Die G-7-Finanzminister haben ein von der kanadischen Regierung im Rahmen des G-7-Gipfels im kanadischen Iqaluit organisiertes Festmahl boykottiert.
Bei dem Abendessen am Samstag wollte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty seinen Kollegen die Vorzüge kulinarischer und modischer Robbenprodukte schmackhaft machen. Mit ernüchterndem Ergebnis: Flaherty und der kanadische Notenbank-Chef Mark Carney blieben die einzigen Gäste.
Kein rohes Robbenfleisch
Die Vertreter der USA, Japans, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens verzichteten damit nicht nur auf rohes Robbenfleisch, sondern auch auf die als Geschenke vorbereiteten Jacken und Fäustlinge aus Robbenfell.
Auch bei der anschließenden Pressekonferenz hielten sich die sechs Finanzminister an ihren Boykott. Auf alle Fragen in Bezug auf Robbenfang herrschte ein offenbar davor abgesprochenes eisiges Schweigen. Flaherty betonte in seiner Rede die Ausnahmeregeln bei der traditionellen Robbenjagd für die Urbevölkerung.
50.000 Robben zur Jagd freigegeben
Der Boykott ging der heute veröffentlichten Fangquote für Kegelrobben voraus. Demnach dürfen Kanadas Robbenjäger in dieser Saison 50.000 Kegelrobben töten. Die gesamte Population gab ein Ministeriumssprecher mit 300.000 Tieren an. Besonders umstritten ist, dass 2.220 Tiere auch auf Hay Island getötet werden dürfen. Die nur 500 Meter lange Insel gehört zu einem Schutzgebiet bei der Kap-Breton-Insel im Atlantik.
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9.2.2010
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