{"id":818,"date":"2008-01-14T14:24:00","date_gmt":"2008-01-14T13:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/01\/14\/jter-eu-bericht-er-12-millionen-versuchstiere-starben-in-den-labors\/"},"modified":"2008-01-14T14:24:00","modified_gmt":"2008-01-14T13:24:00","slug":"jter-eu-bericht-er-12-millionen-versuchstiere-starben-in-den-labors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2008\/01\/14\/jter-eu-bericht-er-12-millionen-versuchstiere-starben-in-den-labors\/","title":{"rendered":"J\u00fcngster EU-Bericht: \u00dcber 12 Millionen Versuchstiere starben in den Labors"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Experimente und Tests, die mit Schmerzen, Leiden, \u00c4ngsten\u00a0oder dauerhaften Sch\u00e4den verbunden waren, wurden in der EU 12.117.583 lebende Wirbeltiere herangezogen. Dies geht aus dem &#8220;<a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/eu-statistik-5.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">F\u00fcnften Bericht<\/a>&#8221; der EU-Kommission hervor, der die statistischen Daten aus dem Jahr 2005 enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Da erstmals die Daten der damals 25 EU-Mitgliedstaaten ber\u00fccksichtigt wurden, ist ein Vergleich mit dem vorigen &#8220;Vierten Bericht&#8221;, der die Daten aus dem Jahre 2002 enth\u00e4lt, nur bedingt \u2013 und zwar zwischen den &#8220;alten&#8221; 15 EU-Mitgliedstaaten m\u00f6glich. Dabei l\u00e4sst sich ein Anstieg der verwendeten Versuchstiere um 3,2 %, das sind um 339.279 Tiere mehr, feststellen. Die neu im Jahr 2004 beigetretenen 10 EU-Mitgliedstaaten verbuchen 1.047.284 Versuchstiere, was einem Anteil von 8,6 % der von allen 25 EU-Mitgliedstaaten gemeldeten Versuchstiere entspricht.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>TierversuchsgegnerInnen fordern neue Strategien zur Reduzierung von Tierversuchen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des &#8220;Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner&#8221; (IBT), ist dieser EU-weite Anstieg nicht \u00fcberraschend. Schlie\u00dflich ist diese Tendenz \u2013 von geringen Schwankungen abgesehen &#8211; schon seit Jahren anhand der einzelnen Statistiken der Mitgliedstaaten zu beobachten. &#8220;Umso best\u00fcrzender ist es, dass die verantwortlichen Stellen diesen kontinuierlichen Anstieg offenbar einfach hinnehmen und keinen dringenden Handlungsbedarf sehen, obwohl die EU-Tierversuchsrichtlinie unmissverst\u00e4ndlich und eindeutig die Reduzierung und den Ersatz von Tierversuchen als Ziel vorgibt.&#8221;<\/p>\n<p>Die TierversuchsgegnerInnen fordern daher eine Reihe effizienter Ma\u00dfnahmen, um eine Trendwende in Richtung Reduzierung von Tierversuchen einzuleiten. So lange Tierversuchsprojekte und \u2013einrichtungen weiterhin mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert werden, die ein Vielfaches von dem ausmachen, was f\u00fcr die Entwicklung von Ersatzmethoden zur Verf\u00fcgung steht, kann der Methodenwettbewerb \u2013 Tierversuch versus Ersatzmethode \u2013 nicht zugunsten der Abermillionen Versuchstiere beeinflusst werden.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Frankreich, England und Deutschland verbrauchen die meisten Tiere<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Frankreich schaffte es als einziges Land nicht, Zahlen aus dem Jahre 2005 vorzulegen und lieferte statt dessen jene aus dem Jahre 2004. Die &#8220;Grande Nation&#8221; nimmt mit 2.325.398 Tieren die traurige Spitzenstellung beim Verbrauch von Versuchstieren ein. Das Vereinigte K\u00f6nigreich meldete 1.874.207 und Deutschland 1.822.424 Versuchstiere.<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00d6sterreich liegt mit 167.312 Versuchstieren an 15. Stelle. Malta hat als einziges EU-Land \u00fcberhaupt keine Tierversuche durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Die Maus ist seit jeher die am h\u00e4ufigste verwendete Tierart<\/strong><\/p>\n<p>Bei den verwendeten Tierarten sind die M\u00e4use mit mehr als der H\u00e4lfte (53%) von der Gesamtzahl die gr\u00f6\u00dfte Gruppe. Die Ratten folgen mit 2.336.032 an zweiter, Fische mit 1.749.178 an dritter Stelle. Dann folgen \u2013 in absteigender Reihenfolge \u2013 &#8220;andere V\u00f6gel&#8221; (649.813), Kaninchen (312.681), Meerschweinchen (257.307), Amphibien (74.620), Schweine (66.305), &#8220;andere Nager&#8221; (64.474), Rinder (36.271), Hamster (31.535), Schafe (30.021), Hunde (24.119), Affen (10.451) und viele andere Tiere mehr.<\/p>\n<p>Einzig erfreuliches Detail ist, dass \u2013 wie schon im Jahre 2002 \u2013 keine Menschenaffen f\u00fcr Versuche verbraucht wurden.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>\u00dcber 4 Millionen Tiere fielen der Grundlagenforschung zum Opfer<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Gesichtspunkt des Versuchszweckes nimmt die Biologische Grundlagenforschung, die ohne unmittelbaren Nutzen f\u00fcr den Menschen erfolgt, mit rund 33 % (4.035.470 Tiere) den gr\u00f6\u00dften Bereich ein. Es folgt mit 31 % die Gruppe der 3.746.028 Versuchstiere, die zur Forschung und Entwicklung von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin eingesetzt wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Diagnose von Krankheiten wurden rund 2 % (272.014 Tiere), f\u00fcr die Aus- und Fortbildung 1,6 % (198.994 Tiere) verbraucht.<\/p>\n<p>Zur Pr\u00fcfung von Kosmetika wurden an 5.571 Tieren toxikologische Tests durchgef\u00fchrt, die meisten davon in Frankreich: 5.496 Tiere; die verbleibenden 75 Tiere wurden in Spanien f\u00fcr toxikologische Kosmetiktests herangezogen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Der lange und m\u00fchsame Weg der EU-Tierversuchsstatistik<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl inzwischen f\u00fcnf Statistik-Berichte, die die Daten der Jahre 1991, 1996, 1999, 2002 und 2005 enthalten, vorliegen, ist weder ein detaillierter Vergleich mit den fr\u00fcheren Berichten, noch eine aussagekr\u00e4ftige Analyse und Auswertung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurden f\u00fcr den ersten und zweiten Bericht unterschiedliche Daten in uneinheitlicher Form gemeldet. F\u00fcr den dritten und vierten Bericht wurde l\u00fcckenhaftes und vor allem divergierendes Datenmaterial geliefert, das zudem schlampig aufbereitet war, obwohl man sich auf ein standardisiertes Format in Form von acht harmonisierten statistischen Tabellen geeinigt hatte. Der f\u00fcnfte Bericht nun enth\u00e4lt zwar die Daten aller damaligen 25 EU-Mitgliedstaaten, die sich aber mit den &#8220;alten&#8221; 15 EU-Mitgliedstaaten nur bedingt vergleichen lassen.<\/p>\n<p>Seri\u00f6s fundierte Schlussfolgerungen k\u00f6nnen aus den Statistiken aber leider noch immer nicht gezogen werden.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Statistik soll ein qualitativer Datenpool sein<\/strong><\/p>\n<p>Die TierversuchsgegnerInnen hoffen und fordern auch, dass weiterhin an der Qualit\u00e4t des Datenmaterials gearbeitet wird. Denn nur dann macht eine Statistik \u00fcberhaupt Sinn. Sie soll einen qualitativen Datenpool bieten, um etwa Entwicklungstendenzen zu erkennen, die konsequent zu \u00fcberdenken sind. So sollte z.B. ein Anstieg der akuten Giftigkeitstests, die f\u00fcr die Tiere besonders belastend sind, Anlass sein, Ma\u00dfnahmen zu treffen, um diesem Trend \u2013 etwa durch Ausschreibung eines Projektes zur Entwicklung einer entsprechenden Ersatzmethode &#8211; entgegenzusteuern.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<\/strong><br \/>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p><\/p>\n<p>Aufrufe: 57<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Experimente und Tests, die mit Schmerzen, Leiden, \u00c4ngsten\u00a0oder dauerhaften Sch\u00e4den verbunden waren, wurden in der EU 12.117.583 lebende Wirbeltiere herangezogen. Dies geht aus dem &#8220;F\u00fcnften Bericht&#8221; der EU-Kommission hervor, der die statistischen Daten aus dem Jahr 2005 enth\u00e4lt. 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