24. April – Welttag des Versuchstieres 2001

Der “Internationale Bund der Tierversuchsgegner. Ein Recht für Tiere” zieht Bilanz.

In Österreich hat sich die Situation der Versuchstiere trotz der gesetzlichen Zielsetzung – “die Zahl der Tierversuche zu reduzieren und Ersatzmethoden zu fördern” (§ 1 TVG 88) – kaum verbessert, wenn nicht sogar verschlechtert.
Stehen auf der einen Seite Bemühungen, auch seitens der Industrie, Tierversuche zu reduzieren, boomen diese auf der anderen Seite, nämlich innerhalb moderner Technologien geradezu gnadenlos.
Die Herstellung transgener Tiere wird sogar als “Alternative zum Tierversuch” vermarktet. Ein transgenes Tier gilt offenbar gar nicht mehr als Lebewesen.
Das Klonen von Tieren ist für den österreichischen Gesetzgeber kein Tierversuch und findet somit auch keinen Eingang in die Tierversuchsstatistik.
Und wenn ein Vivisektor meint, dass seine Versuche nicht mit Leiden und Schmerzen für die Tiere verbunden sind, muss er diese Experimente erst gar nicht als Tierversuche melden oder genehmigen lassen – er kann mit den Tieren mehr oder minder machen was er will.
Eingriffe an wirbellose Tiere, auch wenn sie schmerzhaft und qualvoll sind, und das Töten von Tieren für Lehrzwecke gelten prinzipiell nicht als Tierversuche und fallen somit auch aus der Statistik heraus.

Gerda Matias, Präsidentin des “Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner” (IBT), betrachtet jährlich die offizielle Tierversuchsstatistik mit äußerster Skepsis und berechtigter Besorgnis. “Ich befürchte, dass die jährliche Anzahl der tatsächlich verbrauchten Tiere für Versuche drei- bis viermal so hoch als die offizielle Statistik ist.”

Auch im Rahmen der EU sieht die Bilanz anlässlich des Welttages des Versuchstieres nicht rosig aus: Die EU-Kommission hat das Inkrafttreten des Verbotes von Tierversuchen für Kosmetika zum dritten Mal (!) verschoben.
Des weiteren plant sie, tausende Chemikalien, die schon seit 20 Jahren in Verwendung sind, zu registrieren und auf ihre Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt zu testen. Das bedeutet für abertausend Tiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Hunde und Affen, unvorstellbares Leid und den sicheren qualvollen Vergiftungstod.
Als einziges konkretes positives Ergebnis ist die Anerkennung von drei Ersatzmethoden zum Tierversuch zu verzeichnen.

 

Rückfragehinweis:
Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-10, Fax: +43/1/713 08 24,
E-Mail: tierversuchsgegner@chello.at

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