{"id":832,"date":"2007-04-02T10:56:00","date_gmt":"2007-04-02T08:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/02\/verbot-von-tierversuchen-fosmetika-wird-zum-dritten-mal-verschoben\/"},"modified":"2007-04-02T10:56:00","modified_gmt":"2007-04-02T08:56:00","slug":"verbot-von-tierversuchen-fosmetika-wird-zum-dritten-mal-verschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/04\/02\/verbot-von-tierversuchen-fosmetika-wird-zum-dritten-mal-verschoben\/","title":{"rendered":"Verbot von Tierversuchen f\u00fcr Kosmetika wird zum dritten Mal verschoben"},"content":{"rendered":"<p><strong>EU-Kommission verschiebt zum dritten Mal Verbot von Tierversuchen f\u00fcr Kosmetika. Weiterhin qualvolle Tierversuche f\u00fcr Kosmetika<\/strong><\/p>\n<p>Der &#8220;Internationale Bund der Tierversuchsgegner&#8221; (IBT) kritisiert die nunmehr dritte Verschiebung des Verbotes von Tierversuchen f\u00fcr Kosmetika heftig. Er wirft der EU-Kommission Vers\u00e4umnisse bei der Entwicklung und der gesetzlichen Verankerung von Ersatzmethoden vor. Es sind hier kaum Fortschritte zu verzeichnen. An jedem einzelnen Produkt werden immer noch rund ein Dutzend von unterschiedlichen, meistens sehr qualvollen, Tierversuchstests durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus wird das zuk\u00fcnftige Vermarktungsverbot f\u00fcr tierversuchsgepr\u00fcfte Kosmetika v\u00f6llig aufgeweicht. Der IBT startet daher eine Protestkartenaktion und ersucht die EU-Parlamentarier, diesen Entwurf abzulehnen und weist auf die M\u00f6glichkeit der Herstellung und des Kaufes von tierversuchsfreien <br \/>Produkten hin.<\/p>\n<p>Am 1. J\u00e4nner 1998 h\u00e4tte die EU-Kosmetikrichtlinie in Kraft treten sollen, mit der Tierversuche f\u00fcr das Inverkehrbringen kosmetischer Mittel endlich verboten werden. Mittels einer weiteren Richtlinie wurde dieses Verbot auf den 30. Juni 2000 verschoben. Nun liegt seitens der EU-Kommission ein Entwurf der 7. \u00c4nderung der Kosmetikrichtlinie vor, der abermals eine Verschiebung des Verbotes von Tierversuchen f\u00fcr die Bestandteile von Kosmetika beinhaltet.<br \/>Weitere Verschiebungen sind vorprogrammiert, denn das Verbot tritt nur dann in Kraft, wenn &#8220;zufriedenstellende Alternativmethoden zum Tierversuch&#8221; entwickelt wurden und wenn diese dar\u00fcber hinaus nach den &#8211; noch ausst\u00e4ndigen &#8211; Leitlinien der OECD f\u00fcr Toxizit\u00e4tstests validiert werden konnten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Tierversuchsgegner werfen der EU-Kommission Vers\u00e4umnisse bei der Entwicklung und Anerkennung von Ersatzmethoden vor<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Der &#8220;Internationale Bund der Tierversuchsgegner&#8221; \u00fcbt heftige Kritik an der Kommission, weil diese unzureichende Ma\u00dfnahmen zur Entwicklung und vor allem zur gesetzlichen Verankerung von Ersatzmethoden zum Tierversuch getroffen hat, was ja durch die abermalige Verschiebung offensichtlich zutage tritt.<br \/>&#8220;Es ist Aufgabe der Kommission alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um endlich den gesetzlichen Auftrag, das Verbot aller Tierversuche f\u00fcr Kosmetika umzusetzen, zu erf\u00fcllen&#8221;, stellt Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des IBT, klar.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Kaum Fortschritte bei der Entwicklung von Ersatzmethoden<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Bislang hat die EU-Kommission lediglich zwei in-vitro-Testmethoden anerkannt, n\u00e4mlich eine zur \u00c4tzwirkung auf der Haut und eine zur Phototoxizit\u00e4t, durch die hautsch\u00e4digende Eigenschaften von \u00e4u\u00dferlich aufgetragenen Substanzen erkannt werden sollen, deren giftige bzw. sch\u00e4digende Wirkung erst unter dem Einfluss von Licht und Sonne entsteht. <br \/>Geringf\u00fcgige Fortschritte werden verzeichnet bei der Entwicklung von Alternativen hinsichtlich der Resorption, der Augenreizung und der Hautreizung. <br \/>An jedem einzelnen Produkt werden immer noch rund ein Dutzend von unterschiedlichen, meistens sehr qualvollen, Tierversuchstests durchgef\u00fchrt<br \/>F\u00fcr Tests auf allergische Reaktionen, chronische\/subchronische Toxizit\u00e4t, krebserregende Wirkung, erbgutver\u00e4ndernde Wirkung und Teratogenit\u00e4t stellt die EU-Kommission \u00fcberhaupt keinen Ersatz in Aussicht; auch nicht f\u00fcr den heftigst umstrittenen, vor allem auch aufgrund der unvorstellbaren Qualen der Versuchstiere, akuten Toxizit\u00e4tstest.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>V\u00f6llige Aufweichung des Vermarktungsverbotes<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Der Entwurf enth\u00e4lt nicht nur eine Verschiebung des Verbotes, sondern dar\u00fcber hinaus wird das Vermarktungsverbot v\u00f6llig aufgeweicht. Es sollen lediglich die im EU-Raum erzeugten tierversuchsgest\u00fctzten Produkte verboten werden. Importierte Kosmetika mit Tierversuchen aus Drittl\u00e4ndern (z.B. aus Ungarn) d\u00fcrfen weiter gehandelt werden.<\/p>\n<p>Einziger Lichtblick in diesem Entwurf ist das Verbot von Tierversuchen am kosmetischen Endprodukt. Doch derartige Tests werden in der Praxis auch kaum mehr am Tier durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Tierversuchsgegner ersuchen die EU-Parlamentarier, diesen Entwurf abzulehnen<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Der &#8220;Internationale Bund der Tierversuchsgegner&#8221; hat daher eine Protestkartenaktion gestartet. Die EU-Parlamentarier werden ersucht, dem umstrittenen Entwurf nicht zuzustimmen. Der IBT fordert, dass nicht nur Tierversuche zur Pr\u00fcfung des Endproduktes, sondern auch zur Pr\u00fcfung der Bestandteile bzw. Inhaltsstoffe von Kosmetika ab sofort zu verbieten sind. Bis zur Anerkennung und gesetzlichen Verankerung von Ersatzmethoden sind schon gepr\u00fcfte Substanzen bzw. Inhaltsstoffe zu verwenden.<br \/>Dar\u00fcber hinaus verlangt Gerda Matias, Pr\u00e4sidentin des IBT, ein Verbot des Inverkehrbringens aller kosmetischen Produkte, deren Bestandteile im Tierversuch getestet wurden &#8211; also auch ein striktes Handelsverbot von tierversuchsgetesteten Produkten aus Drittl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Die sofortige Alternative: Kosmetika ohne Tierversuche kaufen<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Doch Kosmetikhersteller und Konsumenten m\u00fcssen erst gar nicht auf ein Verbot von Tierversuchen f\u00fcr Kosmetika seitens der Politik warten.<br \/>&#8220;Denn wenn der Hersteller auf den Einsatz einer neuen Substanz verzichtet, indem er auf altbew\u00e4hrte Rohstoffe zur\u00fcckgreift, sind nirgends zwingend Tierversuche vorgeschrieben&#8221;, so Romana Rathmanner, Mitglied der Kommission gem\u00e4\u00df \u00a7 13 Tierversuchsgesetz, und verweist auf die M\u00f6glichkeit des Kaufs von Kosmetika ohne Tierqual.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>Glossar:<br \/><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p><strong>Augenreizung:<\/strong> Schleimhautvertr\u00e4glichkeitstest, nach dem Erfinder auch Draize-Test genannt. Den in Gestellen fixierten Kaninchen wird die Substanz ins Auge getr\u00e4ufelt. Auftretende Reizungen, Ver\u00e4tzungen bis hin zur v\u00f6lligen Zerst\u00f6rung des Auges werden registriert. Ersatztests &#8211; wie z.B. am H\u00fchnerei &#8211; sind vom Gesetzgeber nicht als tierversuchsfreie Methode anerkannt.<\/p>\n<p><strong>Hautreizung: <\/strong>Hierbei wird auf die geschorenen, oft aufgeritzten, K\u00f6rperstellen der Versuchstieren die zu pr\u00fcfende Substanz aufgetragen und die Reaktionen wie R\u00f6tungen, Entz\u00fcndungen etc. registriert.<br \/>Hierzu wird die LD-50 (letale Dosis) bestimmt, die Dosis der einmalig verabreichten Substanz, an der 50% der Versuchstiere sterben. Die Vergiftungserscheinungen wie Muskelzittern, Kr\u00e4mpfe, L\u00e4hmungen, starker Speichelfluss, Durchfall, Besinnungslosigkeit etc. werden registriert, um schlie\u00dflich an den toten Tieren die St\u00e4rke der Sch\u00e4digungen<strong> <\/strong>festzustellen.<br \/>In letzter Zeit wir dieser Test leicht abgewandelt durchgef\u00fchrt, indem z.B. die Tiere schon kurz bevor sie an den Vergiftungen sterben, get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p><strong>in-vitro:<\/strong> im Reagenzglas<\/p>\n<p><strong>OECD:<\/strong> Organisation f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/p>\n<p><strong>Resorption:<\/strong> Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung einer Substanz<\/p>\n<p><strong>Teratogenit\u00e4t:<\/strong> k\u00f6rperliche Missbildungen w\u00e4hrend der Embryonalentwicklung<\/p>\n<p><strong>Toxizit\u00e4tstest:<\/strong> Giftigkeitstest. Den Versuchstieren wird \u00fcber den Nahrungsweg als Futterbeimischung, aber auch durch Schlundsonden, bzw. durch Einatmung, bzw. \u00fcber die Haut &#8211; gespritzt in Muskeln, Venen oder in die Bauchh\u00f6hle &#8211; die Substanz verabreicht.<\/p>\n<p><strong>validiert:<\/strong> bewertet <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfragehinweis:<br \/><\/strong>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Siehe dazu auch <a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1030-tierversuche-in-der-kosmetikindustrie\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuche in der Kosmetikindustrie<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 51<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EU-Kommission verschiebt zum dritten Mal Verbot von Tierversuchen f\u00fcr Kosmetika. 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