Am 24. April wird weltweit jenen Millionen Tieren gedacht, die als Experimentier- und Testobjekte ihr Leben – das nur aus Schmerzen, Leiden und Ängsten besteht – in den Versuchstierlabors lassen müssen. Eine Verringerung der qualvollen Tierversuche ist nicht in Sicht. Im Gegenteil – europaweit nehmen die Tierversuche zu. “Da läuft doch etwas völlig falsch”, stellt der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) fest, wenn trotz aller Beteuerungen verantwortlicher Stellen, dass Tierversuche reduziert und ersetzt werden müssen, diese drastisch zunehmen.
“Tierversuche sind völlig sinnlos”, ist Gerda Matias, Präsidentin des IBT und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens, überzeugt, “da sich die Ergebnisse aus dem Tierversuch nicht auf den Menschen übertragen lassen, wie letztlich die Praxis zeigt: Ständig müssen Arzneimittel wegen schwerster Nebenwirkungen bis hin mit Todesfolgen aus dem Verkehr gezogen werden. Die Umweltverschmutzung und die Belastung der Lebensmittel mit gefährlichen Chemikalien und den damit verbundenen Krankheiten wie etwa Allergien nehmen trotz der zahlreichen Tests am Tier kontinuierlich zu. Bei der Behandlung von Aids, Krebs, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen etc. sind kaum Fortschritte zu verzeichnen.”
Der IBT, der den Tierversuch als wissenschaftliche Methode prinzipiell in Frage stellt und wegen seiner Unsicherheit und Unübertragbarkeit ablehnt, nimmt den Tag des Versuchstieres zum Anlass, Bilanz zu ziehen.
Die TierversuchsgegnerInnen bedauern insbesonders, dass nicht einmal die Tierversuche für die Prüfung von Kosmetika abgeschafft wurden, weil es nach offizieller Begründung noch immer an tierversuchsfreien Verfahren mangle.
“Dies ist eindeutig ein Versäumnis der EU-Kommission, die alles in ihrer Macht stehende unternehmen hätte müssen, um die Entwicklung, Validierung und Etablierung von tierversuchsfreien Methoden zu forcieren”, stellt Gerda Matias, Präsidentin des IBT und Initiatorin des Tierschutz-Volksbegehrens fest.
Der IBT fordert die KonsumentInnen auf, nicht tatenlos auf das Tierversuchsverbot für Kosmetika zu warten, sondern aktiv zur Verringerung von Tierversuchen beizutragen, indem sie nur mehr tierversuchsfreie Kosmetika kaufen. Zu beziehen sind diese in Wien unter anderem bei der Fauna KEG, einem Kosmetikgeschäft, das dem Vereinslokal des IBT angeschlossen ist. Und am Welttag des Versuchstieres gibt es auf alle Produkte sogar einen Rabatt von 15 %. Der Reingewinn kommt ausschließlich dem Tierschutz zugute.
Trotz des gesetzlichen Auftrages, die Tierversuche zu reduzieren, sind in den letzten Jahren europaweit die Tierversuche gestiegen – in Österreich um fast ein Drittel. “Es fehlt einfach am politischen Willen, eine Strategie zu entwickeln und konsequent zu verfolgen, um Tierversuche endlich zu verringern”, erklärt Gerda Matias diese fatale Zunahme.
Während für die Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren kaum öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, werden Tierversuche nach wie vor mit unseren Steuergeldern subventioniert.
Die wenigen vorhandenen Mittel für die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden werden zum größten Teil für sogenannte “Alternativ- bzw. Ergänzungsmethoden zum Tierversuch” aufgebraucht, bei denen nach wie vor Versuchstiere eingesetzt werden, wenn auch in geringerer Anzahl und bei niedriger Belastung.
Dazu kommt noch, dass tierversuchsfreie Methoden bis zur Anerkennung einen Validierungsprozess, bei dem die wissenschaftliche Qualität bewertet wird, zu durchlaufen haben, dem umgekehrt Tierversuche nicht unterliegen.
Unter diesen ungünstigen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, dass trotz jahrzehntelanger Forschung erst zwei tierversuchsfreie Prüfmethoden durch die EU-Kommission offiziell anerkannt wurden und sich die Anwendung tierversuchsfreier Methoden nicht in einer Verringerung der Tierversuche niederschlägt.
Hinzu kommt noch, dass im Bereich der Gentechnologie, die mit Milliardensummen subventioniert wird, immens viele Tierversuche stattfinden. Man erwartet sich das große Geschäft mit den Patenten von den entdeckten Genen, den neuen Verfahren und den hergestellten transgenen Tieren, die am laufenden Band produziert werden, und weiter als Forschungsobjekte fungieren. Obwohl gerade die Gentechnologie die Chance bietet, vom lebenden Versuchstier wegzukommen und die Forschung auf Zellen zu verlagern.
Damit es mittelfristig endlich zu einer deutlichen Reduzierung von Tierversuchen kommt, fordert der IBT, dass für die Entwicklung von tierversuchsfreien Verfahren mehr öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden und umgekehrt Projekte, die Tierversuche beinhalten, nicht mehr mit öffentlichen Geldern unterstützt werden. Auch soll die Anerkennung von tierversuchsfreien Verfahren beschleunigt und eine validierte Methode sofort verbindlich in Rechtsvorschriften übernommen werden.
Des weiteren fordert der IBT eine sofortige Abschaffung der Tierversuche für die Ausbildung und für Kosmetika in der EU. Auch sollte ein Verbot von Versuchen an Menschenaffen den neuesten Erkenntnissen entsprechend gesetzlich verankert werden. Und wenn es den Gesetzgebern mit dem Klonverbot von Menschen ernst ist, sollten Maßnahmen schon im Vorfeld getroffen werden und ebenso das Klonen von Tieren verboten werden.
Rückfragehinweis:
Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-10, Fax: +43/1/713 08 24,
E-Mail: tierversuchsgegner@chello.at
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