{"id":894,"date":"2017-07-30T06:44:00","date_gmt":"2017-07-30T04:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2017\/07\/30\/beschwerde-gegen-patente-auf-gentechnisch-manipulierte-schimpansen\/"},"modified":"2017-07-30T06:44:00","modified_gmt":"2017-07-30T04:44:00","slug":"beschwerde-gegen-patente-auf-gentechnisch-manipulierte-schimpansen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2017\/07\/30\/beschwerde-gegen-patente-auf-gentechnisch-manipulierte-schimpansen\/","title":{"rendered":"Beschwerde gegen Patente auf gentechnisch manipulierte Schimpansen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Streit um die Patente der US-Firma Intrexon auf gentechnisch ver\u00e4nderte Schimpansen geht in die n\u00e4chste Runde: Nachdem das Europ\u00e4ische Patentamt (EPA) die Sammeleinspr\u00fcche gegen die Patente EP1572862 und EP1456346 abgelehnt hatte, legen die beteiligten Verb\u00e4nde jetzt Beschwerde ein. Intrexon beansprucht gentechnisch ver\u00e4nderte M\u00e4use, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe und sogar Schimpansen als Erfindung. Den Tieren soll eine Art \u201eGen-Schalter\u201c eingepflanzt werden, um die Aktivit\u00e4t bestimmter Gene zu ver\u00e4ndern. Im Zentrum der Beschwerde: Durch Patente auf gentechnisch ver\u00e4nderte Versuchstiere entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz, unn\u00f6tige Tierversuche durchzuf\u00fchren. Das EPA weigert sich bisher, diese ethischen Einw\u00e4nde zu ber\u00fccksichtigen. Das Europ\u00e4ische Patentamt hatte in seiner Entscheidung von 2015 zwar festgestellt, dass diese Patente von Intrexon keinen medizinischen Nutzen haben. Dennoch will es diese nicht widerrufen. Jetzt streben die Beschwerdef\u00fchrer eine Grundsatzentscheidung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p>Die Zahl von gentechnisch ver\u00e4nderten Tieren f\u00fcr Versuche steigt seit Jahren an. Um diesen Trend umzukehren, m\u00fcssen nach Ansicht des breiten B\u00fcndnisses von Organisationen, das sich gegen die Patentierung von Tieren einsetzt, endlich effektive Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Ein erster wichtiger Schritt w\u00e4re Patente auf Versuchstiere zu verbieten, die rein wirtschaftlichen Zwecken dienen. Dabei ist vor allem die Politik gefragt. Vom Europ\u00e4ischen Patentamt wurden bereits \u00fcber 1500 Patente auf Tiere erteilt, die zumeist gentechnisch ver\u00e4ndert sind, etwa 5.000 Patente wurden beim EPA angemeldet. Verschiedene Firmen haben sich auf das Gesch\u00e4ft mit diesen Versuchstieren spezialisiert und bewerben deren Verkauf massiv. Gleichzeitig steigt die Zahl der Versuche mit gentechnisch ver\u00e4nderten Tieren seit Jahren an. In Deutschland wurden nach den letzten offiziellen Zahlen im Jahr 2013 etwa eine Million gentechnisch ver\u00e4nderte Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet, die Anzahl hat sich demnach seit 2004 nahezu verdreifacht.<\/p>\n<p>\u201eDie Erteilung derartiger Patente f\u00fchrt dazu, dass Unternehmen versuchen, gentechnisch ver\u00e4nderte Tiere auch dann gewinnbringend zu vermarkten, wenn kein medizinischer Nutzen zu erwarten ist\u201c, sagt Christoph Then von Testbiotech \u201ePatentamt und Patentinhaber machen Tierversuche gemeinsam zu einem unmoralischen Gesch\u00e4ft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Intrexon ist zwar nicht die einzige Firma, die europ\u00e4ische Patente auf gentechnisch ver\u00e4nderte Schimpansen erhalten hat. Zwei andere Firmen haben aber nach Einspr\u00fcchen ihre Patente bereits zur\u00fcckgezogen. Intrexon sieht sich selbst als ein \u201ef\u00fchrendes Unternehmen im Bereich der Synthetischen Biologie\u201c und ist sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Pharmaforschung t\u00e4tig. Die US-Firma hat Unternehmen aufgekauft, die Nutztiere klonen und gentechnisch ver\u00e4nderten Lachs produzieren. Intrexon ist auch auf dem Gebiet gentechnisch ver\u00e4nderter B\u00e4ume engagiert und hat auch die Firma Oxitec \u00fcbernommen, die mit der Freisetzung gentechnisch ver\u00e4nderter Insekten Profit machen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen die Patente von Intrexon hat sich ein breites B\u00fcndnis gebildet. Darunter sind: Menschen f\u00fcr Tierrechte, Albert Schweitzer Stiftung f\u00fcr unsere Mitwelt, Cruelty Free International, Deutscher Tierschutzbund, Gen-ethisches Netzwerk (GeN), Gesellschaft f\u00fcr \u00f6kologische Forschung, Jane Goodall Institut (Deutschland), Kein Patent auf Leben!, Pro Wildlife, Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG), Schweizer Tierschutz (STS), TASSO, Testbiotech und Wild Chimpanzee Foundation Deutschland (WCF).<br \/>(Pressemitteilung vom 02.06.2016 von Menschen f\u00fcr Tierrechte. Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., <a href=\"https:\/\/www.tierrechte.de\/\">https:\/\/www.tierrechte.de\/<\/a>)<\/p>\n<p>Aufrufe: 68<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Streit um die Patente der US-Firma Intrexon auf gentechnisch ver\u00e4nderte Schimpansen geht in die n\u00e4chste Runde: Nachdem das Europ\u00e4ische Patentamt (EPA) die Sammeleinspr\u00fcche gegen die Patente EP1572862 und EP1456346 abgelehnt hatte, legen die beteiligten Verb\u00e4nde jetzt Beschwerde ein. 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