Am 7. November 2005 fand im Europäischen Parlament eine Konferenz über Alternativen zu Tierversuchen statt, die von drei Generaldirektionen (Unternehmen und Industrie, Wissenschaft und Forschung, Gemeinsame Forschungsstelle) veranstaltet wurde. Eingeladen waren VertreterInnen von Industrie, Wissenschaft, behördlichen Institutionen und des Tierschutzes.
Fortschritte im Bereich von Alternativmethoden wurden aufgezeigt, Konzepte für die tierversuchsfreie Forschung vorgestellt, Verbesserung bei der Entwicklung und Validierung (wissenschaftliche Bewertung) von Alternativen ermittelt.
Die Europäische Kommission und die Industrie haben eine “Europäische Partnerschaft für die Förderung von Alternativkonzepten zu Tierversuchen” verabschiedet. Eine Arbeitsgruppe wird für das erste Quartal 2006 ein Programm mit konkreten Tätigkeiten zusammenstellen. So soll es etwa zu einer Vereinfachung des Validierungsprozesses (der oft über 10 Jahre dauert) kommen und Wege gefunden werden, dass Alternativmethoden schnellstens auch rechtlich verankert und somit verpflichtend eingesetzt werden.
Diese Initiative ist sehr zu begrüßen, zumal viele unserer jahrelangen Forderungen aufgenommen und offenbar nun konkret in Angriff genommen werden. Initialzünder war sicherlich die EU-Chemikalienverordnung/REACH, durch die das Thema der problematischen Tierversuche, nicht zuletzt auch durch die massiven Aufklärungsarbeiten von uns TierversuchsgegnerInnen, in den Vordergrund gerückt ist: Die ursprüngliche Fassung von REACH hätte den zusätzlichen Tod von 45 Millionen Versuchstieren nach sich gezogen! Aber auch alarmiert über den jährlichen Verbrauch von rund elf Millionen Versuchstieren in der EU dürfte nun die EU und die Industrie zum Einlenken gebracht haben, auch wenn dies in erster Linie aus Kostengründen erfolgt. Denn Tierversuche sind oft aus rein wirtschaftlicher Sicht gesehen aufwendiger als Ersatzmethoden, wie etwa in-vitro-Tests (im Reagenzglas).
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