{"id":937,"date":"2014-05-08T11:01:00","date_gmt":"2014-05-08T09:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/in-misskredit-eu-gutachten-tierversuche-an-affen\/"},"modified":"2014-05-08T11:01:00","modified_gmt":"2014-05-08T09:01:00","slug":"in-misskredit-eu-gutachten-tierversuche-an-affen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/in-misskredit-eu-gutachten-tierversuche-an-affen\/","title":{"rendered":"In Misskredit: EU-Gutachten \u00fcber Tierversuche an Affen"},"content":{"rendered":"<p><strong>EU-B\u00fcrgerbeauftragte gibt Untersuchung in Auftrag<br \/><\/strong><br \/>Der Europ\u00e4ische B\u00fcrgerbeauftragte hat die EU-Kommission aufgefordert, bis Ende April 2010 zu den Vorw\u00fcrfen, dass bei der Erarbeitung einer Stellungnahme \u00fcber die Verwendung von Affen in der Forschung und zu Testzwecken unausgewogen und unwissenschaftlich vorgegangen worden sei, Stellung zu beziehen.<\/p>\n<p \/>\n<p><strong>Zur Vorgeschichte:<br \/><\/strong><br \/>Am 25. September 2007 hat das Europ\u00e4ische Parlament mit gro\u00dfer Mehrheit eine Erkl\u00e4rung verabschiedet, mit der die Kommission aufgefordert wurde, die Verwendung von Menschenaffen und von in freier Wildbahn gefangener Affen zu verbieten und Tierversuche an den anderen nichtmenschlichen Primaten schrittweise durch Ersatzmethoden zu ersetzen.<\/p>\n<p>In der Folge hat die \u201eGeneraldirektion Umwelt\u201c der Europ\u00e4ischen Kommission den \u201eWissenschaftlichen Ausschuss f\u00fcr Gesundheit und Umweltrisiken\u201c (SCHER) mit der Erarbeitung einer wissenschaftlich fundierten Stellungnahme beauftragt, wobei zun\u00e4chst die Forschungsgebiete und Tests, bei denen nichtmenschliche Primaten eingesetzt werden, eruiert werden sollen. Weiters sollen die Ersatzmethoden oder Methoden, mit denen z.B. weniger Affen verwendet werden k\u00f6nnen oder auf andere Tierarten ausgewichen werden kann, ausfindig gemacht werden. Ebenso soll untersucht werden, in welche Forschungsgebiete investiert werden soll, um Ersatzmethoden zu entwickeln. Auch sollte ein Zeitplan f\u00fcr einen schrittweisen Ausstieg aus den Tierversuchen mit Affen aufgestellt werden und weitere Fragen gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Die Stellungnahme von SCHER wurde unter dem Titel \u201eThe need for non-human primates in biomedical research, production and testing of products and devices\u201c am 13. J\u00e4nner 2009 von dieser herausgegeben.<\/p>\n<p>Daraufhin hat die englische Tierschutzorganisation, die \u201eEurop\u00e4ische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen\u201c, eine Beschwerde beim Europ\u00e4ischen B\u00fcrgerbeauftragten eingereicht. Insbesondere kritisiert sie die einseitige Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, die nicht einmal mit einem Experten f\u00fcr tierversuchsfreie Methoden besetzt wurde. Weiters beanstandet sie, dass \u00fcbermittelte Informationen \u00fcber die wissenschaftlich belegte Unzuverl\u00e4ssigkeit von Affenversuchen nicht in die Bewertung mit aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe SCHER kommt in ihrer Stellungnahme zu dem lapidaren Schluss, \u201edass die Verwendung nichtmenschlicher Primaten aufgrund ihrer gro\u00dfen und zuweilen einzigartigen \u00c4hnlichkeiten zum Menschen auch weiterhin notwendig ist\u201c.<br \/>Zu dem logischen Schluss, dass gerade die gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit dem Menschen die Durchf\u00fchrung von Experimenten und Tests an Affen geradezu verbiete, kann SCHER allein schon deshalb nicht kommen, weil sie ganz bewusst und programmatisch die Einbeziehung ethischer Aspekte ausgeklammert hat.<\/p>\n<p>Das Thema Tierversuche ist seit jeher mit ethischen Fragestellungen unweigerlich eng verkn\u00fcpft &#8211; das eine kann nicht getrennt vom anderen betrachtet werden. Gerade eine wissenschaftliche Untersuchung \u00fcber die experimentelle Verwendung von Affen kann sich nicht bequem an der zentralen Frage vorbeischwindeln, inwieweit wir zum menschlichen Zwecke und dessen (vorgeblichem) Wohle Millionen von Lebewesen absichtlich der Freiheit berauben, ihnen alle nur erdenklichen Leiden, Qualen und Schmerzen zuf\u00fcgen und sie auf alle nur erdenkliche Arten t\u00f6ten d\u00fcrfen &#8211; au\u00dfer man m\u00f6chte unter Ausblendung aller gesellschaftspolitischer Entwicklungen zu einer einseitigen Beurteilung kommen &#8230;<\/p>\n<p>Der EU-B\u00fcrgerbeauftragte, Nikiforos Diamandouros, l\u00e4sst nun die Vorkommnisse rund um die Studie \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>Es ist zu hoffen, dass die zurecht in Misskredit geratene Studie nicht kritiklos von der EU-Politik dazu verwendet, sich vor dem Entschluss zu dr\u00fccken, den Ausstieg aus den Tierversuchen mit Affen in der neuen EU-Tierversuchsrichtlinie, deren \u00dcberarbeitung bald abgeschlossen sein wird, gesetzlich zu verankern.<\/p>\n<p><strong>Dokumente:<br \/><\/strong><a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/scher-englisch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stellungnahme von SCHER<\/a> (englisch)<br \/><a href=\"images\/stories\/tierversuche\/tv_pdfs\/scher-deutsch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zusammengefasster Bericht davon<\/a> (deutsch)<\/p>\n<p>Aufrufe: 37<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EU-B\u00fcrgerbeauftragte gibt Untersuchung in AuftragDer Europ\u00e4ische B\u00fcrgerbeauftragte hat die EU-Kommission aufgefordert, bis Ende April 2010 zu den Vorw\u00fcrfen, dass bei der Erarbeitung einer Stellungnahme \u00fcber die Verwendung von Affen in der Forschung und zu Testzwecken unausgewogen und unwissenschaftlich vorgegangen worden sei, Stellung <\/p>\n<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/in-misskredit-eu-gutachten-tierversuche-an-affen\/\">weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[10,4],"tags":[],"modified_by":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=937"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/937\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}