REACH geht in die letzte Phase

Mit REACH wird die gesamte Chemikalienregulierung durch die EU neu gestaltet. Die Prüfung von Chemikalien ist mit Millionen von Tierversuchen verbunden. Die schrecklichsten Szenarien konnten mit unseren Protesten und Einwänden abgewendet werden. Im Herbst 2005 haben EU-Parlament und EU-Ministerrat über den Kommissionsentwurf abgestimmt. Das Parlament hat einige wichtige Verbesserungen eingebracht, die teilweise wieder vom Ministerrat herausgenommen wurden.

Am 10.10.2006 wurde REACH im federführenden Umweltausschuss behandelt und es wurden zuvor gestrichene Forderungen (z.B. strengere Regelung beim Inverkehrbringen besonders gefährlicher Stoffe) aus der Ersten Lesung wieder hinein genommen, was auch mit einer Mehrheit (42 Ja-Stimmen von insgesamt 63) angenommen wurde. U.a. forderte der Umweltausschuss auch die Förderung von tierversuchsfreien Testmethoden. Bis zur Zweiten Lesung im Plenum am 14. November 2006, wo es durch die EU-ParlamentarierInnen zur Abstimmung kommen wird, verhandeln nun Rat und Parlament über das Umweltausschussergebnis. Voraussichtlich am 4. Dezember 2006 wird der EU-Ministerrat abstimmen. Im Jahr 2007 soll REACH in Kraft treten.

Bitte appellieren Sie an die EU-Abgeordneten, sich für eine tierversuchsfreie Chemikalien-Verordnung einzusetzen.
Anbei ein Musterbrief und die E-Mail-Adressen der österreichschen EU-Abgeordneten (den Brieftext einfach in die einzeln aufgerufenen E-Mails kopieren):

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,
die 1. Lesung im EU-Parlament hatte ja schon erfreulicherweise einige wesentliche Verbesserungen bei REACH gebracht. Dafür danke ich Ihnen. Allerdings wurden diese zum Teil durch den Ministerrat wieder gestrichen. Ich bitte Sie, sich zumindest für eine Wiederherstellung der Position des Parlaments stark zu machen. Fordern Sie bitte bei der 2. Lesung im EU-Parlament insbesondere:

  • einen zwingenden Datenaustausch,
  • eine unabhängige Überprüfung der Testvorschläge der Industrie,
  • eine verstärkte Förderung und den Einsatz von tierversuchsfreien Testmethoden und tierversuchsfreien Teststrategien und besonders wichtig,
  • dass Kosmetika von REACH ausgenommen werden.

Die völlig veraltete Methode des Tierversuchs darf in einer modernen Chemikalienpolitik keinen Platz haben. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Tiere, sondern auch um die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die meisten der in dem Entwurf der EU aufgeführten Tierversuche wurden bereits vor Jahrzehnten entwickelt, aber nie auf ihre Gültigkeit überprüft. Würde man sie heute einer eingehenden Prüfung bezüglich ihrer Zuverlässigkeit und ihrer Relevanz für den Menschen unterziehen, würden sie glatt durchfallen. Eine intelligente, schrittweise Teststrategie mit tierversuchsfreien Methoden sowie die Auswertung bereits vorhandener Daten können dagegen alle nötigen Informationen über die zu testenden Substanzen schnell, zuverlässig und preisgünstig liefern. REACH muss im Interesse von Mensch und Tier ganz ohne Tierversuche durchgeführt werden. Bitte setzen Sie sich dafür ein!
Mit freundlichen Grüßen

maria.berger@europerg.co.at
hboesch@europarl.eu.int
hettl@europarl.eu.int
okaras@europarl.eu.int
jleichtfried@europarl.eu.int
eva.lichtenberger@gruene.at
office@hpmartin.net
a.moelzer@aon.at
hpirker@europarl.eu.int
cprets@europarl.eu.int
rrack@europarl.eu.int
kresetarits@europarl.eu.int
pruebig@europarl.eu.int
kscheele@europarl.eu.int
aschierhuber@europarl.eu.int
rseeber@europarl.eu.int
hannes.swoboda@spoe.at
johannes.voggenhuber@gruene.at

Siehe auch unter Tierversuche für Chemikalien – das REACH-Programm

Aufrufe: 71