Schweizer Kommissionen fordern Zurückhaltung und Verbot bei Affenversuchen

Die Eidgenössische Kommission für Tierversuche (EKTV) und die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH) haben in ihrem jüngst verfassten Bericht “Forschen an Primaten – eine ethische Bewertung” eine grössere Zurückhaltung bei der Bewilligung von Versuchen an Primaten (Affen) und ein generelles Verbot von Versuchen an den Menschenaffen – Schimpansen, Gorillas, Orang Utans und Bonobons – gefordert. Anlass für den Bericht waren die Depressionsforschungen mit den Baby-Weissbüscheläffchen, die – laut der Präsidentin der Tierversuchskommission – aus jetziger Sich als unzumutbar beurteilt werden. Denn, es gebe ein Belastungsausmass, welches den Tieren generell nicht zugemutet werden dürfe und im Zweifelsfall müsse die Entscheidung bezüglich Zumutbarkeit von Schmerzen, Leiden und Stress für die Affen gefällt werden.

Die Sonderstellung, die nun den Primaten unter den Versuchstieren zukommen soll, wird mit ihren kognitiven und emotionalen Fähigkeiten begründet. Primaten können – wie der Mensch – strategisch handeln, für die Zukunft planen, verhalten sich sozial, haben Selbstbewusstsein und zeigen Trauer.

Die Kommissionen hoffen nun, dass ihre Empfehlungen nicht ignoriert, sondern Eingang in das neue Schweizer Tierschutzgesetz finden.
Im Jahr 2004 wurden in der Schweiz 424 Tierversuche mit Primaten durchgeführt, zwei Drittel davon durch die Industrie, ein Drittel durch Universitäten, ETH und Spitälern.

Siehe dazu auch Schweiz: Depressionsforschung an Weissbüscheläffchen
Siehe dazu auch Schweiz: Tierversuche an Affen nicht genehmigt
Siehe dazu auch Kampagne gegen das größte Affenforschungslabor BPRC in Europa
Siehe dazu auch Tierversuche an Primaten

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