{"id":934,"date":"2014-05-08T11:03:00","date_gmt":"2014-05-08T09:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/endlich-gesetzlich-verankert-ersatzmethode-zum-nachweis-von-algengiften-in-muscheln\/"},"modified":"2014-05-08T11:03:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:03:00","slug":"endlich-gesetzlich-verankert-ersatzmethode-zum-nachweis-von-algengiften-in-muscheln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/endlich-gesetzlich-verankert-ersatzmethode-zum-nachweis-von-algengiften-in-muscheln\/","title":{"rendered":"Endlich gesetzlich verankert: Ersatzmethode zum Nachweis von Algengiften in Muscheln"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Muscheln, die f\u00fcr den menschlichen Verzehr bestimmt sind, m\u00fcssen, bevor sie auf den Markt gelangen, auf marine Biotoxine, die von bestimmten Algenarten erzeugt werden und sich in Muscheln anreichern, untersucht werden. Denn diese Algengifte k\u00f6nnen Magen-Darm Erkrankungen, L\u00e4hmungen oder sogar t\u00f6dliche Vergiftungen verursachen.<br \/>Bislang war als amtliche Nachweismethode der sogenannte \u201eMaus-Bioassay\u201c, ein qualvoller Tierversuch, gesetzlich vorgeschrieben. Dabei wird M\u00e4usen, aber auch Ratten, ein Extrakt aus dem zu pr\u00fcfenden Muschelgewebe in die Bauchh\u00f6hle gespritzt. Ist Muschelgift vorhanden, sterben die Versuchstiere einen qualvollen Vergiftungstod, der bis zu 24 Stunden dauern kann. F\u00fcr diesen Test wurden innerhalb des EU-Raumes j\u00e4hrlich 300.000 M\u00e4use verbraucht.<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong> <\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong>Der Maus-Bioassay ist nicht nur eine tierqu\u00e4lerische sondern insbesondere<br \/>auch eine \u00fcberaus unsichere Methode, weil er keine verl\u00e4sslichen Daten liefert<br \/><\/strong> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">Bereits 2005 hat das deutsche Bundesinstitut f\u00fcr Risikoforschung (BfR) empfohlen, dass Lebensmittelproben mit chemisch-analytischen Methoden untersucht werden sollen. Denn mit dem Maus-Bioassay lasse sich nicht sicher bestimmen, ob marine Biotoxine in Muscheln enthalten sind und ob die gesetzlichen H\u00f6chstmengen eingehalten werden. Au\u00dferdem sei die tierfreie Methode aus Gr\u00fcnden des Tierschutzes dem Maus-Bioassay vorzuziehen. Diese BfR-Position hat auch der EFSA (Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit) immer wieder best\u00e4tigt.<br \/>Deutschland hat schon seit den 1980er Jahren keine Tierversuche zur Bestimmung der Muscheltoxine durchgef\u00fchrt, sondern auf eine tierfreie chemisch-analytische Methode, der HPLC-Methode, gesetzt.<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong>Die langen Beh\u00f6rdenwege und \u00dcbergangsfristen<br \/>kosten weiterhin tausenden von Tieren das Leben<br \/><\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Obwohl man von der Unverl\u00e4sslichkeit und Unsicherheit des Maus-Bioassay wusste, hat es so lange gedauert, bis endlich eine chemische Methode, die LC-MS\/MS-Methode, validiert und per Verordnung auch gesetzlich vorgeschrieben worden ist (<a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/muscheltoxine-verbot.pdf\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">ABl. L 6 vom 11.1.2011, S. 3<\/a>). Und dies auch nur aufgrund der Hartn\u00e4ckigkeit der TierversuchsgegnerInnen, die seit Jahren die Abschaffung des Maus-Bioassay fordern.<\/p>\n<p>Die nun gesetzlich verbindlich vorgeschriebene Ersatzmethode ist jedoch praktisch erst mit Anfang 2015 umzusetzen, mit der Begr\u00fcndung, den Mitgliedstaaten \u201edie M\u00f6glichkeit zu geben\u201c ihre Methoden auf die nun tierfreie chemische Methode anzupassen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass fast eine Million (!!!) Tiere weiterhin f\u00fcr die Bestimmung der Muscheltoxine verwendet werden, obwohl eine vollwertige Ersatzmethode vorliegt!<br \/>Der langsame, ja tr\u00e4ge Beh\u00f6rdenweg mit den unendlichen Verschleppungen und unangemessen langen \u00dcbergangsfristen ist bis ins \u00e4u\u00dferte unertr\u00e4glich, weil es hier um das Leben und die Unversehrtheit von fast einer Million Tiere geht. Diese fallen im wahrsten Sinne des Wortes den langsamen M\u00fchlen der Beh\u00f6rden und tr\u00e4gen Institutionswegen zum Opfer.<\/p>\n<p><strong>WIR FORDERN: Wenn es um das Leben und die Unversehrtheit von Tieren geht, ist eine Ersatzmethode zum Tierversuch z\u00fcgig zu validieren, binnen einiger Monate gesetzlich zu verankern und binnen einiger Monate auch umzusetzen. Alles dar\u00fcber hinaus gehende ist ethisch nicht zu rechtfertigen und grenzt an fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung.<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: left;\">Siehe auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/meldungen\/943-tierversuche-fuschelgerichte\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Tierversuche f\u00fcr Muschelgerichte<\/a><br \/>Siehe auch unter <a href=\"index.php\/tierversuche\/info\/1247-parlamentarische-anfragen\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Parlamentarische Anfragen<\/a><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Aufrufe: 58<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muscheln, die f\u00fcr den menschlichen Verzehr bestimmt sind, m\u00fcssen, bevor sie auf den Markt gelangen, auf marine Biotoxine, die von bestimmten Algenarten erzeugt werden und sich in Muscheln anreichern, untersucht werden. Denn diese Algengifte k\u00f6nnen Magen-Darm Erkrankungen, L\u00e4hmungen oder sogar t\u00f6dliche Vergiftungen <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/endlich-gesetzlich-verankert-ersatzmethode-zum-nachweis-von-algengiften-in-muscheln\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[10,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/934"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/934\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}