{"id":941,"date":"2014-05-08T10:57:00","date_gmt":"2014-05-08T08:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/transgene-ziege-erzeugt-medikament\/"},"modified":"2014-05-08T10:57:00","modified_gmt":"2014-05-08T08:57:00","slug":"transgene-ziege-erzeugt-medikament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/transgene-ziege-erzeugt-medikament\/","title":{"rendered":"Transgene Ziege erzeugt Medikament"},"content":{"rendered":"<p>Das Medikamnet ATryn\u00ae mit dem Wirkstoff Antithrombin alfa, das die Blutgerinnung hemmt, ist weltweit das erste zugelassene Medikament, das in Tieren \u2013 transgenen Ziegen \u2013 produziert wird. Es kann bei Menschen mit einem angeborenen Antithrombin-III-Mangel (der sehr selten auftritt) und die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Zur Herstellung des Wirkstoffes wird das menschliche Gen zur Produktion von Antithrombin in das Erbgut von Ziegen \u2013 in Ziegenembryos \u2013 implantiert, wobei schon in diesem Stadium viele Embryos absterben. Bei den erfolgreichen F\u00e4llen, den \u00fcberlebenden Geburten, wird in der Milchdr\u00fcse der Tiere der erw\u00fcnschte Wirkstoff produziert und nach schwierigen Prozeduren aus der Milch das fertige Medikament gewonnen.<\/p>\n<p>Obwohl die Herstellung des blutgerinnungshemmenden Mittels auch mit Zellkulturen m\u00f6glich ist, wurden zahlreiche Tierversuche in den USA, wo das Medikament entwickelt wurde, durchgef\u00fchrt, um dieses Verfahren zu entwickeln. Die US-amerikanische FDA (Food and Drug Administration) hat jedoch bislang die Zulassung des Medikaments verweigert. Hingegen hat die europ\u00e4ische Beh\u00f6rder EMEA (European Medicines Agency) die Erlaubnis bereits im Jahr 2006 erteilt. <\/p>\n<p>Die EU-Tierversuchsrichtlinie schreibt in Artikel 7 (2) unmissverst\u00e4ndlich vor, dass ein Versuch nicht vorgenommen werden darf, wenn zur Erreichung des angestrebten Ergebnisses (hier: die Produktion des blutgerinnungshemmenden Mittels) eine wissenschaftlich zufriedenstellende, vertretbare und praktikable Alternative zur Verf\u00fcgung steht (hier: Zellkulturen), bei der kein Tier verwendet werden muss. Doch diese Bestimmung bezieht sich nur auf die Entwicklung und Herstellung eines Produktes, jedoch nicht auf die Vermarktung.<\/p>\n<p>In einer Pressemitteilung &#8211; anl\u00e4sslich der erst j\u00fcngst erfolgten Zulassung in Deutschland &#8211; begr\u00fcndet das Pharmaunternehmen <a href=\"http:\/\/www.leo-pharma.com\/w-site\/leo\/docs.nsf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LEO Pharma<\/a>, welches das Medikament vertreibt und seinen Hauptsitz in D\u00e4nemark hat, die Vorteile dieses als &#8220;Gen Pharming&#8221; bezeichneten Verfahrens gegen\u00fcber der Anwendung von Zellkulturen mit dem h\u00f6heren Ertrag von Proteinen aus der transgenen Ziegenmilch und mit der h\u00f6heren Sicherheit, weil keine menschlichen Blutprodukte eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Ethische \u00dcberlegungen \u2013 inwieweit der Verbrauch von Embryonen, die Genmanipulation von Tieren, die operativen Eingriffe, die Reduktion von f\u00fchlenden Wesen auf eine Produktionsmaschine (die daher auch v\u00f6llig unverbl\u00fcmt als &#8220;Bioreaktoren&#8221; bezeichnet werden) gerechtfertig werden k\u00f6nnen &#8211; spielen dabei offenbar keine Rolle.<\/p>\n<p>Aufrufe: 102<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Medikamnet ATryn\u00ae mit dem Wirkstoff Antithrombin alfa, das die Blutgerinnung hemmt, ist weltweit das erste zugelassene Medikament, das in Tieren \u2013 transgenen Ziegen \u2013 produziert wird. 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