{"id":857,"date":"2012-11-26T10:01:00","date_gmt":"2012-11-26T09:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/11\/26\/tierversuchsstatistik-fas-jahr-2002-eine-analyse\/"},"modified":"2012-11-26T10:01:00","modified_gmt":"2012-11-26T09:01:00","slug":"tierversuchsstatistik-fas-jahr-2002-eine-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/11\/26\/tierversuchsstatistik-fas-jahr-2002-eine-analyse\/","title":{"rendered":"Tierversuchsstatistik f\u00fcr das Jahr 2002 &#8211; eine Analyse"},"content":{"rendered":"<p>Laut Tierversuchsgesetz haben die zust\u00e4ndigen Bundesminister die verwendeten Versuchstiere j\u00e4hrlich nach bestimmten Kriterien zu erfassen. Am 17. Juni 2003 wurden die Daten \u00fcber die im Vorjahr verwendeten Versuchstiere in Form einer gemeinsamen <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/tvstat_2002.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Statistik<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<br \/>Zur besseren und schnelleren \u00dcbersicht habe ich die offizielle Statistik <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/statistiktabellefuer2003.pdf\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">auf 4 Seiten komprimiert<\/a>, indem ich bei den Tabellen 2-7 die jeweilige Aufschl\u00fcsselung nach den Tierarten weggelassen habe.<\/p>\n<p>Im Jahr 2002 wurden insgesamt 192.062 lebende Wirbeltiere f\u00fcr belastende Versuche verwendet, das sind gegen\u00fcber dem Vorjahr um 6,5 % mehr. Damit setzt sich die Tendenz der kontinuierlichen Zunahme von Tierversuchen weiter fort. Konnte man zwischen 1991 und 1999, d.h. fast ein Jahrzehnt lang, erfreulicher Weise einen stetigen R\u00fcckgang von Versuchstieren verzeichnen, so ist die Zahl der in Versuchen verwendeten Tiere seit 1999 dramatisch gestiegen &#8211; um sage und schreibe 47,4 %!<br \/>Diese Entwicklung und dieses Ergebnis war zu bef\u00fcrchten, da Milliarden an \u00f6ffentlichen (!) Forschungsgeldern in die Gentechnologie gesteckt werden, wo haupts\u00e4chlich an Tieren experimentiert wird, w\u00e4hrend die Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden kaum bis gar nicht gef\u00f6rdert wird.<br \/>Dar\u00fcber hinaus fehlt eindeutig auch der politische Wille, die Tierversuche tats\u00e4chlich zu reduzieren, geschweige denn zu ersetzen: Noch immer d\u00fcrfen tiergetestete Kosmetika importiert und verkauft werden. Altchemikalien sollen (erneut) an Tieren getestet werden, was f\u00fcr Millionen von Tieren den grausamen Vergiftungstod bedeutet.<br \/>Daraus ergibt sich f\u00fcr uns TierversuchsgegnerInnen die dringende Forderung, dass endlich dem gesetzlichen Auftrag der Reduzierung und des Ersatzes von Tierversuchen nachgekommen wird, weshalb Projekte, die Tierversuche beinhalten, nicht mit \u00f6ffentlichen Geldern finanziert werden sollen. Gleichzeitig muss die Forschung nach tierversuchsfreien Methoden forciert und tierversuchsfreie Methoden sofort verbindlich anstelle von Tierversuchen angewendet werden.<\/p>\n<p>Bevor ich nun auf die Einzelheiten der Statistik 2002 eingehe, muss betont werden, dass sich die Statistik nur auf lebende Wirbeltiere, die einem belastenden Experiment ausgesetzt werden, bezieht: Wirbellose Tiere, vor dem Eingriff eigens get\u00f6tete Tiere und Tiere, die eigens zum Zweck der Gewinnung von Gewebe, Zellen, Organen etc. get\u00f6tet werden, scheinen in der Statistik nicht auf, ebenso wenig F\u00f6ten und Embryonen. Experimente, von denen der Experimentator annimmt, dass sie f\u00fcr das lebende Wirbeltier nicht belastend, also nicht mit Leiden und Schmerzen verbunden sind, gelten gesetzlich nicht als Tierversuche und scheinen auch nicht in der Statistik auf!<br \/>Die Statistik schweigt sich auch dar\u00fcber aus, wie viele Tiere sich tats\u00e4chlich in den Versuchslabors befinden, da sich die Zahlen nur auf die Labortiere, die im betreffenden Jahr tats\u00e4chlich im Versuch eingesetzt waren, beziehen. Es ist aber durchaus \u00fcblich, Tiere in Versuchslabors quasi als Vorrat zu halten bzw. bei Nichtgebrauch auch zu t\u00f6ten, was wiederum in keiner Statistik aufscheint.<br \/>Auch kann man der Statistik nicht entnehmen, wie viele Versuche ein Versuchstier insgesamt bis zu seinem qualvollen Tod \u00fcber sich ergehen lassen musste.<br \/>Der Statistik ist auch nicht zu entnehmen, mit wie vielen Tieren Klonversuche und gentechnische Experimente durchgef\u00fchrt wurden. Auch wird die Verwendung von transgenen Tieren nicht eigens ausgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 1:<br \/>Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Art:<\/strong><br \/>Am h\u00e4ufigsten wurden M\u00e4use (80 %, n\u00e4mlich 153.034) verwendet, gefolgt von den Kaninchen (8 %, n\u00e4mlich 15.560), Ratten (7 %, n\u00e4mlich 13.175) und Meerschweinchen (4%, n\u00e4mlich 7.566), die auch als die typischen Versuchstiere gelten, zu denen aber bald auch schon die Fische (882) gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, deren Verwendung ebenso wie bei den vorher genannten kontinuierlich ansteigt.<br \/>Auffallend ist im Vergleich zum Vorjahr der enorme Anstieg bei der Verwendung von Katzen (280) und Hunden (108); ebenso bedenklich ist die Zunahme der Anzahl bei den Hamstern, Pferden, Eseln und Kreuzungen.<br \/>Eine deutliche Verringerung ist bei der Verwendung von Amphibien (- 86 %), Schweinen, Schafen und Ziegen zu verzeichnen.<\/p>\n<p><strong>Anzahl der verwendeten Tiere nach den zust\u00e4ndigen Ressorts:<br \/><\/strong>Den h\u00f6chsten Verbrauch von Versuchstieren hat wieder das BM f\u00fcr Gesundheit und Frauen zu melden (149.510), gefolgt vom BM f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Kultur (36.580).<br \/>Das BM f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft registrierte 3.767 und das BM f\u00fcr Wirtschaft und Arbeit 2.319 Versuchstiere.<br \/>Allein beim BM f\u00fcr Bildung ist ein R\u00fcckgang der Versuchstiere zu verzeichnen, bei allen anderen Ministerien ist die Anzahl gestiegen.<\/p>\n<p><strong>Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Herkunft:<br \/><\/strong>Fast 80 % der Versuchstiere kommen aus nicht registrierten Zucht- oder Liefereinrichtungen, sondern &#8220;aus anderen Quellen innerhalb der EU&#8221;. Lediglich 37.385 Tiere kommen aus inl\u00e4ndischen Zucht- oder Liefereinrichtungen.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 2:<br \/>Anzahl der verwendeten Tiere nach dem Versuchszweck:<\/strong><br \/>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Versuchstiere (75,6 %, n\u00e4mlich 145.269) wurde f\u00fcr die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin eingesetzt (wobei bei der Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Veterin\u00e4rmedizin ein fast 90 %iger R\u00fcckgang zu verzeichnen ist). Fast 4.000 Tiere wurden f\u00fcr die Diagnostik von Krankheiten verwendet.<br \/>Die Zahl der Tiere f\u00fcr die Allgemeine und Berufliche Bildung ist mit 539 Tieren um 35 % angestiegen.<\/p>\n<p>Die Angaben in den Tabellen 3, 6, 7 und 8 stellen eine genauere Aufschl\u00fcsselung der Zahlen der Tabelle 2.6, n\u00e4mlich der f\u00fcr toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen verwendeten 8.758 Tiere, dar:<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 3:<\/strong><br \/><strong>Tabelle 2.6 weiter aufgeschl\u00fcsselt nach der untersuchten Stoffart:<\/strong><br \/>An Produkten bzw. Stoffen, die \u00fcberwiegend in der Landwirtschaft, im Haushalt, als Kosmetika, als Lebensmittelzusatzstoffe und als Futtermittelzusatzstoffe verwendet werden, wurden wie schon im Vorjahr keine toxikologischen und sonstigen Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt. Am h\u00e4ufigsten wurden die toxikologischen und sonstigen Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen an Produkten\/Stoffen oder Ger\u00e4ten in der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin (4.453) und solchen, die in der Industrie (3.159) verwendet werden, vorgenommen, was insgesamt 87 % ausmacht.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 6: <br \/>Tabelle 2.6 weiter aufgeschl\u00fcsselt nach Rechtsvorschriften:<\/strong><br \/>An 799 Tieren (um 545 mehr als im Vorjahr) wurden toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen vorgenommen, obwohl es hierf\u00fcr keine Rechtsvorschrift gibt!<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 7:<br \/>Tabelle 2.6 weiter aufgeschl\u00fcsselt nach der Art der Toxizit\u00e4tspr\u00fcfungen:<\/strong><br \/>Innerhalb der toxikologischen und sonstigen Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen wurden an den meisten Tieren, n\u00e4mlich an 2.767, &#8220;nichtletale klinische Anzeichenmethoden&#8221; angewendet, das sind um 994 weniger als im Vorjahr. Mehr als verdoppelt hat sich die Anzahl der Tiere f\u00fcr Pr\u00fcfungen auf subchronische und chronische Toxizit\u00e4t (1.831). Zugenommen hat ebenfalls die Anzahl der Tiere f\u00fcr Pr\u00fcfungen auf Hautsensibilisierung (1.139), auf Mutagenit\u00e4t (504) und der Toxizit\u00e4t f\u00fcr Wasserwirbeltiere (552).<br \/>Weniger Tiere kamen bei den letalen Methoden und f\u00fcr die Augenreizung zum Einsatz.<br \/>Gar keine Tiere wurden zur Pr\u00fcfung auf Reproduktionstoxizit\u00e4t herangezogen (im Vorjahr 460).<br \/>Und erstmals wurden auch keine LD-50 bzw. LC-50 Tests an Tieren durchgef\u00fchrt, was auch dem \u00f6sterreichischen Verbot entspricht, das aber bislang nicht eingehalten wurde.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 4:<br \/>Anzahl der verwendeten Tiere bei Versuchen im Zusammenhang mit Krankheiten von Mensch und Tier:<\/strong><br \/>Hierf\u00fcr wurden insgesamt 74.282 Tiere verwendet, davon 10.718 Tiere (im Vergleich zum Vorjahr um fast 20.000 Tiere weniger!) f\u00fcr Krebserkrankungen beim Menschen, 3.181 (das sind um 2.212 mehr) f\u00fcr Nervenleiden und Geistskrankheiten beim Menschen und 2.217 Tiere f\u00fcr Herz-Kreislauferkrankungen des Menschen.<br \/>979 Tiere wurden f\u00fcr &#8220;spezielle Tierkrankheiten betreffende Untersuchungen&#8221; eingesetzt.<br \/>Der gr\u00f6\u00dfte Teil jedoch, n\u00e4mlich 57.187 Tiere, wurde in die Rubrik f\u00fcr &#8220;sonstige Krankheiten des Menschen&#8221; eingetragen. Es w\u00e4re angebracht, hier die Statistik im Sinne der Aussagekraft weiter nach Krankheiten zu differenzieren wie Allergien, Diabetes etc.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Tabelle 5:<br \/>Die Zahlenangaben der Spalten 2.4 und 2.5, n\u00e4mlich die Anzahl der 72.415 verwendeten Tiere bei der Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin werden hier weiter nach den Rechtsvorschriften aufgeschl\u00fcsselt:<\/strong><br \/>Mehr als die H\u00e4lfte der Versuchstiere (41.870) wurde aufgrund von einer Kombination von Rechtsvorschriften (EU, Europarat, nationale, sonstige) verwendet. 27.372 Tiere wurden aufgrund von EU-Rechtsvorschriften den Versuchen unterzogen.<br \/>An 21 Tieren, das sind immerhin um gute 1.000 weniger als im Vorjahr, wurden Versuche durchgef\u00fchrt, die auf keiner Rechtsvorschrift basieren!<\/p>\n<p>Aufrufe: 155<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Tierversuchsgesetz haben die zust\u00e4ndigen Bundesminister die verwendeten Versuchstiere j\u00e4hrlich nach bestimmten Kriterien zu erfassen. 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Juni 2003 wurden die Daten \u00fcber die im Vorjahr verwendeten Versuchstiere in Form einer gemeinsamen Statistik ver\u00f6ffentlicht.Zur besseren und schnelleren \u00dcbersicht habe ich die offizielle <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2012\/11\/26\/tierversuchsstatistik-fas-jahr-2002-eine-analyse\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[13,9,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/857"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=857"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/857\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}