{"id":812,"date":"2008-08-13T14:27:00","date_gmt":"2008-08-13T12:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/08\/13\/tierversuchsstatistik-f003\/"},"modified":"2008-08-13T14:27:00","modified_gmt":"2008-08-13T12:27:00","slug":"tierversuchsstatistik-f003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/08\/13\/tierversuchsstatistik-f003\/","title":{"rendered":"Tierversuchsstatistik f\u00fcr 2003"},"content":{"rendered":"<p><strong>Endlich weniger Tierversuche<\/strong><\/p>\n<p>Der heute in der &#8220;Wiener Zeitung&#8221; ver\u00f6ffentlichten amtlichen Statistik zu Tierversuchen ist zu entnehmen, dass im Jahr 2003 insgesamt 171.937 Tiere f\u00fcr Experimente verwendet wurden. Das sind im Vergleich zum Vorjahr um gute 10% weniger. Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT), hofft, dass &#8220;damit endlich der Bann gebrochen ist. Denn in den letzten Jahren ist die Zahl der Versuchstiere dramatisch angestiegen und die f\u00fcr 2003 gez\u00e4hlten 171.937 Tiere stellen gegen\u00fcber dem Jahr 1999 noch immer eine 32%ige Erh\u00f6hung dar. Noch immer stirbt in \u00d6sterreich alle drei Minuten ein Tier an einem belastenden Versuch.&#8221; <\/p>\n<p>Nach wie vor stellen M\u00e4use, Kaninchen, Ratten und Meerschweinchen \u2013 vor allem aufgrund des leichteren Handlings (sie sind billig, vermehren sich rasch und werden ungeachtet ihrer vitalen und sozialen Bed\u00fcrfnisse in winzigen K\u00e4figen untergebracht) \u2013 mit 97% die bevorzugte Versuchstierart dar. Bei den restlichen 3%, das sind immerhin noch 4.910 Tiere, f\u00e4llt vor allem die Zunahme bei der Verwendung von Nutztieren auf. So betr\u00e4gt bei Schweinen, Ziegen, Schafen, Rindern und Pferden bzw. Eseln die Steigerung 228%. Diese Tiere wurden haupts\u00e4chlich in der Grundlagenforschung und f\u00fcr die allgemeine und berufliche Bildung eingesetzt. Die Verwendung von Tieren f\u00fcr die allgemeine und berufliche Bildung hat mit 56% enorm zugenommen. &#8220;Dies ist um so best\u00fcrzender, als es genau in diesem Bereich zahlreiche Ersatzmethoden gibt, weshalb daf\u00fcr kein einziges Tier mehr sterben sollte&#8221;, so Gerda Matias.<\/p>\n<p>Erfreulich ist, dass in \u00d6sterreich abermals kein Tier f\u00fcr Kosmetika leiden musste und die Tierversuche mit Katzen von 280 auf 22 zur\u00fcckgegangen sind. Bei Hunden ist allerdings eine Erh\u00f6hung von 27% zu verzeichnen, die um so mehr befremdet als es eine ministerielle Weisung f\u00fcr ein Verbot von Versuchen an Hunden gibt, das f\u00fcr das Ressort des Bildungsministeriums gilt. Aufkl\u00e4renswert ist, dass 40 Tiere dem sehr belastenden LD-50-Giftigkeitstest geopfert wurden, der laut einer Verordnung in \u00d6sterreich seit Jahren verboten ist.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der f\u00fcr das Jahr 2003 gemeldeten Tiere, n\u00e4mlich 74%, stammen aus &#8220;anderen Quellen innerhalb der EU&#8221;, also aus keinen registrierten Zucht- oder Liefereinrichtungen.<br \/>Wie viele Tiere sich im Jahr 2003 tats\u00e4chlich in den Versuchslabors befunden haben, ist der Statistik nicht zu entnehmen, da sich die Zahlen nur auf die Labortiere, die im betreffenden Jahr tats\u00e4chlich im Versuch eingesetzt waren, beziehen. Es ist aber durchaus \u00fcblich, Tiere in den Versuchslabors quasi auf Vorrat zu halten bzw. bei Nichtgebrauch auch zu t\u00f6ten, was statistisch nicht erfasst wird.<\/p>\n<p>Zudem ist der Statistik nicht zu entnehmen, wie viele Versuche ein einzelnes Versuchstier insgesamt bis zu seinem qualvollen Tod \u00fcber sich ergehen lassen musste.<br \/>Auch werden Klonversuche, gentechnische Experimente und der Einsatz von transgenen Tieren nicht eigens ausgewiesen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus muss festgehalten werden, dass die Zahlen der offiziellen Statistik nicht dem tats\u00e4chlichen Verbrauch von Tieren in den Labors entsprechen.<br \/>Denn nach dem Tierversuchsgesetz gilt nicht jeder Eingriff an einem Tier (auch in einem Tierversuchslabor!) als ein Tierversuch und scheint somit auch nicht in der offiziellen Statistik auf. Nach dem Gesetz handelt es sich nur dann um einen Tierversuch, wenn<\/p>\n<ul>\n<li>der Versuch an einem Wirbeltier durchgef\u00fchrt wird. Versuche an Wirbellosen gelten nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>der Versuch mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist. Alle Eingriffe, die nach der Meinung des Experimentators (!) f\u00fcr das Tier nicht belastend sind, gelten nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>der Versuch am lebenden Tier durchgef\u00fchrt wird. Versuche an Tieren, die vorher eigens (zum Zwecke der Gewinnung von Gewebe, Zellen, Organen etc.) daf\u00fcr get\u00f6tet wurden, gelten nicht als Tierversuche! Ebenso wenig gelten Versuche an Tierf\u00f6ten und -embryonen als Tierversuche.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<\/strong><br \/>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Siehe dazu auch <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1013-tierversuchsstatistik-f003\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik f\u00fcr 2003<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 57<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich weniger Tierversuche Der heute in der &#8220;Wiener Zeitung&#8221; ver\u00f6ffentlichten amtlichen Statistik zu Tierversuchen ist zu entnehmen, dass im Jahr 2003 insgesamt 171.937 Tiere f\u00fcr Experimente verwendet wurden. Das sind im Vergleich zum Vorjahr um gute 10% weniger. 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