{"id":864,"date":"2007-06-28T12:08:00","date_gmt":"2007-06-28T10:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/06\/28\/tierversuchsstatistik-fas-jahr-2005-eine-analyse\/"},"modified":"2007-06-28T12:08:00","modified_gmt":"2007-06-28T10:08:00","slug":"tierversuchsstatistik-fas-jahr-2005-eine-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2007\/06\/28\/tierversuchsstatistik-fas-jahr-2005-eine-analyse\/","title":{"rendered":"Tierversuchsstatistik f\u00fcr das Jahr 2005 &#8211; eine Analyse"},"content":{"rendered":"<p>Am 27.06 2006 ist die <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/statistik2005.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik<\/a> gem\u00e4\u00df \u00a7 16 Tierversuchsgesetz f\u00fcr das Jahr 2005 ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Der schnelleren und leichteren \u00dcbersichtlichkeit wegen, habe ich die 40 Tabellen der offiziellen <a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/statistiktabelle_fuer_2005.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Statistik auf 4 Seiten zusammengefasst<\/a>, indem bei den Tabellen 2 \u2013 7 die Aufschl\u00fcsselung nach den einzelnen Tierarten weggelassen wurde.<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 wurden in \u00d6sterreich 167.312 lebende Wirbeltiere f\u00fcr belastende, schmerzhafte Experimente eingesetzt (326 Tiere wurden erneut f\u00fcr Versuche verwendet). Dies stellt gegen\u00fcber dem Vorjahr eine markante Verringerung von \u00fcber 10 % dar und betrifft haupts\u00e4chlich M\u00e4use und Kaninchen und mit weitem Abstand auch Meerschweinchen, &#8220;Andere Nager&#8221;, Hunde, Pferde, Meerkatzen und Katzen.<br \/>Wie schon bei den vorhergehenden Berichten angef\u00fchrt, ist bei der statistischen Darstellung der Versuchstiere folgendes zu ber\u00fccksichtigen und festzuhalten:<br \/>Wie viele Tiere sich im Jahr 2005 tats\u00e4chlich in den Versuchslabors befunden haben, ist der Statistik noch immer nicht zu entnehmen, da sich die Zahlen nur auf die Labortiere, die im betreffenden Jahr tats\u00e4chlich im Versuch eingesetzt waren, beziehen. Es ist aber durchaus \u00fcblich, Tiere in den Versuchslabors quasi auf Vorrat zu halten bzw. bei Nichtgebrauch auch zu t\u00f6ten, was statistisch nicht eigens erfasst wird. <br \/>Zudem ist der Statistik nicht zu entnehmen, wie viele Versuche ein einzelnes Versuchstier insgesamt bis zu seinem qualvollen Tod \u00fcber sich ergehen lassen musste.<br \/>Auch werden Klonversuche, gentechnische Experimente und der Einsatz von transgenen Tieren nicht eigens ausgewiesen. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus muss festgehalten werden, dass die Zahlen der offiziellen Statistik nicht dem tats\u00e4chlichen Verbrauch von Tieren in den Labors entsprechen.<br \/>Denn nach dem Tierversuchsgesetz gilt nicht jeder Eingriff an einem Tier (auch in einem Tierversuchslabor!) als ein Tierversuch und scheint somit auch nicht in der offiziellen Statistik auf. Nach dem Gesetz handelt es sich nur dann um einen Tierversuch, wenn <\/p>\n<ul>\n<li>1. der Versuch an einem Wirbeltier durchgef\u00fchrt wird. Versuche an Wirbellosen gelten nicht als Tierversuche! <\/li>\n<li>2. der Versuch mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist. Alle Eingriffe, die nach der Meinung des Experimentators (!) f\u00fcr das Tier nicht belastend sind, gelten nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>3. der Versuch am lebenden Tier durchgef\u00fchrt wird. Versuche an Tieren, die vorher eigens (zum Zwecke der Gewinnung von Gewebe, Zellen, Organen etc.) daf\u00fcr get\u00f6tet wurden, gelten nicht als Tierversuche!<\/li>\n<li>4. Ebenso wenig gelten Versuche an Tierf\u00f6ten und -embryonen als Tierversuche.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus unterliegen Tierversuche, die in einem anderen Land in Auftrag gegeben oder als (auch mit \u00f6sterreichischen Steuermitteln gef\u00f6rdertes) Forschungsprojekt in ein anders Land verlagert werden nicht dem \u00f6sterreichischen Tierversuchsgesetz. <\/p>\n<p><strong>Tabelle1:<br \/>Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Herkunft:<br \/><\/strong>Nach wie vor stammen \u00fcber drei Viertel aller Versuchstiere aus n i c h t (!) registrierten Zucht- oder Liefereinrichtungen. Lediglich 28 % kommen aus einer \u00f6sterreichischen registrierten Zucht- oder Liefereinrichtung.<br \/>Dies widerspricht v\u00f6llig der Zielvorgabe der Tierversuchsstatistik-Verordnung, nach der die Tiere vorrangig aus registrierten Einrichtungen kommen sollten.<\/p>\n<p><strong>Anzahl der verwendeten Tiere nach den zust\u00e4ndigen Ressorts:<br \/><\/strong>Mit 124.437 (plus 146 erneut verwendeten) Tieren hat wieder das Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit und Frauen die h\u00f6chste Anzahl zu melden \u2013 und dies trotz einer Reduzierung von \u00fcber 10 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Alle anderen Ministerien haben eine Zunahme zu verzeichnen. <\/p>\n<p><strong>Anzahl der verwendeten Tiere nach ihrer Art:<br \/><\/strong>Trotz deutlicher Reduzierung gegen\u00fcber dem Vorjahr wurden auch im Jahr 2005 nach wie vor am h\u00e4ufigsten M\u00e4use (128.634) und Kaninchen (18.439) zu Tests herangezogen. Die Verwendung von sogenannten Nutztieren wie Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen hat sich verdoppelt. Eine Tendenz, die sich schon im Vorjahr abgezeichnet hat. Eine weitere Zunahme ist bei Ratten, Fischen, &#8220;Anderen V\u00f6geln&#8221;, Amphibien und Hamstern festzustellen. Neu ist der Einsatz von Reptilien und Wachteln f\u00fcr Experimente.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 2:<br \/>Anzahl der verwendeten Tiere nach dem Versuchszweck:<br \/><\/strong>\u00dcber zwei Drittel der Versuchstiere wurden f\u00fcr die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin verwendet \u2013 um 8 % weniger als im Vorjahr.<br \/>Im Bereich der Grundlagenforschung mussten 20 % der Versuchstiere, das sind 33.919 Tiere, sterben \u2013 um 5 % mehr als im Vorjahr.<br \/>Auch die f\u00fcr die Tiere extrem belastenden toxikologischen und sonstigen Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen (Haut- und Augenreizungstests etwa) sind mit 8.176 Tieren um fast 4 % gestiegen (in den Tabellen 3, 6 und 7 werden diese detaillierter aufgeschl\u00fcsselt).<br \/>Tierversuche im Rahmen der Ausbildung haben sich verdoppelt, obwohl es gerade in diesem Bereich ausreichend Alternativmethoden gibt.<br \/>Zum Zweck der Krankheitsdiagnostik wurden weniger als 1 % der Tiere verwendet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 3:<br \/>Die Spalte 2.6 mit den 8.176 Tieren wird hier weiter nach der untersuchten Stoffart aufgeschl\u00fcsselt:<br \/><\/strong>F\u00fcr toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen wurden 8.176 Tiere insgesamt verwendet. An mehr als der H\u00e4lfte der Tiere, n\u00e4mlich an 4.438, wurden Giftigkeitstests f\u00fcr Produkte\/Stoffe\/Ger\u00e4te der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin durchgef\u00fchrt.<br \/>3.738 Tiere wurden der Rubrik 3.10. (bzw. in Tabelle 8 der Spalte j) zugeteilt, die mit dem Titel &#8220;Sonstige toxikologische und Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen&#8221; eigentlich gar keine Stoffart bzw. Produktgruppe darstellt.<br \/>F\u00fcr Kosmetika, Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe, f\u00fcr Produkte\/Stoffe im Haushalt, in der Landwirtschaft und in der Industrie wurden keine Giftigkeitstests durchgef\u00fchrt, ebenso keine f\u00fcr m\u00f6gliche oder tats\u00e4chliche Kontaminanten in der Umwelt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 4: <br \/>Anzahl der verwendeten Tiere bei Versuchen im Zusammenhang mit Krankheiten von Mensch und Tier:<br \/><\/strong>Hierf\u00fcr wurden insgesamt 75.882 Tiere &#8220;verbraucht&#8221;, davon 16.629 f\u00fcr Krebserkrankungen beim Menschen, 5.240 f\u00fcr Nervenleiden und Geisteskrankheiten des Menschen und 2.021 f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen des Menschen.<br \/>F\u00fcr spezielle Tierkrankheiten betreffende Untersuchungen mussten 95 Tiere sterben.<br \/>Nach wie vor (aber nicht mehr so hoch wie im Vorjahr) findet sich die h\u00f6chste Anzahl der verwendeten Tieren mit 51.897 in der Rubrik f\u00fcr &#8220;Sonstige Krankheiten des Menschen&#8221;. Nach wie vor fordern wir, dass hier die Statistik im Sinne der Aussagekraft weiter nach Krankheiten differenziert werden sollte (etwa nach Diabetes, Allergien etc.).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 5:<br \/>Die Zahlenangaben der Spalten 2.4 und 2.5, n\u00e4mlich die Anzahl der 40.206 verwendeten Tiere bei der Herstellung und Qualit\u00e4tskontrolle von Produkten und Ger\u00e4ten der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin werden hier weiter nach den Rechtsvorschriften aufgeschl\u00fcsselt:<br \/><\/strong>24.665 Tiere (f\u00fcnf Mal mehr als im Vorjahr) wurden aufgrund von einer Kombination von Rechtsvorschriften (EU, Europarat, nationale und sonstige) verwendet; 14.429 Tiere wurden aufgrund von EU-Rechtsvorschriften den Versuchen unterzogen; an 345 Tieren wurden aufgrund \u00f6sterreichischer Rechtsvorschriften Experimente durchgef\u00fchrt.<br \/>Waren im Vorjahr in der Rubrik f\u00fcr &#8220;sonstige Rechtsvorschriften&#8221; noch 22.537 Tiere registriert, so sind es diesmal lediglich 461. <br \/>An 306 Tieren (um die H\u00e4lfte weniger als im Vorjahr) wurden Versuche durchgef\u00fchrt, die auf keiner (!!!) Rechtsvorschrift basieren. <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 6:<br \/>Die Spalte 2.6 wird hier mit den 8.176 Tieren weiter nach den Rechtsvorschriften aufgeschl\u00fcsselt:<br \/><\/strong>An fast der H\u00e4lfte der Tiere, an 4.273, wurden toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen aufgrund &#8220;Sonstiger Rechtsvorschriften&#8221; durchgef\u00fchrt.<br \/>An 2.607 Tieren wurden Giftigkeitstests aufgrund von EU-Rechtsvorschriften vorgenommen.<br \/>An 713 Tieren wurden toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen aufgrund eine Kombination von Rechtsvorschriften (EU, Europarat, nationale und sonstige) durchgef\u00fchrt.<br \/>An 583 Tieren (aber immerhin um fast die H\u00e4lfte weniger als im Vorjahr) wurden Giftigkeitstests ohne jegliche Rechtsvorschrift durchgef\u00fchrt!!!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tabelle 7:<br \/>Die Spalte 2.6 wird hier mit den 8.176 Tieren weiter nach der Art der Toxizit\u00e4tspr\u00fcfungen aufgeschl\u00fcsselt:<br \/><\/strong>Die Toxizit\u00e4tstests, die au\u00dferordentlich belastend f\u00fcr die Tiere sind und mit gro\u00dfen Schmerzen und Leiden einhergehen, sind abermals gestiegen (von 7.888 auf 8.176). <br \/>Zumindest erfreulich, dass \u2013 wie schon im Vorjahr \u2013 auch diesmal kein einziges Tier mehr dem ber\u00fcchtigten, weil sehr grausamen, LD-50-Giftigkeitstest ausgesetzt wurde. (Obwohl dieser Test in \u00d6sterreich seit Jahren verboten ist, wurde er in den letzten Jahren doch immer wieder durchgef\u00fchrt.)<br \/>Zunahmen sind zu verzeichnen bei den Hautreizungs-, Hautsensibilisierungs- und Augenreizungtests.<br \/>Die Rubrik &#8220;Sonstiges&#8221; hat sich mit einer Anzahl von 1.464 mehr als verdreifacht. Gesunken ist die Anzahl bei den Mutagenit\u00e4tstests und den subchronischen und chronischen Toxizit\u00e4tstests.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 8:<br \/>Die Spalte 2.6 wird hier mit den 8.176 Tieren weiter nach der Art der Toxizit\u00e4tspr\u00fcfungen aufgeschl\u00fcsselt und nach den Produktgruppen eingeteilt:<br \/><\/strong>F\u00fcr toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitspr\u00fcfungen wurden 8.176 Tiere insgesamt verwendet. An mehr als der H\u00e4lfte der Tiere, n\u00e4mlich an 4.438, wurden Giftigkeitstests f\u00fcr Produkte\/Stoffe\/Ger\u00e4te der Human-, Zahn- und Veterin\u00e4rmedizin durchgef\u00fchrt, davon wiederum haupts\u00e4chlich akute und subakute Giftigkeitstests (2.382).<br \/>Weiteres dazu entnehmen Sie bitte der Analyse zu den Tabellen 3 und 7, da diese in der Tabelle 8 zusammengefasst sind.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Siehe dazu auch unsere\u00a0Presseinformation <a href=\"index.php\/presse\/pressemeldungen\/1003-tierversuchsstatistik-f005\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuchsstatistik f\u00fcr 2005<\/a><\/p>\n<p>Aufrufe: 121<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27.06 2006 ist die Tierversuchsstatistik gem\u00e4\u00df \u00a7 16 Tierversuchsgesetz f\u00fcr das Jahr 2005 ver\u00f6ffentlicht worden. 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