REACH – die Kurzformel steht für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe – , mit der die Chemikalienpolitik der Europäischen Union neu geordnet und reformiert wurde, ist abgeschlossen. Am 13.12.2006 nahm das Europäische Parlament in seiner zweiten Lesung den Anfang Dezember 2006 erzielten Kompromisstext von Europaparlament, Rat und Kommission an. Am 18.12.2006 haben auch die EU-Umweltminister ihre Zustimmung gegeben. Somit tritt die REACH-Verordnung am 1. Juni 2007 in Kraft.
Da mit REACH die sogenannten chemischen “Altstoffe”, von denen 30.000 in Umlauf sind, in den kommenden elf Jahren – stufenweise, je nach in Verkehr gebrachter Menge – neu erfasst und auf ihre Gefährlichkeit hin bewertet werden, ist bis 2018 mit einem immensen Anstieg von Tierversuchen zu rechnen. Aufgrund jahrelanger und massiver Interventionen europäischer TierversuchsgegnerInnen konnte das Schreckensszenario, der Verbrauch von 45 Millionen Versuchstieren, abgewendet werden. Die Verantwortlichen konnten für das Thema Tierversuche sensibilisiert und viele Verbesserungen erreicht werden:
- Die Unternehmen sind verpflichtet, Testdaten aus Tierversuchen freizugeben bzw. auszutauschen, um Doppelt- und Mehrfachversuche für die gleichen Chemikalien zu vermeiden.
- Sollen mit einer Substanz Tierversuche durchgeführt werden, muss der entsprechende Testvorschlag 45 Tage lang ins Internet gestellt werden. Interessensgruppen haben die Möglichkeit nach Alternativmethoden zu recherchieren.
- Die Entwicklung, Förderung und Validierung von Ersatzmethoden soll forciert werden. (Rund 80 Millionen Euro wurden im sechsten EU-Forschungsprogramm dafür bereitgestellt.)
- Die neue Europäische Chemikalienagentur in Helsinki muss regelmäßig über die Entwicklung von Alternativmethoden berichten.
Wie viele Tiere nun trotz dieser Festschreibungen für REACH leiden und sterben werden, ist ungewiss. Gewiss ist, dass für uns TierversuchsgegnerInnen dieses Thema nicht abgeschlossen ist. Es liegt nun an uns, darauf zu achten, dass die gesetzlichen Vorgaben auch stringent umgesetzt werden und vor allem weiter ausgebaut werden. Das Ziel muss der völlige Ersatz von Tierversuchen durch die Etablierung tierversuchsfreier Teststrategien sein.
Siehe dazu auch Tierversuche für Chemikalien – das REACH-Programm
Aufrufe: 41






