{"id":837,"date":"2007-03-29T10:18:00","date_gmt":"2007-03-29T08:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/trotz-alternativmethoden-steigt-die-zahl-der-tierversuche-an\/"},"modified":"2007-03-29T10:18:00","modified_gmt":"2007-03-29T08:18:00","slug":"trotz-alternativmethoden-steigt-die-zahl-der-tierversuche-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/trotz-alternativmethoden-steigt-die-zahl-der-tierversuche-an\/","title":{"rendered":"Trotz Alternativmethoden steigt die Zahl der Tierversuche an"},"content":{"rendered":"<p>Trotz Entwicklung zahlreicher &#8220;Alternativmethoden&#8221; zum Tierversuch nehmen Tierversuche europaweit zu. &#8220;Dies deshalb, weil es sich bei den sogenannten &#8220;Alternativen&#8221; nicht um tierversuchsfreie Verfahren handelt, sondern Tiere weiterhin, ja sogar vermehrt, gro&szlig;e &Auml;ngste, Qualen, Schmerzen und Leiden in Versuchen erdulden m&uuml;ssen &#8211; bis zu ihrem unausweichlichen Tod im Labor.<br \/>Nicht genug damit, m&uuml;ssen wirklich tierversuchsfreie Methoden bis zu ihrer beh&ouml;rdlichen Anerkennung einen besonders komplizierten und langwierigen Validierungsprozess durchlaufen, den nur wenige schaffen&#8221;, so Gerda Matias, Pr&auml;sidentin des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner (IBT). Sie kritisiert, dass im Gegensatz dazu Tierversuche &uuml;berhaupt keiner Validierung, also der Bewertung ihrer wissenschaftlichen Qualit&auml;t unterzogen werden. <\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Sogenannte Alternativmethoden sind keine tierversuchsfreien Methoden<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Bei der Entwicklung von wirklich tierversuchsfreien Methoden orten die TierversuchsgegnerInnen ein urs&auml;chliches Problem darin, dass die Forschung nach tierversuchsfreien Methoden zum &uuml;berwiegenden Teil von Institutionen und Firmen betrieben wird, die in der Regel parallel dazu noch immer vorrangig Tierversuche machen. <br \/>In diesem Sinne entwickeln WissenschafterInnen, die der fragw&uuml;rdigen Tierversuchsmethode verhaftet sind und denen es in der Regel auch an dar&uuml;ber hinausgehenden Ausbildungen fehlt, &#8220;Alternativen&#8221; nach dem 3R-Konzept. Die Ergebnisse sind dementsprechend mager und unbefriedigend. Sie tragen nicht zu einer Reduzierung von Tierversuchen bei, wie allein schon die n&uuml;chterne Betrachtung der Zahlen der j&auml;hrlichen amtlichen Tierversuchsstatistiken der EU-Mitgliedstaaten beweist. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Das umstrittene 3R-Konzept ist ein Etikettenschwindel<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Bei der Entwicklung von &#8220;Alternativmethoden&#8221;, f&uuml;r die weiterhin Tiere verwendet werden, st&uuml;tzen sich die Forscher auf das umstrittene 3R-Konzept, das 1959 von den Wissenschaftern Russel und Burch begr&uuml;ndet wurde. Die drei Rs leiten sich von den englischen Begriffen reduce (Reduzieren), refine (Verfeinern) und replace (Ersetzen) ab. Demnach gilt schon als &#8220;Alternativ- bzw. Ersatzmethode&#8221;, wenn eine geringere Anzahl von Versuchstieren eingesetzt wird (reduce) oder wenn die Tiere weniger Leiden und Schmerzen ertragen m&uuml;ssen, indem sie etwa in gr&ouml;&szlig;eren K&auml;figen untergebracht werden (refine).<\/p>\n<p>&#8220;Die Verwendung der Begriffe &#8220;Alternativ- bzw. Ersatzmethode&#8221; f&uuml;r Methoden, bei denen weiterhin Tiere, wenn auch in geringerer Anzahl und unter vermuteten weniger Leiden und Schmerzen, eingesetzt werden, ist ein Etikettenschwindel mit schwerwiegenden Folgen, da er mittlerweile von wichtigen Entscheidungstr&auml;gern &uuml;bernommen wird&#8221;, betont Gerda Matias. &#8220;Zum Beispiel werden die ohnehin sp&auml;rlichen &ouml;ffentlichen Forschungsgelder f&uuml;r &#8220;Alternativ- und Ersatzmethoden&#8221; an Personen und Einrichtungen vergeben, die Projekte im Sinne der 3Rs &#8211; also mit zus&auml;tzlichen Tierversuchen &#8211; durchf&uuml;hren&#8221;. Ein weiterer Grund, warum die Zahl der Tierversuche nicht sinkt, ist, weil nur wenige tierversuchsfreie Methoden die beh&ouml;rdliche Anerkennung schaffen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Die Validierung &#8211; ein H&uuml;rdenlauf<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Bevor ein tierversuchsfreies Verfahren beh&ouml;rdlich anerkannt wird, muss es &#8211; im Gegensatz zu Tierversuchen &#8211; den H&uuml;rdenlauf eines aufwendigen Validierungsprozesses durchlaufen, der im Durchschnitt zehn Jahre dauert. Das methodische Problem dabei ist, dass die Ergebnisse der tierversuchsfreien Methode mit den Ergebnissen des Tierversuches, der ersetzt werden soll, verglichen werden und mit diesen &uuml;bereinstimmen m&uuml;ssen. Doch die Tierversuche liefern selbst unverl&auml;ssliche, unsichere und nicht reproduzierbare Ergebnisse: Untersuchungen haben gezeigt, dass Tierversuche, durchgef&uuml;hrt mit ein- und derselben Versuchsanordnung in verschiedenen Labors unter den gleichen Bedingungen und Voraussetzungen, unterschiedliche Ergebnisse liefern. Dazu kommt, dass sich die Ergebnisse aus dem Tierversuch nicht auf den Menschen &uuml;bertragen lassen. Die weltweit &uuml;ber 8.000 wegen schwerster Nebenwirkungen und auch t&ouml;dlicher Folgen beim Menschen zur&uuml;ckgenommenen Arzneimittel beweisen die Untauglichkeit der Tierversuche f&uuml;r die Bewertung der Sicherheit und Unbedenklichkeit. Auch nehmen &#8211; trotz millionenfacher Tierversuche &#8211; die Umwelt- und Lebensmittelbelastungen mit gef&auml;hrlichen Stoffen kontinuierlich zu. Bei der Behandlung von Aids, Krebs, Allergien, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen etc. sind kaum Fortschritte zu verzeichnen.<\/p>\n<p>DDr. Christopher Anderegg: &#8220;Gem&auml;&szlig; Studien der chemischen Industrie selbst erweisen sich 90 bis 95 Prozent der Produkte, die im Tierversuch f&uuml;r sicher oder wirksam befunden wurden, w&auml;hrend der klinischen Pr&uuml;fungen am Menschen als unbrauchbar oder gef&auml;hrlich.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Unter diesem Aspekt, dass Tierversuche nicht verl&auml;sslich reproduzierbar sind und sich auf den Menschen schlecht &uuml;bertragen lassen, stellt diese Art der Validierung einen gro&szlig;en Hemmschuh bei der Entwicklung und Anerkennung von tierversuchsfreien Verfahren dar&#8221;, so Gerda Matias zusammenfassend. Damit die Anzahl der Tierversuche zumindest nicht noch weiter steigt, fordern die TierversuchsgegnerInnen eine saubere und transparente Definitionstrennung der Begriffe, eine verst&auml;rkte F&ouml;rderung der Entwicklung von echten tierversuchsfreien Methoden und eine Gesamtreform des umstrittenen Validierungsverfahrens. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>R&uuml;ckfragehinweis:<br \/><\/strong>Mag. Romana Rathmanner<br \/>Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)<br \/>Tel.: +43\/1\/713 08 23-10, Fax: +43\/1\/713 08 24,<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:tierversuchsgegner@chello.at\">tierversuchsgegner@chello.at<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 88<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Entwicklung zahlreicher &#8220;Alternativmethoden&#8221; zum Tierversuch nehmen Tierversuche europaweit zu. &#8220;Dies deshalb, weil es sich bei den sogenannten &#8220;Alternativen&#8221; nicht um tierversuchsfreie Verfahren handelt, sondern Tiere weiterhin, ja sogar vermehrt, gro&szlig;e &Auml;ngste, Qualen, Schmerzen und Leiden in Versuchen erdulden m&uuml;ssen &#8211; bis <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/03\/29\/trotz-alternativmethoden-steigt-die-zahl-der-tierversuche-an\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[38,39],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/837"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/837\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}