{"id":835,"date":"2007-03-29T10:20:00","date_gmt":"2007-03-29T08:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/ungene-chance-fierversuchsfreie-ausbildung\/"},"modified":"2007-03-29T10:20:00","modified_gmt":"2007-03-29T08:20:00","slug":"ungene-chance-fierversuchsfreie-ausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/ungene-chance-fierversuchsfreie-ausbildung\/","title":{"rendered":"Ungen\u00fctzte Chance f\u00fcr tierversuchsfreie Ausbildung"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8220;Internationale Bund der Tierversuchsgegner&#8221; (IBT) fordert die Abschaffung aller Tierversuche in der Aus- und Fortbildung, weil es inzwischen zahlreiche Ersatzmethoden gibt. &#8220;Die Lehrfreiheit wird dadurch nicht gef&auml;hrdet, weil nicht die Lehrinhalte, sondern nur die Methodik der Vermittlung eingeschr&auml;nkt wird&#8221;, erkl&auml;rt Gerda Matias, Pr&auml;sidentin des IBT und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens. <\/p>\n<p>Seit vier Jahren wird auch Anzahl und Art der verwendeten lebenden Wirbeltiere f&uuml;r die allgemeine und berufliche Ausbildung in der offiziellen Tierversuchsstatistik ausgewiesen. Im Vorjahr wurden 539 Tiere f&uuml;r Versuche zu Lehrzwecken verwendet &ndash; das sind um 35% mehr als im Jahr 2001. Genauere Angaben sind der offiziellen Statistik aber nicht zu entnehmen.<\/p>\n<p>Sicher ist nur, dass diese Zahl nicht dem tats&auml;chlichen Verbrauch von Tieren f&uuml;r Ausbildungszwecke entspricht. Schlie&szlig;lich gilt nach dem Tierversuchsgesetz nicht jeder in einem Tierversuchslabor durchgef&uuml;hrte Eingriff an einem Tier auch als Tierversuch, weshalb viele nicht in der offiziellen Statistik aufscheinen.<\/p>\n<p>Nach dem Gesetz handelt es sich nur dann um einen Tierversuch, wenn &#8230;<\/p>\n<ol>\n<li>der Versuch an einem Wirbeltier durchgef&uuml;hrt wird. Versuche an Wirbellosen gelten daher nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>der Versuch mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist. Alle Eingriffe, die nach der Ansicht des Experimentators f&uuml;r das Tier nicht belastend sind, gelten daher nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>der Versuch am lebenden Tier durchgef&uuml;hrt wird. Versuche an Tieren, die vorher eigens daf&uuml;r get&ouml;tet wurden, gelten daher nicht als Tierversuche!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach wie vor werden in der allgemeinen, universit&auml;ren und beruflichen Ausbildung Tierversuche zu &Uuml;bungs-, Versuchs- und Demonstrationszwecken in den Bereichen der Human-, Zahn- und Veterin&auml;rmedizin, der Biologie, Pharmazie, Biochemie, Genetik, Molekularbiologie, Ern&auml;hrungswissenschaft, Chemie, Physik, Landwirtschaft und Psychologie gemacht. Selbst im Rahmen der Studien der Forst- und Holzwirtschaft, der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft sowie der Landschaftsplanung und Landschaftspflege wurden Untersuchungen an eigens get&ouml;teten Fischen durchgef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Ein typischer Versuch beim Studium der Human-, Zahn-, Tiermedizin und Biologie ist &#8220;Galvanis Froschversuch&#8221;, bei dem alt bekannte physiologische Vorg&auml;nge am lebenden Frosch demonstriert werden: Seine Nerven, Muskeln und sein Herz werden freigelegt und elektrisch gereizt. Der\/die Experimentierende sieht dabei, dass der Muskel um so mehr zuckt, je gr&ouml;&szlig;er die Reizst&auml;rke ist.<br \/>Die lebenden Tiere werden bei diesen Versuchen nur schwach narkotisiert, wie der Anleitung aus einem Fachbuch zu diesem Versuch zu entnehmen ist: &#8220;Falls der leicht narkotisierte Frosch aus der Narkose erwachen sollte, kann man ihn dekapitieren (= enthaupten, wobei der Kopf mit einer Schere abgeschnitten wird, ohne Narkose, da diese die Organe l&auml;hmen w&uuml;rde), das R&uuml;ckenmark ausbohren und den Wirbelkanal zur Vermeidung von Blutung mit einem angespitzten Streichholz verstopfen &hellip;&#8221;.<\/p>\n<p>Im Biologiepraktikum (das auch Mediziner absolvieren m&uuml;ssen) werden diverse Tiere &ndash; Insekten, Fische, Ratten &#8211; seziert und pr&auml;pariert.<\/p>\n<p>Bei tierphysiologischen &Uuml;bungen werden Versuche an lebendigen Tieren durchgef&uuml;hrt und z.B. folgenderma&szlig;en angek&uuml;ndigt: &#8220;Analyse von Blut- und K&ouml;rperfl&uuml;ssigkeiten. Vergleich der Blutzusammensetzung bei verschiedenen Tierarten. Krebse, Miesmuscheln und Schnecken werden aufgeschnitten und bluten dann aus. Ein Fisch oder ein Frosch und eine Maus werden get&ouml;tet, um ihr Herz zu &ouml;ffnen und daraus mit einer Pipette Blut zu entnehmen.&#8221;<\/p>\n<p>Zu all diesen &Uuml;bungen stehen inzwischen zahlreiche Ersatzmethoden zur Verf&uuml;gung: Computersimulationen, die meist interaktiv gestaltet sind und etwa die Organfunktion simulieren. Plastikmodelle von Tieren und Organen. Eigens entwickelte Modelle, z.B. das von Wolfgang K&uuml;nzel von der Veterin&auml;rmedizinischen Universit&auml;t Wien entwickelte &Uuml;bungsphantom f&uuml;r die rektale Untersuchung des Pferdes oder ein von der Klinik f&uuml;r Herz- und Gef&auml;&szlig;chirurgie entwickeltes vollsynthetisches Trainingsmodell f&uuml;r die Koronarchirurgie. Schmerzlose Selbstversuche, z.B. eigene Blutabnahme oder mit dem Myographen zur Muskelelektrik und -mechanik etwa.<br \/>Die Verwendung von Tieren, die eines nat&uuml;rliches Todes oder durch Unf&auml;lle gestorben sind oder wegen unheilbarer Krankheiten in Tierarztpraxen eingeschl&auml;fert wurden, und das &Uuml;ben an Tierpatienten (EKG, Reflexe, Venenpunktionen etwa).<\/p>\n<p>&#8220;Mit unserer Forderung nach einem Verbot von Tierversuchen f&uuml;r die Ausbildung reklamieren wir nur den Vollzug des Tierversuchsgesetzes, in dessen &sect; 3 (2) ausdr&uuml;cklich festgehalten wird, dass Tierversuche ausschlie&szlig;lich dann durchgef&uuml;hrt werden d&uuml;rfen, wenn &#8220;die angestrebten Versuchsziele nicht durch andere Methoden und Verfahren bzw. in den F&auml;llen der beruflichen Ausbildung durch sonstige Lehrbehelfe, insbesondere durch Film und andere audiovisuelle Mittel, erreicht werden k&ouml;nnen&#8221;, so Gerda Matias abschlie&szlig;end. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>R&uuml;ckfragehinweis:<br \/><\/strong>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 57<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8220;Internationale Bund der Tierversuchsgegner&#8221; (IBT) fordert die Abschaffung aller Tierversuche in der Aus- und Fortbildung, weil es inzwischen zahlreiche Ersatzmethoden gibt. &#8220;Die Lehrfreiheit wird dadurch nicht gef&auml;hrdet, weil nicht die Lehrinhalte, sondern nur die Methodik der Vermittlung eingeschr&auml;nkt wird&#8221;, erkl&auml;rt Gerda <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/ungene-chance-fierversuchsfreie-ausbildung\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[38,39],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/835"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=835"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/835\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}