{"id":948,"date":"2014-05-08T10:39:00","date_gmt":"2014-05-08T08:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/eu-hat-sechs-alternativmethoden-anerkannt\/"},"modified":"2014-05-08T10:39:00","modified_gmt":"2014-05-08T08:39:00","slug":"eu-hat-sechs-alternativmethoden-anerkannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/2014\/05\/08\/eu-hat-sechs-alternativmethoden-anerkannt\/","title":{"rendered":"EU hat sechs Alternativmethoden anerkannt"},"content":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union hat am 21. M\u00e4rz sechs alternative Testverfahren zu Tierversuchen genehmigt. Alle sechs Tests wurden von ECVAM (1) validiert (2). <br \/>Bei f\u00fcnf Methoden handelt es sich um Ersatzmethoden zum Kaninchen-Pyrogen (3)-Test bzw. zur LAL-Methode, wof\u00fcr Pfeilschwanzkrebse verwendet werden und die schon zu 80 % \u2013 90 % den Kaninchen-Pyrogen-Test ersetzen.<br \/>Da jedoch mit diesen neuen in-vitro- (4) Tests offenbar nicht alle Pyrogene gefunden werden und f\u00fcr jedes Produkt die Anwendbarkeit der neuen Tests noch gepr\u00fcft werden muss, werden weiterhin noch Kaninchen f\u00fcr die Bestimmung von Pyrogene herhalten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nach Hochrechnungen des Paul-Ehrlich-Institutes k\u00f6nnen jedoch mit den neuen Ersatztests 200.000 Kaninchen pro Jahr in Europa und etwa doppelt soviel weltweit eingespart werden, wie uns der Leiter von ECVAM, DDr. Hartung, auf Anfrage mitgeteilt hat.<\/p>\n<p>Bei der sechsten validierten Methode, der UTC-Methode, handelt es sich um eine Alternative zum akuten aquatischen Toxizit\u00e4tstest (5), bei dem bislang Fische eingesetzt wurden. Mit einer neuen Teststrategie, wo die Substanzen nicht nur an Fischen, sondern auch an Algen und Wasserfl\u00f6hen getestet werden, k\u00f6nnen 65 % bis 72,8 % Fische eingespart werden.<\/p>\n<p>Damit handelt es sich hier um keine tierversuchs- und tierfreie Ersatzmethode, sondern um eine &#8220;Alternativ&#8221;-Methode, bei der es lediglich zu einer Reduzierung von Tieren kommt.<\/p>\n<p>Auch wenn es sich bei den sechs validierten Methoden um keine reinen Ersatzmethoden zum Tierversuch handelt, also weiterhin \u2013 wenn auch in einem geringeren Ausma\u00df &#8211; Tiere leiden und sterben m\u00fcssen, so ist es doch erfreulich, dass diese zumindest nun auch in den diversesten Pr\u00fcfvorschriften Eingang finden sollen. Denn nur auf diesem Weg kann es tats\u00e4chlich in absehbarer Zeit zu dem gew\u00fcnschten Ergebnis \u2013 einer Reduzierung von Versuchstieren &#8211; kommen.<\/p>\n<p>Laut DDr. Hartung hat die Deutsche Pharmakop\u00f6e (6) die Einf\u00fchrung schon beschlossen; die Europ\u00e4ische Pharmakop\u00f6e ber\u00e4t noch \u00fcber ihre Vorgehensweise. ICCVAM, das amerikanische \u00c4quivalent zu ECVAM, das f\u00fcr die Validierung von Alternativmethoden zust\u00e4ndig ist und dem auch die FDA (Food and Drug Administration) angeh\u00f6rt, hat ein Peer-Review (7) der Studien eingeleitet.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Umsetzung in \u00d6sterreich haben wir bei den zust\u00e4ndigen Stellen \u2013 beim (neu errichteten) Bundesamt f\u00fcr Sicherheit im Gesundheitswesen (bez\u00fcglich der in-vitro-Pyrogentests) und beim Umweltministerium (bez\u00fcglich der UTC-Methode) &#8211; angefragt, welche Schritte sie unternommen haben, damit diese validierten Tests auch in den diversen \u00f6sterreichischen nationalen Pr\u00fcf- bzw. Gesetzesvorschriften aufgenommen werden. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tierversuchsgegner.at\/wpibt\/images\/stories\/tierversuche\/Fotos\/fisch_europ_union.jpg\" border=\"0\" alt=\"Sample Image\" width=\"165\" height=\"62\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p>Doch dar\u00fcber hinaus ist zu w\u00fcnschen und zu fordern, dass diese noch tierverbrauchenden Alternativmethoden weiter entwickelt werden bzw. neue Ersatzmethoden ausgearbeitet werden, um die Tierversuche v\u00f6llig ersetzen zu k\u00f6nnen. Denn es ist nicht nur wichtig, dass Alternativmethoden in den diversen Pr\u00fcfvorschriften aufgenommen werden, sondern \u2013 umgekehrt &#8211; dass die vorgeschriebenen Tests mit Tieren aus diesen rasch gestrichen werden.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>(1) ECVAM: European Centre for the Validation of Alternative Methods\/Europ\u00e4isches Zentrum f\u00fcr die Validierung von Alternativmethoden, das 1991 von der Europ\u00e4ischen Kommission gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>(2) Validierung: ein komplizierter und langwieriger Proze\u00df, bei dem die Methode &#8211; anhand der vorhandenen Tierversuchsergebnisse &#8211; beurteilt und bewertet wird. Es muss immer unter den selben Bedingungen das beabsichtigte Ergebnis erzielt werden. Die Validierung wird f\u00fcr jedes neue Produkt erneut durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>(3) Pyrogene sind fiebererregende Stoffen, auf deren Vorhandensein Arzneimittel, bevor sie in Verkehr gebracht werden, gepr\u00fcft werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>(4) in-vitro: im Reagenzglas; au\u00dferhalb des lebenden Organismus<\/p>\n<p>(5) Hierbei wird die Giftigkeit einer Substanz, bei der bei einer einmaligen Verabreichung die H\u00e4lfte der Tiere stirbt, festgestellt und f\u00fcr das \u00d6kosystem Wasser bewertet.<\/p>\n<p>(6) Pharmakop\u00f6e: Internationale und nationale Arzneib\u00fccher, die eine Sammlung von Vorschriften \u00fcber die Qualit\u00e4t von Arzneimittel beinhalten.<br \/>Die Europ\u00e4ische Pharmakop\u00f6e harmonisiert die Qualit\u00e4t von Medikamenten unter 34 Mitgliedstaaten des Europarates und der EU.<\/p>\n<p>(7) Beurteilung durch unabh\u00e4ngige Gutachter<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Nachtrag vom 4.09.2006:<\/strong><br \/>Wie uns die \u00d6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit GmbH (AGES) auf unsere Anfrage bez\u00fcglich des Einsatzes von Ersatzmethoden zum Kaninchen-Pyrogen-Test (der zur Pr\u00fcfung von fiebererregenden Stoffen eingesetzt wird) mitgeteilt hat, hat sie seit M\u00e4rz 2006 keine Pyrogenstests mittels Kaninchen mehr durchgef\u00fchrt. Statt dessen hat die Agentur den LAL-Test etabliert und validiert. Doch leider werden f\u00fcr diesen sehr wohl noch Tiere, n\u00e4mlich Pfeilschwanzkrebse eingesetzt.<\/p>\n<p>Und bez\u00fcglich des Ersatzes des Fischtestes (bei der Abwasser\u00fcberwachung eingesetzt) teilte uns das Lebensministerium mit, dass f\u00fcr den Akuttest schon seit 1991 hierf\u00fcr Leuchtbakterien, Algen, Wasserfl\u00f6hen eingesetzt werden und Fische &#8220;nur in \u00e4u\u00dferst seltenen F\u00e4llen&#8221;. Im Jahr 2005 hat es ein Forschungsprojekt vergeben, &#8220;das den Nachweis der Gleichwertigkeit der Aussagekraft des Fischeitests gegen\u00fcber dem Fischtest zum Ziel hat&#8221;. Sp\u00e4testens mit Ende 2006 ist mit einem Ergebnis zu rechnen.<\/p>\n<p>Aufrufe: 37<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union hat am 21. M\u00e4rz sechs alternative Testverfahren zu Tierversuchen genehmigt. Alle sechs Tests wurden von ECVAM (1) validiert (2). 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