{"id":823,"date":"2007-04-05T16:10:00","date_gmt":"2007-04-05T14:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/05\/tierversuchsstatistik-f004\/"},"modified":"2007-04-05T16:10:00","modified_gmt":"2007-04-05T14:10:00","slug":"tierversuchsstatistik-f004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/05\/tierversuchsstatistik-f004\/","title":{"rendered":"Tierversuchsstatistik f\u00fcr 2004"},"content":{"rendered":"<p><strong>Umstrittene Tierversuche in \u00d6sterreich wieder gestiegen &#8211; TierversuchsgegnerInnen fordern legistische Konsequenzen<\/strong>.<\/p>\n<p>Wie der amtlichen Tierversuchsstatistik, die gestern Dienstag vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Forschung publiziert wurde, zu entnehmen ist, wurden im Jahr 2004 in \u00d6sterreich 186.926 lebende Wirbeltiere (plus 410 erneut verwendete Tiere) f\u00fcr belastende, schmerzhafte Experimente eingesetzt. Dies stellt gegen\u00fcber dem Vorjahr eine massive Steigerung von rund 9 % dar.<\/p>\n<p>Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT), bedauert dies umso mehr, als \u2013 nach Jahren stetiger Zunahme von Tierversuchen \u2013 die erstmals wieder im Jahr 2003 gesunkenen Tierversuchszahlen, Anlass auf Hoffnung f\u00fcr eine Kehrtwende gaben.<br \/>&#8220;Doch offensichtlich setzt sich die negative Tendenz der kontinuierlichen Zunahme durch&#8221;, so Gerda Matias, und sieht dringenden Handlungsbedarf. Die Strategie, tierversuchsfreie Methoden zu f\u00f6rdern und vermehrt einzusetzen, die auch die TierversuchsgegnerInnen nach wie vor unterst\u00fctzen, reicht offenbar nicht aus, um eine Reduzierung von Tierversuchen herbeizuf\u00fchren. Weitere Ans\u00e4tze, wie etwa eine striktere Handhabung bei der Genehmigung von Tierversuchen und keine F\u00f6rderung von Tierversuchsprojekten mit \u00f6ffentlichen Geldern, m\u00fcssen dringend in Angriff genommen werden, um endlich dem Gesetzesauftrag aus dem Jahre 1989 &#8220;die Zahl der Tierversuche zu reduzieren&#8221;, wie dies im \u00a7 1 Tierversuchsgesetz unmissverst\u00e4ndlich als oberste Zielvorgabe festgehalten ist, gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Im Jahr 2004 wurden haupts\u00e4chlich M\u00e4use (79 %) zu Tests herangezogen, gefolgt in absteigender Reihenfolge von Kaninchen (11 %), Ratten (6 %), Meerschweinchen (2 %), Fischen, Schweinen, &#8220;Anderen V\u00f6geln&#8221;, Amphibien, Hunden, &#8220;Anderen Nagern&#8221;, Meerkatzen, Rindern, Schafen, Pferden, Katzen, Hamstern, Ziegen.<br \/>Obwohl es f\u00fcr das Ressort des Bildungsministeriums eine aufrechte, ministerielle Weisung f\u00fcr ein Verbot von Versuchen an Hunden gibt, wurden in diesem Bereich an 162 Hunden Experimente durchgef\u00fchrt. Insgesamt wurden 178 Hunde zu Versuchen herangezogen, das sind um 15 % mehr als im Vorjahr.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Forderung: Tiere aus registrierten Einrichtungen<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber drei Viertel der gesamten Versuchstiere stammt aus nicht registrierten Zucht- oder Liefereinrichtungen der EU, lediglich 22 % kommen aus einer \u00f6sterreichischen registrierten Zucht- oder Liefereinrichtung. Dies widerspricht v\u00f6llig der Zielvorgabe der Tierversuchsstatistik-Verordnung, nach der die Tiere vorrangig aus registrierten Einrichtungen kommen sollten. Auch hier sehen die TierversuchsgegnerInnen dringenden Handlungsbedarf und fordern, dass eine Genehmigung von Tierversuchen auch von der Herkunft der Tiere abh\u00e4ngig gemacht werden sollte.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Tiere, n\u00e4mlich 78 %, wurde f\u00fcr die Erforschung und Entwicklung, Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin verwendet. F\u00fcr biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung &#8211; wo es um keine zweckdienliche und zielgerichtete Forschung geht -wurden 27.157 Tiere, fast 15 %, herangezogen. An 7.888 Tieren, das sind \u00fcber 4 %, wurden die sehr belastenden Toxizit\u00e4tstests und Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen (Haut- und Augenreizungen etwa) durchgef\u00fchrt.<br \/>Trotz gen\u00fcgender Alternativmethoden wurden an 553 lebenden Tieren Experimente im Rahmen der Ausbildung durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Die Tierversuchsstatistik ist unvollst\u00e4ndig<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Die TierversuchsgegnerInnen stellen klar, dass die offizielle Tierversuchsstatistik lediglich die Spitze des Eisberges preis gibt und nicht den tats\u00e4chlichen j\u00e4hrlichen &#8220;Verbrauch&#8221; von Tieren in den Labors. In die Statistik werden lediglich lebende Wirbeltiere, an denen schmerzhafte und belastende Versuche durchgef\u00fchrt werden, aufgenommen. Versuche, die nach der Meinung des Experimentators f\u00fcr das Tier nicht belastend und schmerzhaft sind, Versuche, bei denen die Tiere vorher get\u00f6tet werden und Versuche an Wirbellosen, finden keinen Eingang in die Tierversuchsstatistik.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<br \/><\/strong>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Siehe dazu auch <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1008-tierversuchsstatistik-f004\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik f\u00fcr 2004<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 130<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umstrittene Tierversuche in \u00d6sterreich wieder gestiegen &#8211; TierversuchsgegnerInnen fordern legistische Konsequenzen. 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