{"id":817,"date":"2008-06-30T12:26:00","date_gmt":"2008-06-30T10:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/06\/30\/tierversuche-sogar-an-wildlebenden-und-artgeschen-tieren\/"},"modified":"2008-06-30T12:26:00","modified_gmt":"2008-06-30T10:26:00","slug":"tierversuche-sogar-an-wildlebenden-und-artgeschen-tieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/06\/30\/tierversuche-sogar-an-wildlebenden-und-artgeschen-tieren\/","title":{"rendered":"Tierversuche sogar an wildlebenden und artgesch\u00fctzten Tieren"},"content":{"rendered":"<p>Die aktuelle <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/info\/parlament\/wildlebende%20tiere-ab.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beantwortung<\/a> einer Parlamentarischen <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/info\/parlament\/wildlebende%20tiere.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anfrage <\/a>der Gr&uuml;nen enth&uuml;llt, dass selbst wildlebende und sogar artgesch&uuml;tzte Tiere, nicht nur Tiere, die eigens f&uuml;r Tierversuche gez&uuml;chtet werden bzw. sich in Versuchslabors befinden, zu Tierversuchen herangezogen werden. Die TierversuchsgegnerInnen fordern daher ein striktes Verbot invasiver Eingriffe an wildlebenden Tieren.<\/p>\n<p>In den Jahren 2003 bis 2007 sind allein vom Wissenschaftsministerium neun Tierversuchsprojekte mit insgesamt 1.815 wildlebenden und teilweise artengesch\u00fctzten Tieren genehmigt worden. &#8220;Diese hohe Zahl ber\u00fccksichtigt lediglich Tierversuche in Angelegenheiten des Hochschulwesens und ausschlie\u00dflich jene Experimente, die f\u00fcr die Tiere mit Angst, Schmerzen, Leiden oder dauerhaften Sch\u00e4den verbunden sind&#8221;, erkl\u00e4rt Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT). S\u00e4mtliche Eingriffe, von denen der Experimentator glaubt, dass sie f\u00fcr die Tiere nicht belastend sind, gelten gesetzlich gar nicht als Tierversuche und m\u00fcssen daher nicht einmal genehmigt werden.<\/p>\n<p>Die TierversuchsgegnerInnen stufen Experimente an wildlebenden Tieren als besonders problematisch ein, da f\u00fcr Wildtiere allein der Akt des Gefangenwerdens und Festhaltens extrem belastend ist. Nach den invasiven Eingriffen besteht f\u00fcr die wieder in die Freiheit entlassenen Tiere ein gro\u00dfes Risiko, da nach den Experimenten Betreuung und Nachkontrolle nicht verl\u00e4sslich bzw. gar nicht gew\u00e4hrleistet werden kann. Todesf\u00e4lle und Sp\u00e4tfolgen sind daher nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Versuche an Fischen, Hamstern, Schildkr\u00f6ten, Singv\u00f6geln und Zieseln<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Versuchen wurde Fischen (Barben, Huchen, Welsen u.a.) Telemetrie-Sender oder Transponder-Chips implantiert, um die Wanderbewegungen bzw. die Benutzung von Laichpl\u00e4tzen der Fische zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Landschildkr\u00f6ten, die eine bedrohte Tierart darstellen, wurde ein Kontrastmittel verabreicht, um von ihnen computertomografische Bilder aufzunehmen. In zwei weiteren Projekten wurde Schildkr\u00f6ten Blut abgenommen und einerseits jahreszeitliche und geschlechtsspezifische Blutparameter evaluiert und andererseits der Kalziumbedarf von Landschildkr\u00f6ten untersucht. Die Schildkr\u00f6ten-Experimente sollen zu einem verbesserten Diagnoseverfahren f\u00fcr den Tierarzt bei kranken Heimtier-Schildkr\u00f6ten f\u00fchren.<\/p>\n<p>In einem noch laufenden Projekt sollen durch Untersuchungen an 240 Zieseln, die eine gef\u00e4hrdete Tierart darstellen, Kenntnisse \u00fcber deren Populationsgenetik gewonnen werden.<\/p>\n<p>Mehr als drei Jahre lang wurde an 40 Feldhamstern, die gleichfalls artgesch\u00fctzt sind, &#8220;Reproduktionsstrategien weiblicher Feldhamster&#8221; untersucht. Dazu wurden den Tieren Transponder-Chips implantiert und Blut abgenommen. Weitere Tierversuche sollen folgen.<\/p>\n<p>Die Ziesel- und Feldhamsterexperimente sollen N\u00e4heres \u00fcber das Verhalten der Tiere in Erfahrung bringen, um sie bzw. ihren Lebensraum besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr die TierversuchsgegnerInnen ist es eine paradoxe, unhaltbare Situation, dass einzelne Tier-Individuen durch die belastenden experimentellen Eingriffe gef\u00e4hrdet werden, um die Tier-Art zu sch\u00fctzen. Die TierversuchsgegnerInnen fordern daher ein striktes Verbot aller invasiven Eingriffe, seien es Blutentnahmen oder Implantierungen.<\/p>\n<p>Laut Wissenschaftsministerium, das f\u00fcr die angef\u00fchrten F\u00e4lle nicht nur die zust\u00e4ndige Genehmigungsbeh\u00f6rde, sondern zugleich \u00dcberwachungs- und Vollzugsbeh\u00f6rde ist, und das in der Parlamentarischen Anfragebeantwortung mehr oder minder die Antworten der Tierexperimentatoren wiedergibt, sei bei all diesen Experimenten kein einziges Tier weder absichtlich noch unabsichtlich zu Tode gekommen. &#8220;Derartige Behauptungen sind aber meist mit fragw\u00fcrdigen Auslegungen verbunden&#8221;, klagen die TierversuchsgegnerInnen: Beispielsweise wurden an der &#8220;Konrad Lorenz Forschungsstelle&#8221; in Gr\u00fcnau (O\u00d6) 25 Graug\u00e4nsen Sender in die Bauchh\u00f6hle implantiert, um Herzschlag und K\u00f6rpertemperatur der Tiere zu messen; nach 1 \u00bd Jahren wurden die Sender wieder herausoperiert. Aber obwohl zwei Tiere unmittelbar nach der Sender-Entfernung starben, stellen Versuchsleiter und Wissenschaftsministerium den direkten Zusammenhang zwischen Experiment und Tod der beiden Tiere in Abrede.<\/p>\n<p>Weiters k\u00f6nnen nach Abschluss eines Projektes, bei dem die Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden, unmittelbar folgende Sch\u00e4den, Sp\u00e4tfolgen und Todesf\u00e4lle \u00fcberhaupt nicht ermittelt werden. Wie etwa bei den zwei j\u00fcngsten Forschungsprojekten zur Vermeidung von Vogelanprall an Glasfl\u00e4chen, welche die Wiener Umweltanwaltschaft in Auftrag gegeben hat:<\/p>\n<p>Dabei wurden insgesamt 1.874 wildlebende Singv\u00f6gel (Amsel, Bachstelze, Buchfink, Gr\u00fcnspecht, Nachtigall, Pirol, Rauchschwalbe, Stieglitz, Zaunk\u00f6nig u.a.) eingefangen, Flugexperimenten unterzogen und wieder frei gelassen. Direkt bei den Experimenten sind insgesamt drei V\u00f6gel zu Tode gekommen. Es ist aber nicht auszuschlie\u00dfen, dass Stunden oder Tage nach der Freilassung weitere V\u00f6gel allein durch den Stress, dem sie ausgesetzt wurden, Schaden nehmen oder sogar den Tod erleiden.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<\/strong><br \/>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1381-tierversuche-an-wildlebenden-tieren\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuche an wildlebenden Tieren<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 50<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aktuelle Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage der Gr&uuml;nen enth&uuml;llt, dass selbst wildlebende und sogar artgesch&uuml;tzte Tiere, nicht nur Tiere, die eigens f&uuml;r Tierversuche gez&uuml;chtet werden bzw. sich in Versuchslabors befinden, zu Tierversuchen herangezogen werden. 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