00f6dlich geendet haben. Im Vergleich zum Vorjahr betr\u00e4gt der Anstieg rund 4 Prozent und setzt damit den besorgniserregenden Trend der stetigen Zunahme von Tierversuchen in \u00d6sterreich fort.<\/p>\n<p>F\u00fcr Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT), ist die seit dem Jahr 2000 zu beobachtende, nahezu kontinuierliche Zunahme der Anzahl der Versuchstiere eine unertr\u00e4gliche Situation: &#8220;F\u00fcr den Tierschutz bedeutet der Anstieg auf 197.867 Tiere einen R\u00fcckfall um ein ganzes Jahrzehnt&#8221;, erkl\u00e4rt Gerda Matias. Schlie\u00dflich wurden im Jahr 1997 rund 30.000 Tiere weniger verbraucht (168.696), was jenem erfreulichen Abw\u00e4rtstrend entsprach, der in den Jahren 1992 bis 1999 vorherrschte.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund fordern die TierversuchsgegnerInnen alle f\u00fcr die Tierversuche verantwortlichen und zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rdenvertreterInnen und PolitikerInnen auf, endlich wieder die oberste Zielvorgabe des Tierversuchsgesetzes zu erf\u00fcllen und Tierversuche zu reduzieren und zu ersetzen.<\/p>\n<p>Zudem m\u00fcssen weitere Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung von Tierversuchen gesetzt werden. Ma\u00dfnahmen, die sich nachhaltig auf die Tierversuchsstatistik auswirken und die \u00fcber die nach wie vor dringend notwendige F\u00f6rderung von Ersatzmethoden zu Tierversuchen hinausgehen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne sind etwa alle Tierversuche, f\u00fcr die es inzwischen etablierte Alternativmethoden gibt, zu verbieten. Ebenso all jene Tierversuche, die f\u00fcr die Tiere mit so gro\u00dfen Schmerzen und Leiden verbunden sind, dass diese durch den zu erwartenden Erkenntnisgewinn nicht zu rechtfertigen sind. Aber vor allem sind Tierversuchsprojekte und Tierversuchseinrichtungen, aber auch Unternehmen, die Tierversuche durchf\u00fchren, nicht l\u00e4nger mit \u00f6ffentlichen Mitteln zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern. Denn so lange f\u00fcr die Finanzierung von Tierversuchen ein Vielfaches von dem ausgegeben wird, was f\u00fcr die Entwicklung von Ersatzmethoden zur Verf\u00fcgung steht, kann es zu keiner wesentlichen Reduktion der Tierversuche kommen.<\/p>\n<p>Die Versuche, die definitionsgem\u00e4\u00df mit gro\u00dfen Qualen, Leiden und Schmerzen verbunden sind, enden f\u00fcr die meisten Tiere t\u00f6dlich. &#8220;Kaum ein Tier \u00fcberlebt die in v\u00f6lliger Trostlosigkeit hinter verschlossenen Gittern eines sterilen Labors verbrachte Existenz als lebendes Testobjekt&#8221;, res\u00fcmiert Gerda Matias die grausame Realit\u00e4t der Versuchslabore.<\/p>\n<p>Nach wie vor sind M\u00e4use (158.464) die am h\u00e4ufigsten verwendeten Versuchstiere, gefolgt von Kaninchen (19.864). Ihnen folgen in absteigender Reihenfolge Ratten, Meerschweinchen, Schweine, Fische, &#8220;Andere V\u00f6gel&#8221;, Rinder, Amphibien, Schafe, Hamster, &#8220;Andere Nager&#8221;, Ziegen, Affen, Reptilien, Pferde, Esel, Hunde und zuletzt Katzen.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Vorjahr 2006 wurden weniger Katzen, Fische, Hunde, &#8220;Andere V\u00f6gel&#8221;, Rinder, Ratten und &#8220;Andere Nager&#8221; zu Experimenten herangezogen &#8211; alle anderen Tierarten wurden in vermehrten Ma\u00dfe eingesetzt.<\/p>\n<p>Die meisten Tiere wurden f\u00fcr die Forschung und Entwicklung f\u00fcr Produkte und Ger\u00e4te der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin (94.389; 47,7 %) und zur Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human- und Zahnmedizin (49.421; ca. 25 %) eingesetzt.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Anzahl der Tiere (145.241; 73 %) f\u00e4llt in das Ressort des Gesundheitsministeriums, das auch den alarmierenden Anstieg von \u00fcber 11 % gegen\u00fcber dem Vorjahr zu verzeichnen hat. Davon wurden die meisten Tiere (134.363; 92,5%) zur Forschung und Entwicklung, Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin verwendet.<\/p>\n<p>An zweiter Stelle folgt das Wissenschaftsministerium mit 45.974 Tieren, was einem Anteil von \u00fcber 23 % entspricht und gegen\u00fcber dem Vorjahr eine Verringerung von knapp 10 % bedeutet. Fast drei Viertel der Tiere (33.338) wurden in der Grundlagenforschung verwendet.<\/p>\n<p>Das Wirtschaftsministerium meldete den Verbrauch von 4.395 Tieren, um fast 2 % mehr als im Vorjahr. 60 % der Tiere (2.633) wurden in der Grundlagenforschung eingesetzt.<\/p>\n<p>Das Umweltministerium verzeichnet 2.257 Versuchstiere, das sind erfreulicherweise rund 49 % weniger als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Nur ein Drittel der Tiere stammt aus \u00f6sterreichischen registrierten Zucht- oder Liefereinrichtungen. Fast drei Viertel kommen &#8220;aus anderen Quellen innerhalb der EU&#8221;.<\/p>\n<p>Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit 1968 bestehender gemeinn\u00fctziger unabh\u00e4ngiger Verein. Er setzt sich f\u00fcr die Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus ethischen, wissenschaftlichen, medizinkritischen und verbraucherpolitischen Gr\u00fcnden ab.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich seines heurigen 40j\u00e4hrigen Bestehens stiftet der IBT einen Preis f\u00fcr tierversuchsfreie Forschung. Einreichungen sind bis 6. Oktober m\u00f6glich. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert und wird an ForscherInnen vergeben, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<\/strong><br \/>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-11, Fax: +43\/1\/713 08 23-10<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>Siehe dazu auch <a href=\"index.php\/tierversuche\/statistik\/oesterreich\/1417-tierversuchsstatistik-fas-jahr-2007-eine-analyse\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik f\u00fcr das Jahr 2007 &#8211; eine Analyse<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 99<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der am 27. Juli ver\u00f6ffentlichten amtlichen Tierversuchsstatistik zu entnehmen ist, wurden im Jahr 2007 an 197.867 lebenden Tieren schmerzhafte und leidvolle Experimente und Tests durchgef\u00fchrt, die f\u00fcr die meisten Tiere t\u00f6dlich geendet haben. 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